Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Zimmermann, Matthias: Calix salutaris. Leipzig, 1624.

Bild:
<< vorherige Seite

Christliche Leichpredigt.
dar wechst einen solchen vberauß lieblichen vnd süssen
Schmack bekommen haben; nicht sind es etwa andere
Vina Exotica, so im Teutschland nicht bekand sind:
zwar Gott der HErr muß vns wol diese jrrdische Weine
schencken/ sonsten würden wir sie nit zu trincken haben:
Aber nein von solchem jrrdischen Wein reden wir hie
nicht/ sondern der HErr schencket vns voll ein geistli-
chen himlischen Lebens-Gnaden-Ehren vnd Frewden-
Wein/ ja hie elends- Trost- Todes- vnd Lebens Wein/
vnd den müssen wir aus vnterschiedenen Bechern
trincken.

O fromme Hertzen wollet jhr ewrem trewen
vnd frommen Gott trewlich vnd redlich
bescheid thun/ daß er euch dorte mit dem
himlischen Frewdenwein im ewigen Leben
setige labe vnd erquicke ewiglich.

I. Accipite Calicem salutaris benedictio-
nis,
nemet von lieber Hand an/ den Geistlichen euch zu-
getheilten/ vnd eingeschenckten Segensbecher. Denn
nicht vergebens gedenckt die H. Schrifft der materia-
lischen Becher/ die (wie Job. 28. redet) der Goldschmid
aus Silber vnd Gold machet. Genes. 40. wird ge-
dacht des Bechers daraus Pharao getruncken hat.
Gen. 44. wird gedacht des silbernen Bechers daraus
Joseph getruncken/ 1. Sam. 26. wird gedacht des
Wasserbechers des Königs Saulis. Gleich wie nun sil-
ber vnd Gold daraus die Becher zubereitet werden/
mit grosser Mühe vnd Arbeit aus der Erden gesucht/

auch

Chriſtliche Leichpredigt.
dar wechſt einen ſolchen vberauß lieblichen vnd ſuͤſſen
Schmack bekommen haben; nicht ſind es etwa andere
Vina Exotica, ſo im Teutſchland nicht bekand ſind:
zwar Gott der HErr muß vns wol dieſe jrrdiſche Weine
ſchencken/ ſonſten wuͤrden wir ſie nit zu trincken haben:
Aber nein von ſolchem jrrdiſchen Wein reden wir hie
nicht/ ſondern der HErr ſchencket vns voll ein geiſtli-
chen himliſchen Lebens-Gnaden-Ehren vnd Frewden-
Wein/ ja hie elends- Troſt- Todes- vnd Lebens Wein/
vnd den muͤſſen wir aus vnterſchiedenen Bechern
trincken.

O fromme Hertzen wollet jhr ewrem trewen
vnd frommen Gott trewlich vnd redlich
beſcheid thun/ daß er euch dorte mit dem
himliſchen Frewdenwein im ewigen Leben
ſetige labe vnd erquicke ewiglich.

I. Accipite Calicem ſalutaris benedictio-
nis,
nemet von lieber Hand an/ den Geiſtlichen euch zu-
getheilten/ vnd eingeſchenckten Segensbecher. Denn
nicht vergebens gedenckt die H. Schrifft der materia-
liſchen Becher/ die (wie Job. 28. redet) der Goldſchmid
aus Silber vnd Gold machet. Geneſ. 40. wird ge-
dacht des Bechers daraus Pharao getruncken hat.
Gen. 44. wird gedacht des ſilbernen Bechers daraus
Joſeph getruncken/ 1. Sam. 26. wird gedacht des
Waſſerbechers des Koͤnigs Saulis. Gleich wie nun ſil-
ber vnd Gold daraus die Becher zubereitet werden/
mit groſſer Muͤhe vnd Arbeit aus der Erden geſucht/

