Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Günther, Andreas: Christliche Leichpredigt. Oels, 1623.

Bild:
<< vorherige Seite
Christliche Leichpredigt.
III.
III.

WAs alle Trewe Prediger/ vnd alle frome
Christen zu gewarten haben/ nach dem
Seligen tode/ am Jüngsten tage?

Davon spricht S. Paulus also: Hinfort ist mir
beygelegt die Krone der Gerechtigkeit/ welche mir
der HErr an jenem Tage/ der gerechte Richter
geben wird/ Nicht aber mir alleine/ sondern auch
allen die seine Erscheinung lieben.

Allhie höret jhr/ Was alle Rechtgläubigen/ Nach jhrem
seligen Abschied zu gewarten haben? Nemlich eine schöne
Krone/ Nicht eine Krone v[o]n Rosen od andern Blumen/
Nicht von Gold vnd Perlen/ Sondern von Gerechtigkeit.
Nicht aber von Gerechtigkeit fromer Menschen/ oder der
Heyligen Engel/ sondern von der Gerechtigkeit des Aller-
heyligsten Gottes. Daß/ das wird eine schöne herrliche
Krone sein.

Saget doch der gelehrte Heydnische Man Aristoteles,
das die Gerechtigkeit Tugenthaffter Leute/ sey schöner als
der Abend vnd Morgenstern/ wie viel mehr wird noch viel
schöner sein die Gerechtigkeit GOttes/ mit welcher die
Außerwehlten an jenem Tage werden gezieret werden?
Denn da wird die Kirche Gottes/ als die aller liebste Braut
des HERRN Christi/ angezogen werden mit der Sonnen/
Nemlich/ mit der Sonnen der Gerechtigkeit/ welche ist
vnser HERR JEsus Christus. Apocal. 12. Malach. 4.

Es ist aber allhie zu mercken/ das dreyerley
Gerechtigkeit im Evangelio vns ist Offenbahret. Als 1.

Erstlich
Chꝛiſtliche Leichpꝛedigt.
III.
III.

WAs alle Trewe Prediger/ vnd alle frome
Chriſten zu gewarten haben/ nach dem
Seligen tode/ am Juͤngſten tage?

Davon ſpricht S. Paulus alſo: Hinfort iſt mir
beygelegt die Krone der Gerechtigkeit/ welche mir
der HErꝛ an jenem Tage/ der gerechte Richter
geben wird/ Nicht aber mir alleine/ ſondern auch
allen die ſeine Erſcheinung lieben.

Allhie hoͤret jhr/ Was alle Rechtglaͤubigen/ Nach jhꝛem
ſeligen Abſchied zu gewarten haben? Nemlich eine ſchoͤne
Krone/ Nicht eine Krone v[o]n Roſen oď andern Blumen/
Nicht von Gold vñ Perlen/ Sondern von Gerechtigkeit.
Nicht aber von Gerechtigkeit fromer Menſchen/ oder der
Heyligen Engel/ ſondern von der Gerechtigkeit des Aller-
heyligſten Gottes. Daß/ das wird eine ſchoͤne herꝛliche
Krone ſein.

Saget doch der gelehrte Heydniſche Man Ariſtoteles,
das die Gerechtigkeit Tugenthaffter Leute/ ſey ſchoͤner als
der Abend vnd Morgenſtern/ wie viel mehr wird noch viel
ſchoͤner ſein die Gerechtigkeit GOttes/ mit welcher die
Außerwehlten an jenem Tage werden gezieret werden?
Deñ da wird die Kirche Gottes/ als die aller liebſte Braut
des HERRN Chꝛiſti/ angezogen werden mit der Sonnen/
Nemlich/ mit der Sonnen der Gerechtigkeit/ welche iſt
vnſer HERR JEſus Chriſtus. Apocal. 12. Malach. 4.

Es iſt aber allhie zu mercken/ das dreyerley
Gerechtigkeit im Evangelio vns iſt Offenbahret. Als 1.

