Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Adolph, Christian: Himmlischer Hochzeit-Schatz/ und geistlicher Braut-Schmuck der gläubigen und seligen Kinder Gottes. Zittau, 1664.

Bild:
<< vorherige Seite

Christliche Leich Predigt.
erwehlet/ weil derselbige von der himmlischen Hochzeit und hochzeit-
lichem Brautschmuck redet und handlet. Diesem ihrem desi-
derio
nach zukommen/ wollen wir für dismahl kürtzlich und ein-
fältig hören

[Spaltenumbruch]
Propositio
Jn was für einen herrlichen Zustand die
geistliche Jungfrauen und gläubige Seelen
in der Himlischen Hochzeit kommen: und
was für schönen Hochzeit-Schmuck und
Braut-Röcke dieselbige von Christo Jesu
ihrem Bräutigam empfangen und erlangen.
Hilff O HErr Jesu hilff;
Daß wir/ mit dir uns geistlich thun verloben/
Auch treulich halten was wir dir geloben/
Und drauff im Himmel dich dort ewig loben/
Wenn wir den schönen Brautschmuck da empfangen/
Ewig drin zu prangen/ Amen.
Tractatio.

DEr fürnehme und hochbegabte Theologus D Schleup-
nerus
Fürstlicher Brandeburgischer Hoff-Prediger und
General Supetintendens zu Bayreuth/ meldet an ei-
nem Ort seiner Schrifften/ daß/ als Er einer Jungfrauen eine
LeichenPredigt thun sollen/ sey ihme selbige unter den Händen zu
einer Hochzeit-Predigt worden: Und eben also hat es mir heute
mit der sel. Jungfrauen von Axlöwin ihrer LeichenPredigt bey
nahe auch ergehen wollen.

Nun möchte wohl zwarn einer und der ander/ von den
Weltklüglingen/ denen keine Suppe schmeckt/ die sie nicht selber
gesaltzen haben/ meynen und sagen/ es reime sich ja nicht/ daß
man bey Leichenbegängnüssen/ von Hochzeiten und Brautklei-
dern reden und predigen wolte! Aber der weise Sirach schreibet
solchen tadelsüchtigen Leuten ein fein Latein hinter die Ohren und
spricht: (o) Laß dich nicht klug düncken iederman zu ta-(o) Sir. [6 v. 2.]

deln.
B ij

Chriſtliche Leich Predigt.
erwehlet/ weil derſelbige von der him̃liſchen Hochzeit und hochzeit-
lichem Brautſchmuck redet und handlet. Dieſem ihrem deſi-
derio
nach zukommen/ wollen wir fuͤr dismahl kuͤrtzlich und ein-
faͤltig hoͤren

[Spaltenumbruch]
Propoſitio
Jn was fuͤr einen herrlichen Zuſtand die
geiſtliche Jungfrauen und glaͤubige Seelen
in der Himliſchen Hochzeit kommen: und
was fuͤr ſchoͤnen Hochzeit-Schmuck und
Braut-Roͤcke dieſelbige von Chriſto Jeſu
ihrem Braͤutigam empfangen und erlangẽ.
Hilff O HErr Jeſu hilff;
Daß wir/ mit dir uns geiſtlich thun verloben/
Auch treulich halten was wir dir geloben/
Und drauff im Himmel dich dort ewig loben/
Wenn wir den ſchoͤnen Brautſchmuck da empfangen/
Ewig drin zu prangen/ Amen.
Tractatio.

DEr fuͤrnehme und hochbegabte Theologus D Schleup-
nerus
Fuͤrſtlicher Brandeburgiſcher Hoff-Prediger und
General Supetintendens zu Bayreuth/ meldet an ei-
nem Ort ſeiner Schrifften/ daß/ als Er einer Jungfrauen eine
LeichenPredigt thun ſollen/ ſey ihme ſelbige unter den Haͤnden zu
einer Hochzeit-Predigt worden: Und eben alſo hat es mir heute
mit der ſel. Jungfrauen von Axloͤwin ihrer LeichenPredigt bey
nahe auch ergehen wollen.

