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Briaeus, Franciscus: Leichpredigt/ Bey der Begrebnuß. Marburg, 1616.

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zu S. Goar in der Kirchen/ Christlichen vermählet
vnd vertrawet. Vnnd hie muß ich herziehen/ doch
Val. Max.
lib.
7.
absq; contemptu, eines einigen Menschen deß Themi-
stoclis responsum: quem unicae filiae pater consulebat, u-
trum eam pauperi, sed ornato, an locupleti, sed parum pro-
bato collocaret? Cui is malo, inquit, virum pecunia, quam
pecuniam viro indigentem. Quo dicto, stultum monuit, ut
generum potius, quam divitias generi legeret.
Hat also
mit jhrem Herren/ in gutem Friede/ Einträchtigkeit
vnnd Ruhe im Ehestandt dreyzehen Jahr vnd etli-
che wochen gelebt; Hat zur Welt im wehrenden
Ehestandt neun Kinder gebracht/ welche alle ge-
taufft/ deren noch fünsf nach GOttes Willen bey
leben.

III.Mores.Anlangend vnserer in Gott ruhenden Mitschwe-
ster mores, ist sie mit Gottesforcht/ Frömmigkeit/
Zucht vnd Erbarkeit/ der tugendsamen Rachel wol
zuvergleichen/ also daß sie bey männiglichen das
Lob gehabt/ daß sie freylichen mulier virtutis gewe-
sen.

1. Dann erstlichen/ so ist sie gewesen Religiosa, pia
atq; devota; argumento est,
daß sie (vneracht/ daß jrer
vornehme politische/ vnnd andere vorgeachte/ hab-
haffte Personen zur Ehe begehret) einen Geistlichen
Ehegatten/ mit demselbigen Christlichen zuleben/
erwehlet hat/ welches zu dieser zeit ein rarum con-
tingens
ist/ vnd ferner gleichsam mit David gesagt:

Eines

zu S. Goar in der Kirchen/ Chriſtlichen vermaͤhlet
vnd vertrawet. Vnnd hie muß ich herziehen/ doch
Val. Max.
lib.
7.
abſq; contemptu, eines einigen Menſchen deß Themi-
ſtoclis reſponſum: quem unicæ filiæ pater conſulebat, u-
trum eam pauperi, ſed ornato, an locupleti, ſed parum pro-
bato collocaret? Cui is malo, inquit, virum pecuniâ, quàm
pecuniam viro indigentem. Quo dicto, ſtultum monuit, ut
generum potiùs, quam divitias generi legeret.
Hat alſo
mit jhrem Herren/ in gutem Friede/ Eintraͤchtigkeit
vnnd Ruhe im Eheſtandt dreyzehen Jahr vnd etli-
che wochen gelebt; Hat zur Welt im wehrenden
Eheſtandt neun Kinder gebracht/ welche alle ge-
taufft/ deren noch fuͤnſf nach GOttes Willen bey
leben.

III.Mores.Anlangend vnſerer in Gott ruhenden Mitſchwe-
ſter mores, iſt ſie mit Gottesforcht/ Froͤmmigkeit/
Zucht vnd Erbarkeit/ der tugendſamen Rachel wol
zuvergleichen/ alſo daß ſie bey maͤnniglichen das
Lob gehabt/ daß ſie freylichen mulier virtutis gewe-
ſen.

1. Dann erſtlichen/ ſo iſt ſie geweſen Religioſa, pia
atq́; devota; argumento eſt,
daß ſie (vneracht/ daß jrer
vornehme politiſche/ vnnd andere vorgeachte/ hab-
haffte Perſonen zur Ehe begehret) einen Geiſtlichen
Ehegatten/ mit demſelbigen Chriſtlichen zuleben/
erwehlet hat/ welches zu dieſer zeit ein rarum con-
tingens
iſt/ vnd ferner gleichſam mit David geſagt:

Eines
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[24/0024] zu S. Goar in der Kirchen/ Chriſtlichen vermaͤhlet vnd vertrawet. Vnnd hie muß ich herziehen/ doch abſq; contemptu, eines einigen Menſchen deß Themi- ſtoclis reſponſum: quem unicæ filiæ pater conſulebat, u- trum eam pauperi, ſed ornato, an locupleti, ſed parum pro- bato collocaret? Cui is malo, inquit, virum pecuniâ, quàm pecuniam viro indigentem. Quo dicto, ſtultum monuit, ut generum potiùs, quam divitias generi legeret. Hat alſo mit jhrem Herren/ in gutem Friede/ Eintraͤchtigkeit vnnd Ruhe im Eheſtandt dreyzehen Jahr vnd etli- che wochen gelebt; Hat zur Welt im wehrenden Eheſtandt neun Kinder gebracht/ welche alle ge- taufft/ deren noch fuͤnſf nach GOttes Willen bey leben. Val. Max. lib. 7. Anlangend vnſerer in Gott ruhenden Mitſchwe- ſter mores, iſt ſie mit Gottesforcht/ Froͤmmigkeit/ Zucht vnd Erbarkeit/ der tugendſamen Rachel wol zuvergleichen/ alſo daß ſie bey maͤnniglichen das Lob gehabt/ daß ſie freylichen mulier virtutis gewe- ſen. III.Mores. 1. Dann erſtlichen/ ſo iſt ſie geweſen Religioſa, pia atq́; devota; argumento eſt, daß ſie (vneracht/ daß jrer vornehme politiſche/ vnnd andere vorgeachte/ hab- haffte Perſonen zur Ehe begehret) einen Geiſtlichen Ehegatten/ mit demſelbigen Chriſtlichen zuleben/ erwehlet hat/ welches zu dieſer zeit ein rarum con- tingens iſt/ vnd ferner gleichſam mit David geſagt: Eines

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Zitationshilfe: Briaeus, Franciscus: Leichpredigt/ Bey der Begrebnuß. Marburg, 1616, S. 24. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/523927/24>, abgerufen am 25.05.2019.