Erſtlich
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <pb facs="#f0024"/>
          <fw type="header" place="top"> <hi rendition="#b">Ch&#xA75B;i&#x017F;tliche Leichp&#xA75B;edigt.</hi> </fw><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#g">III.</hi> </hi> </head><lb/>
            <note place="left"> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#g">III.</hi> </hi> </note>
            <p> <hi rendition="#fr"><hi rendition="#in">W</hi>As alle Trewe Prediger/ vnd alle frome<lb/>
Chri&#x017F;ten zu gewarten haben/ nach dem<lb/>
Seligen tode/ am Ju&#x0364;ng&#x017F;ten tage?</hi> </p><lb/>
            <p>Davon &#x017F;pricht S. Paulus al&#x017F;o: <hi rendition="#fr">Hinfort i&#x017F;t mir<lb/>
beygelegt die Krone der Gerechtigkeit/ welche mir<lb/>
der HEr&#xA75B; an jenem Tage/ der gerechte Richter<lb/>
geben wird/ Nicht aber mir alleine/ &#x017F;ondern auch<lb/>
allen die &#x017F;eine Er&#x017F;cheinung lieben.</hi></p><lb/>
            <p>Allhie ho&#x0364;ret jhr/ Was alle Rechtgla&#x0364;ubigen/ Nach jh&#xA75B;em<lb/>
&#x017F;eligen Ab&#x017F;chied zu gewarten haben? Nemlich eine &#x017F;cho&#x0364;ne<lb/>
Krone/ Nicht eine Krone v<supplied>o</supplied>n Ro&#x017F;en o&#x010F; andern Blumen/<lb/>
Nicht von Gold vn&#x0303; Perlen/ Sondern von Gerechtigkeit.<lb/>
Nicht aber von Gerechtigkeit fromer Men&#x017F;chen/ oder der<lb/>
Heyligen Engel/ &#x017F;ondern von der Gerechtigkeit des Aller-<lb/>
heylig&#x017F;ten Gottes. Daß/ das wird eine &#x017F;cho&#x0364;ne her&#xA75B;liche<lb/>
Krone &#x017F;ein.</p><lb/>
            <p>Saget doch der gelehrte Heydni&#x017F;che Man <hi rendition="#aq">Ari&#x017F;toteles,</hi><lb/>
das die Gerechtigkeit Tugenthaffter Leute/ &#x017F;ey &#x017F;cho&#x0364;ner als<lb/>
der Abend vnd Morgen&#x017F;tern/ wie viel mehr wird noch viel<lb/>
&#x017F;cho&#x0364;ner &#x017F;ein die Gerechtigkeit GOttes/ mit welcher die<lb/>
Außerwehlten an jenem Tage werden gezieret werden?<lb/>
Den&#x0303; da wird die Kirche Gottes/ als die aller lieb&#x017F;te Braut<lb/>
des HERRN Ch&#xA75B;i&#x017F;ti/ angezogen werden mit der Sonnen/<lb/>
Nemlich/ mit der Sonnen der Gerechtigkeit/ welche i&#x017F;t<lb/>
vn&#x017F;er <hi rendition="#g">HERR</hi> JE&#x017F;us Chri&#x017F;tus. <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Apocal. 12. Malach.</hi> 4.</hi></p><lb/>
            <p><hi rendition="#fr">Es i&#x017F;t aber allhie zu mercken/ das dreyerley</hi><lb/>
Gerechtigkeit im Evangelio vns i&#x017F;t Offenbahret. Als 1.<lb/>
<fw type="catch" place="bottom">Er&#x017F;tlich</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0024] Chꝛiſtliche Leichpꝛedigt. III. WAs alle Trewe Prediger/ vnd alle frome Chriſten zu gewarten haben/ nach dem Seligen tode/ am Juͤngſten tage? Davon ſpricht S. Paulus alſo: Hinfort iſt mir beygelegt die Krone der Gerechtigkeit/ welche mir der HErꝛ an jenem Tage/ der gerechte Richter geben wird/ Nicht aber mir alleine/ ſondern auch allen die ſeine Erſcheinung lieben. Allhie hoͤret jhr/ Was alle Rechtglaͤubigen/ Nach jhꝛem ſeligen Abſchied zu gewarten haben? Nemlich eine ſchoͤne Krone/ Nicht eine Krone von Roſen oď andern Blumen/ Nicht von Gold vñ Perlen/ Sondern von Gerechtigkeit. Nicht aber von Gerechtigkeit fromer Menſchen/ oder der Heyligen Engel/ ſondern von der Gerechtigkeit des Aller- heyligſten Gottes. Daß/ das wird eine ſchoͤne herꝛliche Krone ſein. Saget doch der gelehrte Heydniſche Man Ariſtoteles, das die Gerechtigkeit Tugenthaffter Leute/ ſey ſchoͤner als der Abend vnd Morgenſtern/ wie viel mehr wird noch viel ſchoͤner ſein die Gerechtigkeit GOttes/ mit welcher die Außerwehlten an jenem Tage werden gezieret werden? Deñ da wird die Kirche Gottes/ als die aller liebſte Braut des HERRN Chꝛiſti/ angezogen werden mit der Sonnen/ Nemlich/ mit der Sonnen der Gerechtigkeit/ welche iſt vnſer HERR JEſus Chriſtus. Apocal. 12. Malach. 4. Es iſt aber allhie zu mercken/ das dreyerley Gerechtigkeit im Evangelio vns iſt Offenbahret. Als 1. Erſtlich

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/509199
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/509199/24
Zitationshilfe: Günther, Andreas: Christliche Leichpredigt. Oels, 1623, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/509199/24>, abgerufen am 08.04.2020.