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Stephanus, Vincentius: Jucundissimum justorum diversorium. Brieg, 1628.

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genblick in Himmel reisen/ vnd auff die ewigwerende Herber-
ge vnd jmmerbleibende stadt deß Himlischen Frewdenlebens
gedencken; Da wir nicht mehr Frembdlinge sondern
Bürger mit den heyligen vnd Gottes Haußgenos-
sen sein vnd bleiben werden/
Ephes. 2. Denn wie wir die-
se Herberge schon hier in diesem leben besitzen in der hoffnung:
also sol dort erfolgen die empfindliche genissung vnd würckliche
besitzunge.

Gleich wie aber ein mühsamer Wandersman fleissig nach
forschet was vor einen Nahmen vnd zeichen die jhme recom-
men
dirte gutte herberge habe: Also forschen wir Christen alß
Geistliche Pilgrams Leute billich mit grossem fleiß/ wo die im
Himmel vns bereitete herberge anzutreffen/ vnnd wie dieselbe
tituliret werde?

Hiervon thut vns vnser vorhabendes Trostsprüchlein ge-
nüglichen bericht/ alß bey welchem in acht zu nehmen:

I.

Zum Ersten: Hospitii praecelsitas, dieser Her-
berge hoheit vnd wichtigkeit.

Mit einem gar schönen vnd anmuttigen Nahmen wird sie
tituliret vnd genennet Manus DEI die Hand GOttes.
Diese Hand ist nicht etwa ein glied am Leibe Gottes wie vnsere
hände an vnsern Leibern. Denn Gott ist nicht wie ein Mensch
gestalt der augen vnd ohren/ armen vnd hende/ fleisch/ beine
vnd dergleichen was leibliches habe: darumb sol jhme niemand
so vngeheure gedancken einkommen lassen/ wie vor zeiten die
Antropomorphitae; Sondern er ist ein Geist Joh. 4.

Ein

genblick in Himmel reiſen/ vnd auff die ewigwerende Herber-
ge vnd jmmerbleibende ſtadt deß Himliſchen Frewdenlebens
gedencken; Da wir nicht mehr Frembdlinge ſondern
Buͤrger mit den heyligen vnd Gottes Haußgenoſ-
ſen ſein vnd bleiben werden/
Epheſ. 2. Denn wie wir die-
ſe Herberge ſchon hier in dieſem leben beſitzen in der hoffnung:
alſo ſol dort erfolgen die empfindliche geniſſung vnd wuͤrckliche
beſitzunge.

Gleich wie aber ein muͤhſamer Wandersman fleiſſig nach
forſchet was vor einen Nahmen vnd zeichen die jhme recom-
men
dirte gutte herberge habe: Alſo forſchen wir Chriſten alß
Geiſtliche Pilgrams Leute billich mit groſſem fleiß/ wo die im
Himmel vns bereitete herberge anzutreffen/ vnnd wie dieſelbe
tituliret werde?

Hiervon thut vns vnſer vorhabendes Troſtſpruͤchlein ge-
nuͤglichen bericht/ alß bey welchem in acht zu nehmen:

I.

Zum Erſten: Hoſpitii præcelſitas, dieſer Her-
berge hoheit vnd wichtigkeit.

Mit einem gar ſchoͤnen vnd anmuttigen Nahmen wird ſie
tituliret vnd genennet Manus DEI die Hand GOttes.
Dieſe Hand iſt nicht etwa ein glied am Leibe Gottes wie vnſere
haͤnde an vnſern Leibern. Denn Gott iſt nicht wie ein Menſch
geſtalt der augen vnd ohren/ armen vnd hende/ fleiſch/ beine
vnd dergleichen was leibliches habe: darumb ſol jhme niemand
ſo vngeheure gedancken einkommen laſſen/ wie vor zeiten die
Antropomorphitæ; Sondern er iſt ein Geiſt Joh. 4.

Ein
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Zitationshilfe: Stephanus, Vincentius: Jucundissimum justorum diversorium. Brieg, 1628, S. [8]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/522423/8>, abgerufen am 08.04.2020.