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Hoepner, Johann: Christliche Leichpredigt Vber das Trostsprüchlein des 42. Psalms. Leipzig, 1632.

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vber das Trosisprüchlein des 42. Psalms.
Hitze der Anfechtung fühlen/ vnnd der Satanas seine
vergifftete fewrige Pfeile in vnsere betrübte Hertzen
scheust/ so thut der heilige Geist das beste bey vns/ Er le-
schet den geistlichen Durst/ mit dem Trost des heiligen
Evangelii/ vnd hilfft vns ritterlich kämpffen/ daß wir al-
les wol außrichten/ vnd das Feld behalten/ Er bereitet
vns durch seine Krafft/ vnnd stärcket des fleisches Blö-
digkeit.

Das 3. Remedium, vnd Labetrüncklein gibt vns3. Reme-
dium.

das liebe Gebet an die Hand/ welches David allhier mit
dem geschrey der Hirschen vergleichet/ vnd spricht: Wie
der Hirsch schreyet nach frischem Wasser/
so schreyet meine Seele Gott zu dir/ mei-
ne Seele dürstet nach Gott/ nach dem le-
bendigen Gott: wenn werde ich dahin
kommen/ daß ich Gottes Angesicht schaue.
Meine Thränen sind meine speise Tag
vnd Nacht/ weil man täglich zu mir sa-
get/ wo ist nun dein Gott?
Denn gleich wie
Simson bey dem Brunn des Anruffers/ hülffe von
Gott erlanget/ daß ein Brunnquel aus des Esels Kinn-
backen/ quall/ damit er seinen Durst leschete/ vnd nicht
sterben dörffte: Judic. am 15. Cap. Also erlanget auchIudic. 15.
eine Gnadendurstige Seele/ durch ein vnablessiges ge-
bet/ hülffe bey Gott/ daß er einen Geist lesset wehen/
von seinem Angesichte/ vnd Odem machet/ wie Er ver-
heisset Esai. am 57. Cap. Ich erquicke den GeistEsa. 57.

der
B iij

vber das Troſiſpruͤchlein des 42. Pſalms.
Hitze der Anfechtung fuͤhlen/ vnnd der Satanas ſeine
vergifftete fewrige Pfeile in vnſere betruͤbte Hertzen
ſcheuſt/ ſo thut der heilige Geiſt das beſte bey vns/ Er le-
ſchet den geiſtlichen Durſt/ mit dem Troſt des heiligen
Evangelii/ vnd hilfft vns ritterlich kaͤmpffen/ daß wir al-
les wol außrichten/ vnd das Feld behalten/ Er bereitet
vns durch ſeine Krafft/ vnnd ſtaͤrcket des fleiſches Bloͤ-
digkeit.

Das 3. Remedium, vnd Labetruͤncklein gibt vns3. Reme-
dium.

das liebe Gebet an die Hand/ welches David allhier mit
dem geſchrey der Hirſchen vergleichet/ vnd ſpricht: Wie
der Hirſch ſchreyet nach friſchem Waſſer/
ſo ſchreyet meine Seele Gott zu dir/ mei-
ne Seele duͤrſtet nach Gott/ nach dem le-
bendigen Gott: wenn werde ich dahin
kommen/ daß ich Gottes Angeſicht ſchaue.
Meine Thraͤnen ſind meine ſpeiſe Tag
vnd Nacht/ weil man taͤglich zu mir ſa-
get/ wo iſt nun dein Gott?
Denn gleich wie
Simſon bey dem Brunn des Anruffers/ huͤlffe von
Gott erlanget/ daß ein Brunnquel aus des Eſels Kinn-
backen/ quall/ damit er ſeinen Durſt leſchete/ vnd nicht
ſterben doͤrffte: Judic. am 15. Cap. Alſo erlanget auchIudic. 15.
eine Gnadendurſtige Seele/ durch ein vnableſſiges ge-
bet/ huͤlffe bey Gott/ daß er einen Geiſt leſſet wehen/
von ſeinem Angeſichte/ vnd Odem machet/ wie Er ver-
heiſſet Eſai. am 57. Cap. Ich erquicke den GeiſtEſa. 57.

der
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Zitationshilfe: Hoepner, Johann: Christliche Leichpredigt Vber das Trostsprüchlein des 42. Psalms. Leipzig, 1632, S. [13]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/510784/13>, abgerufen am 09.07.2020.