Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Böttner, Konrad: Leichen- und Gedächtniß-Rede. Lauban, 1740.

Bild:
<< vorherige Seite
Entzeucht Dein Todes-Fall uns Deinen Unterricht;
Vergißt doch unsre Brust der göldnen Lehren nicht.
Kan unsre Schwachheit Dir kein Ehren-Denckmahl setzen,
Noch Deines Nahmens Ruhm in Ertzt und Marmor ätzen;
So soll das Hertz Dein Grab, die Pflicht der Leichenstein,
Der Danck die Uberschrifft, und zwar auf ewig, seyn.
Die Auditores der andern Classe
des Lycei in Lauban.




Gelehrter Böttner, schlaff; es wachen Deine Schriff-
ten,
Die Dir in Deinem Schlaff ein Schönes Denckmahl
stifften.
Getreuer Böttner, ruh. Du hast manch Feld gepflegt,
Das itzo gute Frucht zum Nutz der Kirche trägt.
Glückseel'ger Böttner, geh, und nihm von GOTT die
Crone,
Die schenckt Dir GOttes Hand vor seinem Gnaden-Throne.
Geh' nun zur Himmels Ruh, Du hast Dein Werck gethan.
Die Nachwelt sieht die Frucht mit Lob und Freuden an.
Wohlseelger Mann, geneuß mit Deinem edlen Saamen,
Den Kindern, die vor Dir zur Himmels-Freude kamen,
Mit
Entzeucht Dein Todes-Fall uns Deinen Unterricht;
Vergißt doch unſre Bruſt der goͤldnen Lehren nicht.
Kan unſre Schwachheit Dir kein Ehren-Denckmahl ſetzen,
Noch Deines Nahmens Ruhm in Ertzt und Marmor aͤtzen;
So ſoll das Hertz Dein Grab, die Pflicht der Leichenſtein,
Der Danck die Uberſchrifft, und zwar auf ewig, ſeyn.
Die Auditores der andern Claſſe
des Lycei in Lauban.




Gelehrter Boͤttner, ſchlaff; es wachen Deine Schriff-
ten,
Die Dir in Deinem Schlaff ein Schoͤnes Denckmahl
ſtifften.
Getreuer Boͤttner, ruh. Du haſt manch Feld gepflegt,
Das itzo gute Frucht zum Nutz der Kirche traͤgt.
Gluͤckſeel’ger Boͤttner, geh, und nihm von GOTT die
Crone,
Die ſchenckt Dir GOttes Hand vor ſeinem Gnaden-Throne.
Geh’ nun zur Himmels Ruh, Du haſt Dein Werck gethan.
Die Nachwelt ſieht die Frucht mit Lob und Freuden an.
Wohlſeelger Mann, geneuß mit Deinem edlen Saamen,
Den Kindern, die vor Dir zur Himmels-Freude kamen,
Mit
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsEpicedia" n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0112" n="111"/>
          <lg type="poem">
            <l><hi rendition="#in">E</hi>ntzeucht Dein Todes-Fall uns Deinen Unterricht;</l><lb/>
            <l>Vergißt doch un&#x017F;re Bru&#x017F;t der go&#x0364;ldnen Lehren nicht.</l><lb/>
            <l>Kan un&#x017F;re Schwachheit Dir kein Ehren-Denckmahl &#x017F;etzen,</l><lb/>
            <l>Noch Deines Nahmens Ruhm in Ertzt und Marmor a&#x0364;tzen;</l><lb/>
            <l>So &#x017F;oll das Hertz Dein Grab, die Pflicht der Leichen&#x017F;tein,</l><lb/>
            <l>Der Danck die Uber&#x017F;chrifft, und zwar auf ewig, &#x017F;eyn.</l>
          </lg><lb/>
          <closer>
            <salute> <hi rendition="#et"> <hi rendition="#b">Die <hi rendition="#aq">Auditores</hi> der andern Cla&#x017F;&#x017F;e<lb/>
des <hi rendition="#aq">Lycei</hi> in <placeName>Lauban</placeName>.</hi> </hi> </salute>
          </closer>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head/>
          <lg type="poem">
            <l><hi rendition="#fr"><hi rendition="#in">G</hi>elehrter <persName>Bo&#x0364;ttner</persName>,</hi> &#x017F;chlaff; es wachen Deine Schriff-</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">ten,</hi> </l><lb/>
            <l>Die Dir in Deinem Schlaff ein Scho&#x0364;nes Denckmahl</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">&#x017F;tifften.</hi> </l><lb/>
            <l><hi rendition="#fr">Getreuer <persName>Bo&#x0364;ttner</persName>,</hi> ruh. Du ha&#x017F;t manch Feld gepflegt,</l><lb/>
            <l>Das itzo gute Frucht zum Nutz der Kirche tra&#x0364;gt.</l><lb/>
            <l><hi rendition="#fr">Glu&#x0364;ck&#x017F;eel&#x2019;ger <persName>Bo&#x0364;ttner</persName>,</hi> geh, und nihm von GOTT die</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Crone,</hi> </l><lb/>
            <l>Die &#x017F;chenckt Dir GOttes Hand vor &#x017F;einem Gnaden-Throne.</l><lb/>
            <l>Geh&#x2019; nun zur Himmels Ruh, Du ha&#x017F;t Dein Werck gethan.</l><lb/>
            <l>Die Nachwelt &#x017F;ieht die Frucht mit Lob und Freuden an.</l><lb/>
            <l><hi rendition="#fr">Wohl&#x017F;eelger Mann,</hi> geneuß mit Deinem edlen Saamen,</l><lb/>
            <l>Den <hi rendition="#fr">Kindern,</hi> die vor Dir zur Himmels-Freude kamen,</l><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch">Mit</fw><lb/>
          </lg>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[111/0112] Entzeucht Dein Todes-Fall uns Deinen Unterricht; Vergißt doch unſre Bruſt der goͤldnen Lehren nicht. Kan unſre Schwachheit Dir kein Ehren-Denckmahl ſetzen, Noch Deines Nahmens Ruhm in Ertzt und Marmor aͤtzen; So ſoll das Hertz Dein Grab, die Pflicht der Leichenſtein, Der Danck die Uberſchrifft, und zwar auf ewig, ſeyn. Die Auditores der andern Claſſe des Lycei in Lauban. Gelehrter Boͤttner, ſchlaff; es wachen Deine Schriff- ten, Die Dir in Deinem Schlaff ein Schoͤnes Denckmahl ſtifften. Getreuer Boͤttner, ruh. Du haſt manch Feld gepflegt, Das itzo gute Frucht zum Nutz der Kirche traͤgt. Gluͤckſeel’ger Boͤttner, geh, und nihm von GOTT die Crone, Die ſchenckt Dir GOttes Hand vor ſeinem Gnaden-Throne. Geh’ nun zur Himmels Ruh, Du haſt Dein Werck gethan. Die Nachwelt ſieht die Frucht mit Lob und Freuden an. Wohlſeelger Mann, geneuß mit Deinem edlen Saamen, Den Kindern, die vor Dir zur Himmels-Freude kamen, Mit

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/508578
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/508578/112
Zitationshilfe: Böttner, Konrad: Leichen- und Gedächtniß-Rede. Lauban, 1740, S. 111. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/508578/112>, abgerufen am 17.07.2019.