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Adolph, Christian: Daktulion (he)pomnematikon. Breslau, 1641.

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Vnd krümmen sich am Haare.
Dir macht das Sterben pein/
Sie wüntschen todt zu sein.
Denckst aber du denn eben
Noch Gutes zu erleben?
Den Außgang aller Sachen
Beschleußt die Ewigkeit.
Jch kan auff gute Zeit
Mir schlechte raitung machen.
Es soll ja Noth entstehn/
Bunt vber Ecke gehn/
Eh' alls mit Plitz vnd knallen
Die Erde soll zerfallen.
Wer wil sich kläglich stellen/
Wann et wan vnverletzt
Ein Schiff ans Vnfer setzt/
Befreyt von Sturm vnd Wellen?
Wer in der Fichte schwimmt/
Wann jetzt die See ergrimmt/
Begehrt von Hertzens-Grunde
Ans Land dieselbe Stunde.
Wer wünscht auch hier zu bleiben?
Der Erden weittes Reich
Jst einer Kugel gleich/
Die Wind vnd Wellen treiben.
Wer Hoffnung bey sich helt
Zu ruhen auff der Welt/
Ohn anstoß zu veralten
Wofür muß er sich halten?
Wer seelig kan entfliehen
Wie deine Fraw/ zur Rhu/
Der kommt am besten zu.
Was bringet das verziehen/
Alß länger nur in Pein
Jn Noth vnd ängsten sein/
Mit
Vnd kruͤmmen ſich am Haare.
Dir macht das Sterben pein/
Sie wuͤntſchen todt zu ſein.
Denckſt aber du denn eben
Noch Gutes zu erleben?
Den Außgang aller Sachen
Beſchleußt die Ewigkeit.
Jch kan auff gute Zeit
Mir ſchlechte raitung machen.
Es ſoll ja Noth entſtehn/
Bunt vber Ecke gehn/
Eh’ alls mit Plitz vnd knallen
Die Erde ſoll zerfallen.
Wer wil ſich klaͤglich ſtellen/
Wann et wan vnverletzt
Ein Schiff ans Vnfer ſetzt/
Befreyt von Sturm vnd Wellen?
Wer in der Fichte ſchwimmt/
Wann jetzt die See ergrimmt/
Begehrt von Hertzens-Grunde
Ans Land dieſelbe Stunde.
Wer wuͤnſcht auch hier zu bleiben?
Der Erden weittes Reich
Jſt einer Kugel gleich/
Die Wind vnd Wellen treiben.
Wer Hoffnung bey ſich helt
Zu ruhen auff der Welt/
Ohn anſtoß zu veralten
Wofuͤr muß er ſich halten?
Wer ſeelig kan entfliehen
Wie deine Fraw/ zur Rhu/
Der kommt am beſten zu.
Was bringet das verziehen/
Alß laͤnger nur in Pein
Jn Noth vnd aͤngſten ſein/
Mit
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[[68]/0068] Vnd kruͤmmen ſich am Haare. Dir macht das Sterben pein/ Sie wuͤntſchen todt zu ſein. Denckſt aber du denn eben Noch Gutes zu erleben? Den Außgang aller Sachen Beſchleußt die Ewigkeit. Jch kan auff gute Zeit Mir ſchlechte raitung machen. Es ſoll ja Noth entſtehn/ Bunt vber Ecke gehn/ Eh’ alls mit Plitz vnd knallen Die Erde ſoll zerfallen. Wer wil ſich klaͤglich ſtellen/ Wann et wan vnverletzt Ein Schiff ans Vnfer ſetzt/ Befreyt von Sturm vnd Wellen? Wer in der Fichte ſchwimmt/ Wann jetzt die See ergrimmt/ Begehrt von Hertzens-Grunde Ans Land dieſelbe Stunde. Wer wuͤnſcht auch hier zu bleiben? Der Erden weittes Reich Jſt einer Kugel gleich/ Die Wind vnd Wellen treiben. Wer Hoffnung bey ſich helt Zu ruhen auff der Welt/ Ohn anſtoß zu veralten Wofuͤr muß er ſich halten? Wer ſeelig kan entfliehen Wie deine Fraw/ zur Rhu/ Der kommt am beſten zu. Was bringet das verziehen/ Alß laͤnger nur in Pein Jn Noth vnd aͤngſten ſein/ Mit

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Zitationshilfe: Adolph, Christian: Daktulion (he)pomnematikon. Breslau, 1641, S. [68]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/386427/68>, abgerufen am 30.09.2020.