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Günther, Andreas: Christliche Leichpredigt. Oels, 1623.

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Christliche LeichPredigt.
Proposi-
tio.
I. Von den zweyen Nahmen/ mit welchen allhier aller
Christen todt/ von S. Paulo genennet wird.
II. Wie sich ein jeder Christ vorhalten solle/ das jhm sein
Abscheidt von dieser Welt möge frölich vnd seelig sein.
III. Was alle Rechtgläubige Menschen nach deme tode/
am Jungsten tage zu gewarten haben. GOtt gebe darzu
seine Gnade/ das solches mit reichem nutz möge vorrichtet
werden/ Amen.
I.
1.

VOn zweyen Namen. Damit S. Paulus
der Christen todt nennet. Wenn er spricht: Jch
werde schon geopffert/ vnd die Zeit meines Abscheidens ist
vorhanden.

1. Erstlich nennet er seinen vnd aller Christen todt ein
Opffer/ vnd diß auß zwo Vrsachen. Einmal darumb/
Weil viel Prediger/ vnd viel andere Christen/ vmb des
Evangelij willen sind Märtyrer/ geschlachtet/ geopffert vnd
getödtet worden. Vnd ein solcher Todt ist gewesen/ fast
aller Propheten vnd Apostel/ vnd anderen vielen vnzälich
Psal. 44.
Rom.
8.
Menschen/ davon geschrieben stehet/ Psalm. 44. Rom. 8.
Vmb deinet willen/ werden wir Täglich erwürget/ vnd sein
geachtet wie die Schlachtschaffe. Wenn nun die Christen
vmb des Evangelij willen getödtet werden. So werden sie
Gott ein angenehmes Opffer/ dardurch Gott geehret wird.
Wie davon redet S. Johannes in seinem Evangelio am
21. Capitel. Jn dem er vom tode Petri redet/ zu welchem
Christus gesaget hatte: Es wird dich ein ander Gürtten/
vnd führen/ wo du nicht hin wilt/ da setzt S. Johannes diese
Wort darzu: Solchs sagt er aber zu deuten/ mit welchem
Tode er Gott preisen würde. Vnd von solchem tode stehet
Psal. 116.auch geschrieben/ Psalm: 116. Der Todt seiner Heyligen ist
werd gehalten für dem HErrn.

Dar-
Chꝛiſtliche LeichPꝛedigt.
Propoſi-
tio.
I. Von den zweyen Nahmen/ mit welchen allhier aller
Chriſten todt/ von S. Paulo genennet wird.
II. Wie ſich ein jeder Chꝛiſt vorhalten ſolle/ das jhm ſein
Abſcheidt von dieſer Welt moͤge froͤlich vnd ſeelig ſein.
III. Was alle Rechtglaͤubige Menſchen nach deme tode/
am Jungſten tage zu gewarten haben. GOtt gebe darzu
ſeine Gnade/ das ſolches mit reichem nutz moͤge vorꝛichtet
werden/ Amen.
I.
1.

VOn zweyen Namen. Damit S. Paulus
der Chriſten todt nennet. Wenn er ſpricht: Jch
werde ſchon geopffert/ vnd die Zeit meines Abſcheidens iſt
vorhanden.

1. Erſtlich nennet er ſeinen vnd aller Chriſten todt ein
Opffer/ vnd diß auß zwo Vrſachen. Einmal darumb/
Weil viel Prediger/ vnd viel andere Chriſten/ vmb des
Evangelij willen ſind Maͤrtyrer/ geſchlachtet/ geopffert vñ
getoͤdtet worden. Vnd ein ſolcher Todt iſt geweſen/ faſt
aller Propheten vnd Apoſtel/ vnd anderen vielen vnzaͤlich
Pſal. 44.
Rom.
8.
Menſchen/ davon geſchrieben ſtehet/ Pſalm. 44. Rom. 8.
Vmb deinet willen/ werden wir Taͤglich erwuͤrget/ vnd ſein
geachtet wie die Schlachtſchaffe. Wenn nun die Chriſten
vmb des Evangelij willen getoͤdtet werden. So werden ſie
Gott ein angenehmes Opffer/ dardurch Gott geehꝛet wird.
Wie davon redet S. Johannes in ſeinem Evangelio am
21. Capitel. Jn dem er vom tode Petri redet/ zu welchem
Chriſtus geſaget hatte: Es wird dich ein ander Guͤrtten/
vnd fuͤhꝛen/ wo du nicht hin wilt/ da ſetzt S. Johannes dieſe
Wort darzu: Solchs ſagt er aber zu deuten/ mit welchem
Tode er Gott preiſen wuͤrde. Vnd von ſolchem tode ſtehet
Pſal. 116.auch geſchrieben/ Pſalm: 116. Der Todt ſeiner Heyligen iſt
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[0008] Chꝛiſtliche LeichPꝛedigt. I. Von den zweyen Nahmen/ mit welchen allhier aller Chriſten todt/ von S. Paulo genennet wird. II. Wie ſich ein jeder Chꝛiſt vorhalten ſolle/ das jhm ſein Abſcheidt von dieſer Welt moͤge froͤlich vnd ſeelig ſein. III. Was alle Rechtglaͤubige Menſchen nach deme tode/ am Jungſten tage zu gewarten haben. GOtt gebe darzu ſeine Gnade/ das ſolches mit reichem nutz moͤge vorꝛichtet werden/ Amen. I. VOn zweyen Namen. Damit S. Paulus der Chriſten todt nennet. Wenn er ſpricht: Jch werde ſchon geopffert/ vnd die Zeit meines Abſcheidens iſt vorhanden. 1. Erſtlich nennet er ſeinen vnd aller Chriſten todt ein Opffer/ vnd diß auß zwo Vrſachen. Einmal darumb/ Weil viel Prediger/ vnd viel andere Chriſten/ vmb des Evangelij willen ſind Maͤrtyrer/ geſchlachtet/ geopffert vñ getoͤdtet worden. Vnd ein ſolcher Todt iſt geweſen/ faſt aller Propheten vnd Apoſtel/ vnd anderen vielen vnzaͤlich Menſchen/ davon geſchrieben ſtehet/ Pſalm. 44. Rom. 8. Vmb deinet willen/ werden wir Taͤglich erwuͤrget/ vnd ſein geachtet wie die Schlachtſchaffe. Wenn nun die Chriſten vmb des Evangelij willen getoͤdtet werden. So werden ſie Gott ein angenehmes Opffer/ dardurch Gott geehꝛet wird. Wie davon redet S. Johannes in ſeinem Evangelio am 21. Capitel. Jn dem er vom tode Petri redet/ zu welchem Chriſtus geſaget hatte: Es wird dich ein ander Guͤrtten/ vnd fuͤhꝛen/ wo du nicht hin wilt/ da ſetzt S. Johannes dieſe Wort darzu: Solchs ſagt er aber zu deuten/ mit welchem Tode er Gott preiſen wuͤrde. Vnd von ſolchem tode ſtehet auch geſchrieben/ Pſalm: 116. Der Todt ſeiner Heyligen iſt werd gehalten fuͤr dem HErꝛn. Pſal. 44. Rom. 8. Pſal. 116. Dar-

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Zitationshilfe: Günther, Andreas: Christliche Leichpredigt. Oels, 1623, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/509199/8>, abgerufen am 31.10.2020.