auch
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsThanks" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <p><pb facs="#f0014" n="[14]"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Chri&#x017F;tliche Leichpredigt.</hi></fw><lb/>
dar wech&#x017F;t einen &#x017F;olchen vberauß lieblichen vnd &#x017F;u&#x0364;&#x017F;&#x017F;en<lb/>
Schmack bekommen haben; nicht &#x017F;ind es etwa andere<lb/><hi rendition="#aq">Vina Exotica,</hi> &#x017F;o im Teut&#x017F;chland nicht bekand &#x017F;ind:<lb/>
zwar Gott der HErr muß vns wol die&#x017F;e jrrdi&#x017F;che Weine<lb/>
&#x017F;chencken/ &#x017F;on&#x017F;ten wu&#x0364;rden wir &#x017F;ie nit zu trincken haben:<lb/>
Aber nein von &#x017F;olchem jrrdi&#x017F;chen Wein reden wir hie<lb/>
nicht/ &#x017F;ondern der HErr &#x017F;chencket vns voll ein gei&#x017F;tli-<lb/>
chen himli&#x017F;chen Lebens-Gnaden-Ehren vnd Frewden-<lb/>
Wein/ ja hie elends- Tro&#x017F;t- Todes- vnd Lebens Wein/<lb/>
vnd den mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en wir aus vnter&#x017F;chiedenen Bechern<lb/>
trincken.</p><lb/>
          <p> <hi rendition="#fr"><hi rendition="#b">O fromme Hertzen wollet jhr ewrem trewen</hi><lb/>
vnd frommen Gott trewlich vnd redlich<lb/>
be&#x017F;cheid thun/ daß er euch dorte mit dem<lb/>
himli&#x017F;chen Frewdenwein im ewigen Leben<lb/>
&#x017F;etige labe vnd erquicke ewiglich.</hi> </p><lb/>
          <div n="3">
            <head/>
            <p><hi rendition="#aq">I. Accipite Calicem &#x017F;alutaris benedictio-<lb/>
nis,</hi> nemet von lieber Hand an/ den Gei&#x017F;tlichen euch zu-<lb/>
getheilten/ vnd einge&#x017F;chenckten Segensbecher. Denn<lb/>
nicht vergebens gedenckt die H. Schrifft der materia-<lb/>
li&#x017F;chen Becher/ die (wie <hi rendition="#aq">Job.</hi> 28. redet) der Gold&#x017F;chmid<lb/>
aus Silber vnd Gold machet. <hi rendition="#aq">Gene&#x017F;.</hi> 40. wird ge-<lb/>
dacht des Bechers daraus Pharao getruncken hat.<lb/><hi rendition="#aq">Gen.</hi> 44. wird gedacht des &#x017F;ilbernen Bechers daraus<lb/>
Jo&#x017F;eph getruncken/ 1. <hi rendition="#aq">Sam.</hi> 26. wird gedacht des<lb/>
Wa&#x017F;&#x017F;erbechers des Ko&#x0364;nigs <hi rendition="#aq">Saulis.</hi> Gleich wie nun &#x017F;il-<lb/>
ber vnd Gold daraus die Becher zubereitet werden/<lb/>
mit gro&#x017F;&#x017F;er Mu&#x0364;he vnd Arbeit aus der Erden ge&#x017F;ucht/<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">auch</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[14]/0014] Chriſtliche Leichpredigt. dar wechſt einen ſolchen vberauß lieblichen vnd ſuͤſſen Schmack bekommen haben; nicht ſind es etwa andere Vina Exotica, ſo im Teutſchland nicht bekand ſind: zwar Gott der HErr muß vns wol dieſe jrrdiſche Weine ſchencken/ ſonſten wuͤrden wir ſie nit zu trincken haben: Aber nein von ſolchem jrrdiſchen Wein reden wir hie nicht/ ſondern der HErr ſchencket vns voll ein geiſtli- chen himliſchen Lebens-Gnaden-Ehren vnd Frewden- Wein/ ja hie elends- Troſt- Todes- vnd Lebens Wein/ vnd den muͤſſen wir aus vnterſchiedenen Bechern trincken. O fromme Hertzen wollet jhr ewrem trewen vnd frommen Gott trewlich vnd redlich beſcheid thun/ daß er euch dorte mit dem himliſchen Frewdenwein im ewigen Leben ſetige labe vnd erquicke ewiglich. I. Accipite Calicem ſalutaris benedictio- nis, nemet von lieber Hand an/ den Geiſtlichen euch zu- getheilten/ vnd eingeſchenckten Segensbecher. Denn nicht vergebens gedenckt die H. Schrifft der materia- liſchen Becher/ die (wie Job. 28. redet) der Goldſchmid aus Silber vnd Gold machet. Geneſ. 40. wird ge- dacht des Bechers daraus Pharao getruncken hat. Gen. 44. wird gedacht des ſilbernen Bechers daraus Joſeph getruncken/ 1. Sam. 26. wird gedacht des Waſſerbechers des Koͤnigs Saulis. Gleich wie nun ſil- ber vnd Gold daraus die Becher zubereitet werden/ mit groſſer Muͤhe vnd Arbeit aus der Erden geſucht/ auch

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/522379
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/522379/14
Zitationshilfe: Zimmermann, Matthias: Calix salutaris. Leipzig, 1624, S. [14]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/522379/14>, abgerufen am 05.04.2020.