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Güssau, Carol Friedrich: Geistliche Schiff-Fahrt der gläubigen Kinder Gottes/ auß den worten S. Pauli. Oels, 1659.

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Adelicher Lebenslauff.
Nun hat Sie alles Unglück überwunden/
Den höchsten Fried und grösten Schatz gefunden/
Wornach Sie als ein Christin hat gestrebet/
weil Sie gelebet/
Jhr Geist der lebet nun in grosser Freude/
Jst angethan mit einem weisen Kleyde/
Und preiset hoch mit Englischen getichte/
GOttes Gerichte.
GOtt helff/ das wir zur Zeit auch still einschlafen/
Und von dem Herrn sambt allen seinen Schafen/
Am Jüngsten tag zum Leben auß der Erden
Erwecket werden.

Der wolle auch die Hochbetrübten Leyd-
tragenden allerseits kräftiglich trösten und auf-
richten/ daß Sie jhr Hertz in Gedult fassen/
und mit Hiob sagen: Der Herr hat es ge-
geben/ der Herr hat es genommen/ der
Nahme des Herren sey gebenedeyet.

Ehe ich abtrete erinnere ich mich meiner
schuldigkeit/ der seeligen Frawen ein Epitaphi-
um
auff zurichten: Jn dem mir nun einfält/
was Basilius saget: Pietas pulcherrimum Epita-
phium:
Das die Gottseeligkeit (deren sich
sonderlich die seelige Fraw in jhrem gantzen Le-
ben beflissen) die schönste Grabschrifft sey; setze
ich jhr dieß wenige zu schuldiger letzter gedächt-
nüß Ehre:

Die
Adelicher Lebenslauff.
Nun hat Sie alles Ungluͤck uͤberwunden/
Den hoͤchſten Fried und groͤſten Schatz gefunden/
Wornach Sie als ein Chriſtin hat geſtrebet/
weil Sie gelebet/
Jhr Geiſt der lebet nun in groſſer Freude/
Jſt angethan mit einem weiſen Kleyde/
Und preiſet hoch mit Engliſchen getichte/
GOttes Gerichte.
GOtt helff/ das wir zur Zeit auch ſtill einſchlafen/
Und von dem Herrn ſambt allen ſeinen Schafen/
Am Juͤngſten tag zum Leben auß der Erden
Erwecket werden.

Der wolle auch die Hochbetruͤbten Leyd-
tragendẽ allerſeits kraͤftiglich troͤſten und auf-
richten/ daß Sie jhr Hertz in Gedult faſſen/
und mit Hiob ſagen: Der Herr hat es ge-
geben/ der Herr hat es genommen/ der
Nahme des Herren ſey gebenedeyet.

Ehe ich abtrete erinnere ich mich meiner
ſchuldigkeit/ der ſeeligen Frawen ein Epitaphi-
um
auff zurichten: Jn dem mir nun einfaͤlt/
was Baſilius ſaget: Pietas pulcherrimum Epita-
phium:
Das die Gottſeeligkeit (deren ſich
ſonderlich die ſeelige Fraw in jhrem gantzen Le-
ben befliſſen) die ſchoͤnſte Grabſchrifft ſey; ſetze
ich jhr dieß wenige zu ſchuldiger letzter gedaͤcht-
nuͤß Ehre:

Die
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[0070] Adelicher Lebenslauff. Nun hat Sie alles Ungluͤck uͤberwunden/ Den hoͤchſten Fried und groͤſten Schatz gefunden/ Wornach Sie als ein Chriſtin hat geſtrebet/ weil Sie gelebet/ Jhr Geiſt der lebet nun in groſſer Freude/ Jſt angethan mit einem weiſen Kleyde/ Und preiſet hoch mit Engliſchen getichte/ GOttes Gerichte. GOtt helff/ das wir zur Zeit auch ſtill einſchlafen/ Und von dem Herrn ſambt allen ſeinen Schafen/ Am Juͤngſten tag zum Leben auß der Erden Erwecket werden. Der wolle auch die Hochbetruͤbten Leyd- tragendẽ allerſeits kraͤftiglich troͤſten und auf- richten/ daß Sie jhr Hertz in Gedult faſſen/ und mit Hiob ſagen: Der Herr hat es ge- geben/ der Herr hat es genommen/ der Nahme des Herren ſey gebenedeyet. Ehe ich abtrete erinnere ich mich meiner ſchuldigkeit/ der ſeeligen Frawen ein Epitaphi- um auff zurichten: Jn dem mir nun einfaͤlt/ was Baſilius ſaget: Pietas pulcherrimum Epita- phium: Das die Gottſeeligkeit (deren ſich ſonderlich die ſeelige Fraw in jhrem gantzen Le- ben befliſſen) die ſchoͤnſte Grabſchrifft ſey; ſetze ich jhr dieß wenige zu ſchuldiger letzter gedaͤcht- nuͤß Ehre: Die

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Zitationshilfe: Güssau, Carol Friedrich: Geistliche Schiff-Fahrt der gläubigen Kinder Gottes/ auß den worten S. Pauli. Oels, 1659, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/354516/70>, abgerufen am 26.09.2020.