Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Münch, Johann: Christliche Leichpredigt. Straßburg, 1619.

Bild:
<< vorherige Seite

Christliche
vnd gerad zielet/ sonder das er wol abtrucket: Also wird auch das
Himlische Kleinot nicht darumb erlanget/ das ein Christ einen
guten anfang macht recht zuglauben vnd zuleben/ sonder er muß
auch bestendig darinn verharren. Dann ist das ende gut/ so ists alles
Math. 10.gut. Vnd Christus sagt Math. 10. Wer verharret biß an das ende
der soll selig werden. Thut schon bißweillen ein frommer Christ/
auß Menschlicher schwachheit auch einen mißtritt/ wirdt vom
Sathan/ der argen Welt/ vnd seinem alten Adam vbereylet/ das
er in Jrrthumb/ oder in eine Sünde fallet/ so soll er doch bald wi-
derumb durch wahre Buß auff stehen/ Gott den Herren vmb ver-
zeihung bitten/ vnd forthien desto fürsichtiglicher wandlen. Dann
2. Timot. 2.Paulus sagt 2. Timoth. 2. Glauben wir im/ so wirdt Er vns auch
Glauben halten.

PARS. II.

Das ander stuck/ ist was Paulus für einen Lohn habe zu em-
pfangen im ewigen Leben/ vnd deßen wir vns auch zugetrösten ha-
ben wann wir seinem Exempel werden nachvolgen? Das bezeugt
Paulus ferner mit diesen worten/ da er spricht: Hienfort ist mir bey-
gelegt die Kron der Gerechtigkeit/ die mir geben wirdt an jehnem
tag der gerechte Richer. Was ist das für eine Krone? Es ist liebe
Freund vnd Christen nicht eine Krone von Silber oder Goldt/
von Berlen vnnd Edelengesteinen/ welche ding alle vergenglich
sind: sonder durch diese Kron verstehet er anders nichts/ dann die
Daniel. 12.ewige vnd vnaußsprechliche Herrlichkeit/ in welcher er im ewigen
Leben wird leuchten. Von welcher Kron auch Daniel im 12. cap.
1.
Corona Iu-
stitiae.
redet/ die Lehrer werden leuchten wie des Himmels glantz/ vnd die
viel zur Gerechtigkeit gewisen/ wie die Sternen am Firmament
jmmer vnd ewiglich. Vnd nennet es eine Kron der Gerechtig-

keit/

Chriſtliche
vnd gerad zielet/ ſonder das er wol abtrucket: Alſo wird auch das
Himliſche Kleinot nicht darumb erlanget/ das ein Chriſt einen
guten anfang macht recht zuglauben vnd zuleben/ ſonder er muß
auch beſtendig dariñ verharꝛen. Dann iſt das ende gut/ ſo iſts alles
Math. 10.gut. Vnd Chriſtus ſagt Math. 10. Wer verharꝛet biß an das ende
der ſoll ſelig werden. Thut ſchon bißweillen ein frommer Chriſt/
auß Menſchlicher ſchwachheit auch einen mißtritt/ wirdt vom
Sathan/ der argen Welt/ vnd ſeinem alten Adam vbereylet/ das
er in Jrꝛthumb/ oder in eine Suͤnde fallet/ ſo ſoll er doch bald wi-
derumb durch wahre Buß auff ſtehen/ Gott den Herꝛen vmb ver-
zeihung bitten/ vnd forthien deſto fuͤrſichtiglicher wandlen. Dann
2. Timot. 2.Paulus ſagt 2. Timoth. 2. Glauben wir im/ ſo wirdt Er vns auch
Glauben halten.

PARS. II.

Das ander ſtuck/ iſt was Paulus fuͤr einen Lohn habe zu em-
pfangen im ewigen Leben/ vnd deßen wir vns auch zugetroͤſten ha-
ben wann wir ſeinem Exempel werden nachvolgen? Das bezeugt
Paulus ferner mit dieſen wortẽ/ da er ſpricht: Hienfort iſt mir bey-
gelegt die Kron der Gerechtigkeit/ die mir geben wirdt an jehnem
tag der gerechte Richer. Was iſt das fuͤr eine Krone? Es iſt liebe
Freund vnd Chriſten nicht eine Krone von Silber oder Goldt/
von Berlen vnnd Edelengeſteinen/ welche ding alle vergenglich
ſind: ſonder durch dieſe Kron verſtehet er anders nichts/ dann die
Daniel. 12.ewige vnd vnaußſprechliche Herꝛlichkeit/ in welcher er im ewigen
Leben wird leuchten. Von welcher Kron auch Daniel im 12. cap.
1.
Corona Iu-
ſtitiæ.
redet/ die Lehrer werden leuchten wie des Himmels glantz/ vnd die
viel zur Gerechtigkeit gewiſen/ wie die Sternen am Firmament
jmmer vnd ewiglich. Vnd nennet es eine Kron der Gerechtig-

