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Reichard, Andreas: Parentalia Tettoviana Augusti Reichardi. Wittenberg, 1624.

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Christliche Leichpredigt.
im Rein/ da es sehr Warm vnd Heiß war/ vnd ertrinckt darin-
nen jämmerlich/ wie daß Epitaphium so jhm zu Basel gesetz/ be-
zeuget.

Wer wil denn nu aufftreten vnd sagen/ das solches nicht ge-
schehe ohne des HErrn befehl? Vnd das weder böses noch gutes
komme aus dem Munde das aller Höhesten k. Weil dem also/k, Lament.
Ierem.
3. 37.

so wissen wir/ daß denen die GOtt lieben/ alle dinge/ auch jhr letz-
tes Stündlein/ es komme gleich morte lenta oder violenta mitl. Rom. 8. 28
einem langsamen oder Plötzlichem Tode/ zum besten dienen
müsse.

2. Christi sententiam Nim an das wordt Christi/ da er
selber spricht: Jch bin das leben m. Vnd wie der Vater das le-2. Christi
Sententia.

ben hat in jhm selber/ also hat er dem Sohn gegeben das Leben
zuhaben in jhm selber n. So ist er auch der weg/ die warheitm. Ioh. 11. 25
vnd das leben o. Weil es denn an dem/ so müssen wir auch be-n. Ioh. 5. 26.
kennen/ das er vnser leben abzufodern gute macht habe/ wenno. Ioh. 14. 5.
vnd wie es jhm gefelt/ denn er kan es vns/ als der Fürst des le-
bens/ p/ der das leben vnd Odem Allenthalben gibt q. Auchp. Act. 3. 15.
wider geben. Wer an jhn gleubt/ der wird leben/ ob er gleichq. Act. 17. 25.
stirbt r. Was wollen wir vns den nu vmb den Trawrigenr. Ioh. 11. 25.
Todesfall der vnsern viel bekümmern? Saget doch das der
HErr Christus: Käuffet man nicht zwene Sperling vmb einen
Pfennig? noch felt derselbigen keiner auff die Erden/ ohne
eurem Vater. So sind auch ewer Haare auff dem Heubt al-
le gezelet s. Sihet der Sohn Gottes so genaw auff die Sper-s. Matt. 10.
ling vnnd vnser Hare/ wie solte denn ohne GOttes willen vnd
auffsicht ein junger Mensch so dahin fallen? Welcher nicht
mit vergenglichen Silber oder Gold erlöset/ sondern mit dem
tewren Blut Christi t. Darumb sollen wir mit dem liebent. i. Pet. 1. 19.
Job gedult haben vnnd mit jhm fein einftimmen Dominus
dedit, Dominus abstulit
der HErr hats gegeben/ der HErr
hats genommen u.u. Iob. 1. 21.

3. Spiritus

Chriſtliche Leichpredigt.
im Rein/ da es ſehr Warm vnd Heiß war/ vnd ertrinckt darin-
nen jaͤmmerlich/ wie daß Epitaphium ſo jhm zu Baſel geſetz/ be-
zeuget.

Wer wil denn nu aufftreten vnd ſagen/ das ſolches nicht ge-
ſchehe ohne des HErrn befehl? Vnd das weder boͤſes noch gutes
komme aus dem Munde das aller Hoͤheſten k. Weil dem alſo/k, Lament.
Ierem.
3. 37.

ſo wiſſen wir/ daß denen die GOtt lieben/ alle dinge/ auch jhr letz-
tes Stuͤndlein/ es komme gleich morte lentâ oder violentâ mitl. Rom. 8. 28
einem langſamen oder Ploͤtzlichem Tode/ zum beſten dienen
muͤſſe.

2. Chriſti ſententiam Nim an das wordt Chriſti/ da er
ſelber ſpricht: Jch bin das leben m. Vnd wie der Vater das le-2. Chriſti
Sententia.

ben hat in jhm ſelber/ alſo hat er dem Sohn gegeben das Leben
zuhaben in jhm ſelber n. So iſt er auch der weg/ die warheitm. Ioh. 11. 25
vnd das leben o. Weil es denn an dem/ ſo muͤſſen wir auch be-n. Ioh. 5. 26.
kennen/ das er vnſer leben abzufodern gute macht habe/ wenno. Ioh. 14. 5.
vnd wie es jhm gefelt/ denn er kan es vns/ als der Fuͤrſt des le-
bens/ p/ der das leben vnd Odem Allenthalben gibt q. Auchp. Act. 3. 15.
wider geben. Wer an jhn gleubt/ der wird leben/ ob er gleichq. Act. 17. 25.
ſtirbt r. Was wollen wir vns den nu vmb den Trawrigenr. Ioh. 11. 25.
Todesfall der vnſern viel bekuͤmmern? Saget doch das der
HErr Chriſtus: Kaͤuffet man nicht zwene Sperling vmb einen
Pfennig? noch felt derſelbigen keiner auff die Erden/ ohne
eurem Vater. So ſind auch ewer Haare auff dem Heubt al-
le gezelet s. Sihet der Sohn Gottes ſo genaw auff die Sper-s. Matt. 10.
ling vnnd vnſer Hare/ wie ſolte denn ohne GOttes willen vnd
auffſicht ein junger Menſch ſo dahin fallen? Welcher nicht
mit vergenglichen Silber oder Gold erloͤſet/ ſondern mit dem
tewren Blut Chriſti t. Darumb ſollen wir mit dem liebent. i. Pet. 1. 19.
Job gedult haben vnnd mit jhm fein einftimmen Dominus
dedit, Dominus abſtulit
der HErr hats gegeben/ der HErr
hats genommen u.u. Iob. 1. 21.

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Zitationshilfe: Reichard, Andreas: Parentalia Tettoviana Augusti Reichardi. Wittenberg, 1624, S. [23]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/522392/23>, abgerufen am 27.05.2020.