Nun moͤchte wohl zwarn einer und der ander/ von den
Weltkluͤglingen/ denen keine Suppe ſchmeckt/ die ſie nicht ſelber
geſaltzen haben/ meynen und ſagen/ es reime ſich ja nicht/ daß
man bey Leichenbegaͤngnuͤſſen/ von Hochzeiten und Brautklei-
dern reden und predigen wolte! Aber der weiſe Sirach ſchreibet
ſolchen tadelſuͤchtigen Leuten ein fein Latein hinter die Ohren und
ſpricht: (o) Laß dich nicht klug duͤncken iederman zu ta-(o) Sir. [6 v. 2.]

deln.
B ij
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsExordium" n="2">
          <p><pb facs="#f0011"/><fw type="header" place="top"><hi rendition="#b">Chri&#x017F;tliche Leich Predigt.</hi></fw><lb/>
erwehlet/ weil der&#x017F;elbige von der him&#x0303;li&#x017F;chen Hochzeit und hochzeit-<lb/>
lichem Braut&#x017F;chmuck redet und handlet. Die&#x017F;em ihrem <hi rendition="#aq">de&#x017F;i-<lb/>
derio</hi> nach zukommen/ wollen wir fu&#x0364;r dismahl ku&#x0364;rtzlich und ein-<lb/>
fa&#x0364;ltig ho&#x0364;ren</p><lb/>
          <cb/>
          <div n="3">
            <list>
              <head rendition="#rightBraced"> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Propo&#x017F;itio</hi> </hi> </head><lb/>
              <item> <hi rendition="#fr">Jn was fu&#x0364;r einen herrlichen Zu&#x017F;tand die<lb/>
gei&#x017F;tliche Jungfrauen und gla&#x0364;ubige Seelen<lb/>
in der Himli&#x017F;chen Hochzeit kommen: und<lb/>
was fu&#x0364;r &#x017F;cho&#x0364;nen Hochzeit-Schmuck und<lb/>
Braut-Ro&#x0364;cke die&#x017F;elbige von Chri&#x017F;to Je&#x017F;u<lb/>
ihrem Bra&#x0364;utigam empfangen und erlange&#x0303;.</hi> </item>
            </list><lb/>
            <lg type="poem">
              <l> <hi rendition="#fr">Hilff O HErr Je&#x017F;u hilff;</hi> </l><lb/>
              <l>Daß wir/ mit dir uns gei&#x017F;tlich thun verloben/</l><lb/>
              <l>Auch treulich halten was wir dir geloben/</l><lb/>
              <l>Und drauff im Himmel dich dort ewig loben/</l><lb/>
              <l>Wenn wir den &#x017F;cho&#x0364;nen Braut&#x017F;chmuck da empfangen/</l><lb/>
              <l>Ewig drin zu prangen/ Amen.</l>
            </lg>
          </div>
        </div><lb/>
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Tractatio.</hi> </hi> </head><lb/>
          <p><hi rendition="#in">D</hi>Er fu&#x0364;rnehme und hochbegabte <hi rendition="#aq">Theologus D Schleup-<lb/>
nerus</hi> Fu&#x0364;r&#x017F;tlicher Brandeburgi&#x017F;cher Hoff-Prediger und<lb/><hi rendition="#aq">General Supetintendens</hi> zu <hi rendition="#fr">Bayreuth</hi>/ meldet an ei-<lb/>
nem Ort &#x017F;einer Schrifften/ daß/ als Er einer Jungfrauen eine<lb/>
LeichenPredigt thun &#x017F;ollen/ &#x017F;ey ihme &#x017F;elbige unter den Ha&#x0364;nden zu<lb/>
einer Hochzeit-Predigt worden: Und eben al&#x017F;o hat es mir heute<lb/>
mit der &#x017F;el. Jungfrauen von Axlo&#x0364;win ihrer LeichenPredigt bey<lb/>
nahe auch ergehen wollen.</p><lb/>
          <p>Nun mo&#x0364;chte wohl zwarn einer und der ander/ von den<lb/>
