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Zwinger, Theodor: Christliche Leichpredigt/ Von Vnverhofften. Basel, 1633.

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Christliche

Jn betrachtung nun alles dessen/ sollen wir vns hü-
ten/ daß nicht vber vns komme die Prophetische klage;
Jes. 57. 1, 2.Der gerechte kommt vmb/ vnd niemand ist/ der
es zu hertzen nemme/ vnd fromme Leuthe werden
auffgerafft für dem vnglück/ vnd niemand ach-
tet darauff.

II. Nun sollen wir zwar trauren/ aber nicht wie
1. Thess. 4.
v.
13.
die Heyden/ die keine hoffnung haben; sonderen
vns in dergleichen kläglichen Zufälen widerumm auß Got-
tes wort auffrichten vnd trösten. Vnd halte ich zwar dar-
für/ es haben andächtige Zuhörer auß verhandlung des
ersten Punctens/ da von den vrsachen derselbigen ist ge-
handlet worden/ zimlichen Trost fassen mögen. Wir
wöllen aber nur kurtzlich weiters bedencken/ bey dem Exem-
pel Davids/ was in dergleichen fählen für argumenta,
oder trost-gründe/ zugebrauchen seyen.

Es tröstet sich David in diesem grossen leyd 1. mit sei-
ner vnschuld. 2. mit Abners loblicher gedächtnus. 3. mit
Joabs zukünfftiger straff.

1. Eigene vnschuld ist erstlich David sehr trostlich.
Dann also sagt er; Jch bin vnschuldig/ vnd mein
Königreich für dem HErren ewiglich an dem
blut Abner/ des Sohns Ner.
Damit kondte sich
David wol trösten/ weil/ was Joab gethan/ alles ohne/
ja wider sein wissen vnd willen/ geschehen: vnd deßwegen
daran ein höchstes mißfallen hatte/ wie er dann sagt;
die Männer/ die kinder Zeruja/ sind mir ver-
drießlich.

Vnd gewißlich solle es frommen Leuthen ein grosser

trost
Chꝛiſtliche

Jn betrachtung nun alles deſſen/ ſollen wir vns huͤ-
ten/ daß nicht vber vns komme die Prophetiſche klage;
Jeſ. 57. 1, 2.Der gerechte kom̃t vmb/ vnd niemand iſt/ der
es zu hertzen nemme/ vnd from̃e Leuthe werden
auffgerafft fuͤr dem vnglück/ vnd niemand ach-
tet darauff.

II. Nun ſollen wir zwar trauren/ aber nicht wie
1. Theſſ. 4.
v.
13.
die Heyden/ die keine hoffnung haben; ſonderen
vns in dergleichen klaͤglichen Zůfaͤlen widerum̃ auß Got-
tes woꝛt auffrichten vnd troͤſten. Vnd halte ich zwar dar-
fuͤr/ es haben andaͤchtige Zůhoͤrer auß verhandlung des
erſten Punctens/ da von den vrſachen derſelbigen iſt ge-
handlet woꝛden/ zimlichen Troſt faſſen moͤgen. Wir
woͤllen aber nur kurtzlich weiters bedenckẽ/ bey dem Exem-
pel Davids/ was in dergleichen faͤhlen fuͤr argumenta,
oder troſt-gruͤnde/ zugebrauchen ſeyen.

Es troͤſtet ſich David in dieſem groſſen leyd 1. mit ſei-
ner vnſchuld. 2. mit Abners loblicher gedaͤchtnus. 3. mit
Joabs zůkuͤnfftiger ſtraff.

1. Eigene vnſchuld iſt erſtlich David ſehꝛ troſtlich.
Dann alſo ſagt er; Jch bin vnſchuldig/ vnd mein
Koͤnigreich fuͤr dem HErꝛen ewiglich an dem
blůt Abner/ des Sohns Ner.
Damit kondte ſich
David wol troͤſten/ weil/ was Joab gethan/ alles ohne/
ja wider ſein wiſſen vnd willen/ geſchehen: vnd deßwegen
daran ein hoͤchſtes mißfallen hatte/ wie er dann ſagt;
die Maͤnner/ die kinder Zeruja/ ſind mir ver-
drießlich.

Vnd gewißlich ſolle es frommen Leuthen ein groſſer

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[34/0034] Chꝛiſtliche Jn betrachtung nun alles deſſen/ ſollen wir vns huͤ- ten/ daß nicht vber vns komme die Prophetiſche klage; Der gerechte kom̃t vmb/ vnd niemand iſt/ der es zu hertzen nemme/ vnd from̃e Leuthe werden auffgerafft fuͤr dem vnglück/ vnd niemand ach- tet darauff. Jeſ. 57. 1, 2. II. Nun ſollen wir zwar trauren/ aber nicht wie die Heyden/ die keine hoffnung haben; ſonderen vns in dergleichen klaͤglichen Zůfaͤlen widerum̃ auß Got- tes woꝛt auffrichten vnd troͤſten. Vnd halte ich zwar dar- fuͤr/ es haben andaͤchtige Zůhoͤrer auß verhandlung des erſten Punctens/ da von den vrſachen derſelbigen iſt ge- handlet woꝛden/ zimlichen Troſt faſſen moͤgen. Wir woͤllen aber nur kurtzlich weiters bedenckẽ/ bey dem Exem- pel Davids/ was in dergleichen faͤhlen fuͤr argumenta, oder troſt-gruͤnde/ zugebrauchen ſeyen. 1. Theſſ. 4. v. 13. Es troͤſtet ſich David in dieſem groſſen leyd 1. mit ſei- ner vnſchuld. 2. mit Abners loblicher gedaͤchtnus. 3. mit Joabs zůkuͤnfftiger ſtraff. 1. Eigene vnſchuld iſt erſtlich David ſehꝛ troſtlich. Dann alſo ſagt er; Jch bin vnſchuldig/ vnd mein Koͤnigreich fuͤr dem HErꝛen ewiglich an dem blůt Abner/ des Sohns Ner. Damit kondte ſich David wol troͤſten/ weil/ was Joab gethan/ alles ohne/ ja wider ſein wiſſen vnd willen/ geſchehen: vnd deßwegen daran ein hoͤchſtes mißfallen hatte/ wie er dann ſagt; die Maͤnner/ die kinder Zeruja/ ſind mir ver- drießlich. Vnd gewißlich ſolle es frommen Leuthen ein groſſer troſt

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Zitationshilfe: Zwinger, Theodor: Christliche Leichpredigt/ Von Vnverhofften. Basel, 1633, S. 34. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/523762/34>, abgerufen am 29.03.2020.