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Lehen, Melchior: Optimus mulierum ornatus. Jena, 1617.

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Bester Weiberschmuck.
1. Quid, Welches der Christlichen Weiber be-
ster Schmuck sey?
2. Quotuplex, Wie mancherley solcher Weiber-
schmuck sey?
Vom Ersten.

DJeses ist eine sehr begueme/ vnd für allePrima pars
Concionis
De Ornatu
mulierum.

Christliche Weibes Personen anmuhtige Frage/
weil sonsten die Weiber von Natur geneigt vnd be-
gierig sind zu allerley schönen Leibesschmuck vnd hübschen1. nomizo-
meno, pu-
tativo, sive
extrinse-
cus appa-
rente.

Kleydern/ darinnen sie sich offt gerne sehen lassen/ vnnd
herrlich damit prangen.

Vnd hierzu ist nicht allein bey jhnen grosse Begierde/
sondern sie sind auch/ wie der Poet saget: en aglaian zele-
mones, Ob pulcritudinem aemulatrices, eifferig vnnd nei-Musaeus de
Ero & Le-
andro.

disch wegen Schönheit jhres Leibes/ vnnd jhrer Kleider/
weil es jmmer eine der andern mit allerley newen Trachten
vnd schönen Mustern wil zuvor thun.

Denn gleich wie das Weib am ersten vorzeiten im Pa-Gen. 3.
radeiß gesündiget/ vnnd durch die Sünde jhres besten
Schmuckes vom Teuffel ist beraubet worden: Also haben
die Weiber noch heutiges Tages fast alle diese Art/ daß wo
Sie nicht den jnnerlichen vnd Geistlichen Schmuck jhrer
Seelen haben/ sie dennoch sich bemühen/ daß sie den eus-
serlichen Kleider Schmuck vnd köstliche Trachten haben
mögen.

Deßwegen wir von der Edlen Römerin Lollia Pau-Apud Ro-
manos.
Plinius l.
9. c.
3.

lina lesen/ daß sie gehabt hat einen sehr schönen Ornat vnd

Schmuck
B iij
Beſter Weiberſchmuck.
1. Quid, Welches der Chriſtlichen Weiber be-
ſter Schmuck ſey?
2. Quotuplex, Wie mancherley ſolcher Weiber-
ſchmuck ſey?
Vom Erſten.

DJeſes iſt eine ſehr begueme/ vnd fuͤr allePrima pars
Concionis
De Ornatu
mulierum.

Chriſtliche Weibes Perſonen anmuhtige Frage/
weil ſonſten die Weiber von Natur geneigt vnd be-
gierig ſind zu allerley ſchoͤnen Leibesſchmuck vnd huͤbſchen1. νομιζο-
μένῳ, pu-
tativo, ſivè
extrinſe-
cus appa-
rente.

Kleydern/ darinnen ſie ſich offt gerne ſehen laſſen/ vnnd
herꝛlich damit prangen.

Vnd hierzu iſt nicht allein bey jhnen groſſe Begierde/
ſondern ſie ſind auch/ wie der Poet ſaget: ἐν ἀγλάϊαν ζηλή-
μονες, Ob pulcritudinem æmulatrices, eifferig vnnd nei-Muſæus de
Ero & Le-
andro.

diſch wegen Schoͤnheit jhres Leibes/ vnnd jhrer Kleider/
weil es jmmer eine der andern mit allerley newen Trachten
vnd ſchoͤnen Muſtern wil zuvor thun.

Denn gleich wie das Weib am erſten vorzeiten im Pa-Gen. 3.
radeiß geſuͤndiget/ vnnd durch die Suͤnde jhres beſten
Schmuckes vom Teuffel iſt beraubet worden: Alſo haben
die Weiber noch heutiges Tages faſt alle dieſe Art/ daß wo
Sie nicht den jnnerlichen vnd Geiſtlichen Schmuck jhrer
Seelen haben/ ſie dennoch ſich bemuͤhen/ daß ſie den euſ-
ſerlichen Kleider Schmuck vnd koͤſtliche Trachten haben
moͤgen.

Deßwegen wir von der Edlen Roͤmerin Lollia Pau-Apud Ro-
manos.
Plinius l.
9. c.
3.

lina leſen/ daß ſie gehabt hat einen ſehr ſchoͤnen Ornat vnd

Schmuck
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[11/0013] Beſter Weiberſchmuck. 1. Quid, Welches der Chriſtlichen Weiber be- ſter Schmuck ſey? 2. Quotuplex, Wie mancherley ſolcher Weiber- ſchmuck ſey? Vom Erſten. DJeſes iſt eine ſehr begueme/ vnd fuͤr alle Chriſtliche Weibes Perſonen anmuhtige Frage/ weil ſonſten die Weiber von Natur geneigt vnd be- gierig ſind zu allerley ſchoͤnen Leibesſchmuck vnd huͤbſchen Kleydern/ darinnen ſie ſich offt gerne ſehen laſſen/ vnnd herꝛlich damit prangen. Prima pars Concionis De Ornatu mulierum. 1. νομιζο- μένῳ, pu- tativo, ſivè extrinſe- cus appa- rente. Vnd hierzu iſt nicht allein bey jhnen groſſe Begierde/ ſondern ſie ſind auch/ wie der Poet ſaget: ἐν ἀγλάϊαν ζηλή- μονες, Ob pulcritudinem æmulatrices, eifferig vnnd nei- diſch wegen Schoͤnheit jhres Leibes/ vnnd jhrer Kleider/ weil es jmmer eine der andern mit allerley newen Trachten vnd ſchoͤnen Muſtern wil zuvor thun. Muſæus de Ero & Le- andro. Denn gleich wie das Weib am erſten vorzeiten im Pa- radeiß geſuͤndiget/ vnnd durch die Suͤnde jhres beſten Schmuckes vom Teuffel iſt beraubet worden: Alſo haben die Weiber noch heutiges Tages faſt alle dieſe Art/ daß wo Sie nicht den jnnerlichen vnd Geiſtlichen Schmuck jhrer Seelen haben/ ſie dennoch ſich bemuͤhen/ daß ſie den euſ- ſerlichen Kleider Schmuck vnd koͤſtliche Trachten haben moͤgen. Gen. 3. Deßwegen wir von der Edlen Roͤmerin Lollia Pau- lina leſen/ daß ſie gehabt hat einen ſehr ſchoͤnen Ornat vnd Schmuck Apud Ro- manos. Plinius l. 9. c. 3. B iij

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Zitationshilfe: Lehen, Melchior: Optimus mulierum ornatus. Jena, 1617, S. 11. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/523541/13>, abgerufen am 23.02.2019.