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Strobach, Johann Georg: Des grossen Abrahams Gesegnetes Gedächtniß zu Hebron. Pirna, 1713.

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PERSONALIA.

DEr Wohl-Ehrwürdige/ Großachtbare und
Wohlgelahrte Herr Abraham Wenzell/ treu-
verdient-gewesener Pfarr in Geising und all-
hier zu Maxen/ ist gebohren Anno 1634. Sein
lieber Vater ist gewesen der weiland Wohl-Ehr-
würdige und Wohlgelahrte Herr George Wenzell/ da-
mahls Pfarrer zu Olbersdorff/ in der Inspection Freyberg/
da er zu vorhero in die 18. Jahr zum Bärnstein/ wie auch
hernach 15. Jahr zum Lauenstein Pfarrer gewesen/ allent-
halben aber in gefährlicher Krieges-Zeit/ wie er denn an
allen dreyen Orthen innerhalb 11. Jahren dreymahl abge-
branndt/ und elendiglich verdorben/ auch sonst vielfältig
ausgeplündert worden. Die Mutter aber hat geheissen
Frau Anna/ eine Ehel. Tochter des weiland Wohl-Ehr-
würdigen und Wohlgelahrten Herrn Fabian Schützens/
sel. gewesenen Pfarrers zu Friedrichswalda.

Als nun besagte seine liebe Eltern oben gemeldten Jah-
res/ nehmlich 1634. wegen damahliger Kriegs-Unruhe in
höchster Gefahr gestanden/ und drey Tage in derer Soldaten
Händen gewesen/ sind sie d. 25. Novembr. nacher Freyberg
ausgerissen/ dahin sie aber selbigen Tages nicht kommen kön-
nen/ indem die Frau Mutter angefangen zur Geburth zu
arbeiten/ daher Sie gezwungen worden/ noch eine Meile da-
von/ nehmlich zu Oberschöne/ einzukehren/ da denn GOtt
der HErr Abends zwischen 9. und 10. Uhr gnädige Entbin-

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F


PERSONALIA.

DEr Wohl-Ehrwuͤrdige/ Großachtbare und
Wohlgelahrte Herr Abraham Wenzell/ treu-
verdient-geweſener Pfarr in Geiſing und all-
hier zu Maxen/ iſt gebohren Anno 1634. Sein
lieber Vater iſt geweſen der weiland Wohl-Ehr-
wuͤrdige und Wohlgelahrte Herr George Wenzell/ da-
mahls Pfarrer zu Olbersdorff/ in der Inſpection Freyberg/
da er zu vorhero in die 18. Jahr zum Baͤrnſtein/ wie auch
hernach 15. Jahr zum Lauenſtein Pfarrer geweſen/ allent-
halben aber in gefaͤhrlicher Krieges-Zeit/ wie er denn an
allen dreyen Orthen innerhalb 11. Jahren dreymahl abge-
branndt/ und elendiglich verdorben/ auch ſonſt vielfaͤltig
ausgepluͤndert worden. Die Mutter aber hat geheiſſen
Frau Anna/ eine Ehel. Tochter des weiland Wohl-Ehr-
wuͤrdigen und Wohlgelahrten Herrn Fabian Schuͤtzens/
ſel. geweſenen Pfarrers zu Friedrichswalda.

Als nun beſagte ſeine liebe Eltern oben gemeldten Jah-
res/ nehmlich 1634. wegen damahliger Kriegs-Unruhe in
hoͤchſter Gefahr geſtanden/ und drey Tage in derer Soldaten
Haͤnden geweſen/ ſind ſie d. 25. Novembr. nacher Freyberg
ausgeriſſen/ dahin ſie aber ſelbigen Tages nicht kommen koͤn-
nen/ indem die Frau Mutter angefangen zur Geburth zu
arbeiten/ daher Sie gezwungen worden/ noch eine Meile da-
von/ nehmlich zu Oberſchoͤne/ einzukehren/ da denn GOtt
der HErr Abends zwiſchen 9. und 10. Uhr gnaͤdige Entbin-

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[[41]/0041] PERSONALIA. DEr Wohl-Ehrwuͤrdige/ Großachtbare und Wohlgelahrte Herr Abraham Wenzell/ treu- verdient-geweſener Pfarr in Geiſing und all- hier zu Maxen/ iſt gebohren Anno 1634. Sein lieber Vater iſt geweſen der weiland Wohl-Ehr- wuͤrdige und Wohlgelahrte Herr George Wenzell/ da- mahls Pfarrer zu Olbersdorff/ in der Inſpection Freyberg/ da er zu vorhero in die 18. Jahr zum Baͤrnſtein/ wie auch hernach 15. Jahr zum Lauenſtein Pfarrer geweſen/ allent- halben aber in gefaͤhrlicher Krieges-Zeit/ wie er denn an allen dreyen Orthen innerhalb 11. Jahren dreymahl abge- branndt/ und elendiglich verdorben/ auch ſonſt vielfaͤltig ausgepluͤndert worden. Die Mutter aber hat geheiſſen Frau Anna/ eine Ehel. Tochter des weiland Wohl-Ehr- wuͤrdigen und Wohlgelahrten Herrn Fabian Schuͤtzens/ ſel. geweſenen Pfarrers zu Friedrichswalda. Als nun beſagte ſeine liebe Eltern oben gemeldten Jah- res/ nehmlich 1634. wegen damahliger Kriegs-Unruhe in hoͤchſter Gefahr geſtanden/ und drey Tage in derer Soldaten Haͤnden geweſen/ ſind ſie d. 25. Novembr. nacher Freyberg ausgeriſſen/ dahin ſie aber ſelbigen Tages nicht kommen koͤn- nen/ indem die Frau Mutter angefangen zur Geburth zu arbeiten/ daher Sie gezwungen worden/ noch eine Meile da- von/ nehmlich zu Oberſchoͤne/ einzukehren/ da denn GOtt der HErr Abends zwiſchen 9. und 10. Uhr gnaͤdige Entbin- dung F

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Zitationshilfe: Strobach, Johann Georg: Des grossen Abrahams Gesegnetes Gedächtniß zu Hebron. Pirna, 1713, S. [41]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/392437/41>, abgerufen am 29.09.2020.