keit/
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0016" n="14"/><fw type="header" place="top"><hi rendition="#b">Chri&#x017F;tliche</hi></fw><lb/>
vnd gerad zielet/ &#x017F;onder das er wol abtrucket: Al&#x017F;o wird auch das<lb/>
Himli&#x017F;che Kleinot nicht darumb erlanget/ das ein Chri&#x017F;t einen<lb/>
guten anfang macht recht zuglauben vnd zuleben/ &#x017F;onder er muß<lb/>
auch be&#x017F;tendig darin&#x0303; verhar&#xA75B;en. Dann i&#x017F;t das ende gut/ &#x017F;o i&#x017F;ts alles<lb/><note place="left"><hi rendition="#aq">Math.</hi> 10.</note>gut. Vnd Chri&#x017F;tus &#x017F;agt Math. 10. Wer verhar&#xA75B;et biß an das ende<lb/>
der &#x017F;oll &#x017F;elig werden. Thut &#x017F;chon bißweillen ein frommer Chri&#x017F;t/<lb/>
auß Men&#x017F;chlicher &#x017F;chwachheit auch einen mißtritt/ wirdt vom<lb/>
Sathan/ der argen Welt/ vnd &#x017F;einem alten Adam vbereylet/ das<lb/>
er in Jr&#xA75B;thumb/ oder in eine Su&#x0364;nde fallet/ &#x017F;o &#x017F;oll er doch bald wi-<lb/>
derumb durch wahre Buß auff &#x017F;tehen/ Gott den Her&#xA75B;en vmb ver-<lb/>
zeihung bitten/ vnd forthien de&#x017F;to fu&#x0364;r&#x017F;ichtiglicher wandlen. Dann<lb/><note place="left">2. <hi rendition="#aq">Timot.</hi> 2.</note>Paulus &#x017F;agt 2. Timoth. 2. Glauben wir im/ &#x017F;o wirdt Er vns auch<lb/>
Glauben halten.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#g">PARS. II.</hi> </hi> </head><lb/>
            <p>Das ander &#x017F;tuck/ i&#x017F;t was Paulus fu&#x0364;r einen Lohn habe zu em-<lb/>
pfangen im ewigen Leben/ vnd deßen wir vns auch zugetro&#x0364;&#x017F;ten ha-<lb/>
ben wann wir &#x017F;einem Exempel werden nachvolgen? Das bezeugt<lb/>
Paulus ferner mit die&#x017F;en worte&#x0303;/ da er &#x017F;pricht: Hienfort i&#x017F;t mir bey-<lb/>
gelegt die Kron der Gerechtigkeit/ die mir geben wirdt an jehnem<lb/>
tag der gerechte Richer. Was i&#x017F;t das fu&#x0364;r eine Krone? Es i&#x017F;t liebe<lb/>
Freund vnd Chri&#x017F;ten nicht eine Krone von Silber oder Goldt/<lb/>
von Berlen vnnd Edelenge&#x017F;teinen/ welche ding alle vergenglich<lb/>
&#x017F;ind: &#x017F;onder durch die&#x017F;e Kron ver&#x017F;tehet er anders nichts/ dann die<lb/><note place="left"><hi rendition="#aq">Daniel.</hi> 12.</note>ewige vnd vnauß&#x017F;prechliche Her&#xA75B;lichkeit/ in welcher er im ewigen<lb/>
Leben wird leuchten. Von welcher Kron auch Daniel im 12. cap.<lb/><note place="left">1.<lb/><hi rendition="#aq">Corona Iu-<lb/>
&#x017F;titiæ.</hi></note>redet/ die Lehrer werden leuchten wie des Himmels glantz/ vnd die<lb/>
viel zur Gerechtigkeit gewi&#x017F;en/ wie die Sternen am Firmament<lb/>
jmmer vnd ewiglich. Vnd nennet es eine Kron der Gerechtig-<lb/>
<fw type="catch" place="bottom">keit/</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[14/0016] Chriſtliche vnd gerad zielet/ ſonder das er wol abtrucket: Alſo wird auch das Himliſche Kleinot nicht darumb erlanget/ das ein Chriſt einen guten anfang macht recht zuglauben vnd zuleben/ ſonder er muß auch beſtendig dariñ verharꝛen. Dann iſt das ende gut/ ſo iſts alles gut. Vnd Chriſtus ſagt Math. 10. Wer verharꝛet biß an das ende der ſoll ſelig werden. Thut ſchon bißweillen ein frommer Chriſt/ auß Menſchlicher ſchwachheit auch einen mißtritt/ wirdt vom Sathan/ der argen Welt/ vnd ſeinem alten Adam vbereylet/ das er in Jrꝛthumb/ oder in eine Suͤnde fallet/ ſo ſoll er doch bald wi- derumb durch wahre Buß auff ſtehen/ Gott den Herꝛen vmb ver- zeihung bitten/ vnd forthien deſto fuͤrſichtiglicher wandlen. Dann Paulus ſagt 2. Timoth. 2. Glauben wir im/ ſo wirdt Er vns auch Glauben halten. Math. 10. 2. Timot. 2. PARS. II. Das ander ſtuck/ iſt was Paulus fuͤr einen Lohn habe zu em- pfangen im ewigen Leben/ vnd deßen wir vns auch zugetroͤſten ha- ben wann wir ſeinem Exempel werden nachvolgen? Das bezeugt Paulus ferner mit dieſen wortẽ/ da er ſpricht: Hienfort iſt mir bey- gelegt die Kron der Gerechtigkeit/ die mir geben wirdt an jehnem tag der gerechte Richer. Was iſt das fuͤr eine Krone? Es iſt liebe Freund vnd Chriſten nicht eine Krone von Silber oder Goldt/ von Berlen vnnd Edelengeſteinen/ welche ding alle vergenglich ſind: ſonder durch dieſe Kron verſtehet er anders nichts/ dann die ewige vnd vnaußſprechliche Herꝛlichkeit/ in welcher er im ewigen Leben wird leuchten. Von welcher Kron auch Daniel im 12. cap. redet/ die Lehrer werden leuchten wie des Himmels glantz/ vnd die viel zur Gerechtigkeit gewiſen/ wie die Sternen am Firmament jmmer vnd ewiglich. Vnd nennet es eine Kron der Gerechtig- keit/ Daniel. 12. 1. Corona Iu- ſtitiæ.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/523602
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/523602/16
Zitationshilfe: Münch, Johann: Christliche Leichpredigt. Straßburg, 1619, S. 14. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/523602/16>, abgerufen am 31.03.2020.