Weltklu&#x0364;glingen/ denen keine Suppe &#x017F;chmeckt/ die &#x017F;ie nicht &#x017F;elber<lb/>
ge&#x017F;altzen haben/ meynen und &#x017F;agen/ es reime &#x017F;ich ja nicht/ daß<lb/>
man bey Leichenbega&#x0364;ngnu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en/ von Hochzeiten und Brautklei-<lb/>
dern reden und predigen wolte<hi rendition="#i">!</hi> Aber der wei&#x017F;e Sirach &#x017F;chreibet<lb/>
&#x017F;olchen tadel&#x017F;u&#x0364;chtigen Leuten ein fein Latein hinter die Ohren und<lb/>
&#x017F;pricht: (<hi rendition="#aq">o</hi>) <hi rendition="#fr">Laß dich nicht klug du&#x0364;ncken iederman zu ta-</hi><note place="right">(<hi rendition="#aq">o</hi>) <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Sir.</hi><supplied>6 v. 2.</supplied></hi></note><lb/>
<fw type="sig" place="bottom">B ij</fw><fw type="catch" place="bottom"><hi rendition="#fr">deln.</hi></fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0011] Chriſtliche Leich Predigt. erwehlet/ weil derſelbige von der him̃liſchen Hochzeit und hochzeit- lichem Brautſchmuck redet und handlet. Dieſem ihrem deſi- derio nach zukommen/ wollen wir fuͤr dismahl kuͤrtzlich und ein- faͤltig hoͤren Propoſitio Jn was fuͤr einen herrlichen Zuſtand die geiſtliche Jungfrauen und glaͤubige Seelen in der Himliſchen Hochzeit kommen: und was fuͤr ſchoͤnen Hochzeit-Schmuck und Braut-Roͤcke dieſelbige von Chriſto Jeſu ihrem Braͤutigam empfangen und erlangẽ. Hilff O HErr Jeſu hilff; Daß wir/ mit dir uns geiſtlich thun verloben/ Auch treulich halten was wir dir geloben/ Und drauff im Himmel dich dort ewig loben/ Wenn wir den ſchoͤnen Brautſchmuck da empfangen/ Ewig drin zu prangen/ Amen. Tractatio. DEr fuͤrnehme und hochbegabte Theologus D Schleup- nerus Fuͤrſtlicher Brandeburgiſcher Hoff-Prediger und General Supetintendens zu Bayreuth/ meldet an ei- nem Ort ſeiner Schrifften/ daß/ als Er einer Jungfrauen eine LeichenPredigt thun ſollen/ ſey ihme ſelbige unter den Haͤnden zu einer Hochzeit-Predigt worden: Und eben alſo hat es mir heute mit der ſel. Jungfrauen von Axloͤwin ihrer LeichenPredigt bey nahe auch ergehen wollen. Nun moͤchte wohl zwarn einer und der ander/ von den Weltkluͤglingen/ denen keine Suppe ſchmeckt/ die ſie nicht ſelber geſaltzen haben/ meynen und ſagen/ es reime ſich ja nicht/ daß man bey Leichenbegaͤngnuͤſſen/ von Hochzeiten und Brautklei- dern reden und predigen wolte! Aber der weiſe Sirach ſchreibet ſolchen tadelſuͤchtigen Leuten ein fein Latein hinter die Ohren und ſpricht: (o) Laß dich nicht klug duͤncken iederman zu ta- deln. (o) Sir. 6 v. 2. B ij

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/354532
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/354532/11
Zitationshilfe: Adolph, Christian: Himmlischer Hochzeit-Schatz/ und geistlicher Braut-Schmuck der gläubigen und seligen Kinder Gottes. Zittau, 1664, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/354532/11>, abgerufen am 11.07.2020.