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Schöttgen, Christian: Lebens-Beschreibung Herrn Wolffgang Eulenbecks. Dresden, 1740.

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Leben D. Wolffgang Eulenbecks, Churfürstl.
Sächßischen Raths.
§. 1.

DJeser Mann ist wehrt, daß man seiner gedencket. Er hat sich
um seinen Herrn, um Land und Leute, um Kirchen und Schu-
len so verdient gemacht, daß es der höchsten Billigkeit gemäß,
ihm ein rühmliches Ehren-Gedächtniß zu stifften. Aber wo-
her nehmen? Es ist ihm eine Leichen-Predigt gehalten von
dem damahligen Stadt-Prediger M. Balthasar Meißnern, die
ist auch im Druck vorhanden, aber die historische Nachrichten sind mehr
nicht, als folgende: Er ist alt geworden 66. Jahr, 1. Monden und 7. Tage.
Verheirathet hat er sich mit Frau Ursula, Herrn George von Sode, beyder
Rechten Doctors zu Leipzig, Tochter, und mit ihr 29. Jahr gelebet. Der
Sohn ist plötzlich dahin gegangen, die Tochter lebet noch. Er hat dem
Hause Sachsen 31. Jahr gedienet, und viel hohe Verrichtungen übernom-
men. Bey erfolgtem Alter und Kranckheit hat er sein Glaubens-Be-
kenntniß abgelegt, ist er den 31. Dec. 1596. gestorben, und den 4. Jan. 1597.
in die Creutz-Kirche begraben worden. Das ist nun blutwenig zu einer
tüchtigen Lebens-Beschreibung. Jch habe also andere Nachrichten zusam-
men stoppeln und auftreiben müssen. Jnsbesondere aber ist mir ein alter
Zettel in die Hände gekommen, auf welchem seine Reisen und Commißio-
nen aufgezeichnet waren, mit demselben habe die Scribenten conferiret, und
die Sachen richtig befunden, obgleich unsers D. Eulenbecks Nahme nicht
allezeit gemeldet worden. Wo ich aber den Nahmen finde, da habe ich
bey der angeführten Ziffer ein Sterngen gesetzt.

§. 2.
A 2


Leben D. Wolffgang Eulenbecks, Churfuͤrſtl.
Saͤchßiſchen Raths.
§. 1.

DJeſer Mann iſt wehrt, daß man ſeiner gedencket. Er hat ſich
um ſeinen Herrn, um Land und Leute, um Kirchen und Schu-
len ſo verdient gemacht, daß es der hoͤchſten Billigkeit gemaͤß,
ihm ein ruͤhmliches Ehren-Gedaͤchtniß zu ſtifften. Aber wo-
her nehmen? Es iſt ihm eine Leichen-Predigt gehalten von
dem damahligen Stadt-Prediger M. Balthaſar Meißnern, die
iſt auch im Druck vorhanden, aber die hiſtoriſche Nachrichten ſind mehr
nicht, als folgende: Er iſt alt geworden 66. Jahr, 1. Monden und 7. Tage.
Verheirathet hat er ſich mit Frau Urſula, Herrn George von Sode, beyder
Rechten Doctors zu Leipzig, Tochter, und mit ihr 29. Jahr gelebet. Der
Sohn iſt ploͤtzlich dahin gegangen, die Tochter lebet noch. Er hat dem
Hauſe Sachſen 31. Jahr gedienet, und viel hohe Verrichtungen uͤbernom-
men. Bey erfolgtem Alter und Kranckheit hat er ſein Glaubens-Be-
kenntniß abgelegt, iſt er den 31. Dec. 1596. geſtorben, und den 4. Jan. 1597.
in die Creutz-Kirche begraben worden. Das iſt nun blutwenig zu einer
tuͤchtigen Lebens-Beſchreibung. Jch habe alſo andere Nachrichten zuſam-
men ſtoppeln und auftreiben muͤſſen. Jnsbeſondere aber iſt mir ein alter
Zettel in die Haͤnde gekommen, auf welchem ſeine Reiſen und Commißio-
nen aufgezeichnet waren, mit demſelben habe die Scribenten conferiret, und
die Sachen richtig befunden, obgleich unſers D. Eulenbecks Nahme nicht
allezeit gemeldet worden. Wo ich aber den Nahmen finde, da habe ich
bey der angefuͤhrten Ziffer ein Sterngen geſetzt.

§. 2.
A 2
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[0003] Leben D. Wolffgang Eulenbecks, Churfuͤrſtl. Saͤchßiſchen Raths. §. 1. DJeſer Mann iſt wehrt, daß man ſeiner gedencket. Er hat ſich um ſeinen Herrn, um Land und Leute, um Kirchen und Schu- len ſo verdient gemacht, daß es der hoͤchſten Billigkeit gemaͤß, ihm ein ruͤhmliches Ehren-Gedaͤchtniß zu ſtifften. Aber wo- her nehmen? Es iſt ihm eine Leichen-Predigt gehalten von dem damahligen Stadt-Prediger M. Balthaſar Meißnern, die iſt auch im Druck vorhanden, aber die hiſtoriſche Nachrichten ſind mehr nicht, als folgende: Er iſt alt geworden 66. Jahr, 1. Monden und 7. Tage. Verheirathet hat er ſich mit Frau Urſula, Herrn George von Sode, beyder Rechten Doctors zu Leipzig, Tochter, und mit ihr 29. Jahr gelebet. Der Sohn iſt ploͤtzlich dahin gegangen, die Tochter lebet noch. Er hat dem Hauſe Sachſen 31. Jahr gedienet, und viel hohe Verrichtungen uͤbernom- men. Bey erfolgtem Alter und Kranckheit hat er ſein Glaubens-Be- kenntniß abgelegt, iſt er den 31. Dec. 1596. geſtorben, und den 4. Jan. 1597. in die Creutz-Kirche begraben worden. Das iſt nun blutwenig zu einer tuͤchtigen Lebens-Beſchreibung. Jch habe alſo andere Nachrichten zuſam- men ſtoppeln und auftreiben muͤſſen. Jnsbeſondere aber iſt mir ein alter Zettel in die Haͤnde gekommen, auf welchem ſeine Reiſen und Commißio- nen aufgezeichnet waren, mit demſelben habe die Scribenten conferiret, und die Sachen richtig befunden, obgleich unſers D. Eulenbecks Nahme nicht allezeit gemeldet worden. Wo ich aber den Nahmen finde, da habe ich bey der angefuͤhrten Ziffer ein Sterngen geſetzt. §. 2. A 2

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Zitationshilfe: Schöttgen, Christian: Lebens-Beschreibung Herrn Wolffgang Eulenbecks. Dresden, 1740, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/386597/3>, abgerufen am 04.08.2020.