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Rehefeldt, Tobias: Mori lucrum. Leipzig, 1615.

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Leichpredigt.

Laurentius der heilige Märterer hat zum Symbolo die-Laurentii.
se Wort geführet: Mea nox obscurum non habet, Meine
Nacht weis von keiner Finsternüs/ denn der HErr ist mein
Liecht/ vnd mein Heil/ wieDavid redet/ Psal. 27.Psal. 27.

Ebener Gestalt hat nun auch vnsere selig-verstorbene
Jungefraw an vnserm jetztabgelesenen Sprüchlein jhre be-Symbolun
der verstor-
benen Fraw
Kitsche[r]n.

sondere Lust vnnd Beliebung getragen/ vnnd es gleich jhr
Symbolum seyn lassen/ mit welchem sie jhren Glauben vnd
besten Trost in Todesnoth an den Tag geben wollen. Dar-
umb sie auch dasselbe zum Gedächtnis inn das AltarTuch
eingenehet hat/ vnnd beides von mir/ so wol auch mei-
nem antecessore seligen/ vor vielen Jahren vff jhrem Siech-
betlein zum öfftern begehret/ wenn vnser Herr Gott vber
sie gebieten würde/ daß man solch Sprüchlein in jhrer Lei-
chenpredigt tractiren vnd abhandeln wolle. Welchem jhrem
letzten willen wir zu diesem mal mit Vorleyhung Göttlicher
Gnaden nachsetzen wollen/ bevoraus weil hierinnen die rech-
te euthanasia oder Sterbekunst fein kurtz vnd rund verfasset ist.

Wollen demnach E. Ch. L. dieses einige Pünctlein zuSumm vnd
Jnhalt die-
ser Predigt.

erklären fürhalten/ nemlich sagen: Wie vnnd welcher gestalt
sich ein jeder Christen Mensch in die Sache recht schicken
sol/ wenn er alle Bitterkeit des Todes ritterlich vberwinden/
vnd sein Leben sanfft vnd selig beschliessen wil. Von diesem
einigen Pünctlein sol auff dißmal kürtzlich vnd einfeltig mel-
dung vnd Bericht geschehen/ Gott gebe seine Gnade vnd
Segen darzu/ vmb Jesu Christi vnsers Herrn
vnd Heylandes willen/
Amen.

EXPO-
Leichpredigt.

Laurentius der heilige Maͤrterer hat zum Symbolo die-Laurentii.
ſe Wort gefuͤhret: Mea nox obſcurum non habet, Meine
Nacht weis von keiner Finſternuͤs/ denn der HErr iſt mein
Liecht/ vnd mein Heil/ wieDavid redet/ Pſal. 27.Pſal. 27.

Ebener Geſtalt hat nun auch vnſere ſelig-verſtorbene
Jungefraw an vnſerm jetztabgeleſenen Spruͤchlein jhre be-Symbolũ
der verſtor-
benen Fraw
Kitſche[r]n.

ſondere Luſt vnnd Beliebung getragen/ vnnd es gleich jhr
Symbolum ſeyn laſſen/ mit welchem ſie jhren Glauben vnd
beſten Troſt in Todesnoth an den Tag geben wollen. Dar-
umb ſie auch daſſelbe zum Gedaͤchtnis inn das AltarTuch
eingenehet hat/ vnnd beides von mir/ ſo wol auch mei-
nem anteceſſore ſeligen/ vor vielen Jahren vff jhrem Siech-
betlein zum oͤfftern begehret/ wenn vnſer Herr Gott vber
ſie gebieten wuͤrde/ daß man ſolch Spruͤchlein in jhrer Lei-
chenpredigt tractiren vnd abhandeln wolle. Welchem jhrem
letzten willen wir zu dieſem mal mit Vorleyhung Goͤttlicher
Gnaden nachſetzen wollen/ bevoraus weil hierinnen die rech-
te ἐυθανασία oder Sterbekunſt fein kurtz vnd rund verfaſſet iſt.

Wollen demnach E. Ch. L. dieſes einige Puͤnctlein zuSumm vnd
Jnhalt die-
ſer Predigt.

erklaͤren fuͤrhalten/ nemlich ſagen: Wie vnnd welcher geſtalt
ſich ein jeder Chriſten Menſch in die Sache recht ſchicken
ſol/ wenn er alle Bitterkeit des Todes ritterlich vberwinden/
vnd ſein Leben ſanfft vnd ſelig beſchlieſſen wil. Von dieſem
einigen Puͤnctlein ſol auff dißmal kuͤrtzlich vnd einfeltig mel-
dung vnd Bericht geſchehen/ Gott gebe ſeine Gnade vnd
Segen darzu/ vmb Jeſu Chriſti vnſers Herrn
vnd Heylandes willen/
Amen.

EXPO-
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Zitationshilfe: Rehefeldt, Tobias: Mori lucrum. Leipzig, 1615. , S. [7]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/523844/7>, abgerufen am 26.05.2020.