Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Beuthelius, Johann: Christliches Leben vnd Seliges Sterben. Wittenberg, 1603.

Bild:
<< vorherige Seite

bestes leben. Diese alle gehören zu der Rotte/ die nicht Gotte/
sondern dem Teuffel vnd jhnen selbst leben/ für Gott aber le-
bendig todt sein. Denn eben wie S. Paulus von der Wit-1. Tim. 5.
wen sagt: Welche in wollüsten lebt/ die ist lebendig todt: Also
mag man billich sagen von denen/ so in wollüsten leben/ das
sie für Gott lebendig todt sein.

Vos autem non sic: Jhr Gotteskinder nicht also.
Sondern: Leben wir/ so leben wir dem HERREN.

Dis ist nu sententia affirmativa, Weil wir ja nicht
vns selber leben/ so fragt sichs nicht vnbillich: Wem denn?
Antwort: Dem HERREN. Ja welchem Herren? R.
Nicht dem Türckischen Keyser/ auch nit dem Herrn in Prie-
ster Johans Land: Sondern dem HERREN/ der do
heisset/ Dominus Dominantium, qui solus habet im-1. Tim. 6.
mortalitatem; der HERR aller Herren/ der allein hatRom. 9.
vnsterbligkeit/ der do ist Gott vber alles/ gelobet in ewigkeit/
der in seinem Wort selbst spricht: Ego Dominus, & nonEsa. 45.
44. 41. 66.

est amplius, extra me non est Deus, Jch bin der HERr/
vnd sonst keiner mehr/ kein Gott ist ohn mich. Jch bin der Er-
ste vnd der Letzte. Jch bin der HERR der alles thut. Der
Himmel ist mein Stuel/ vnd die Erde mein Fußbanck. Von
welchem David spricht: Domini est terra, & omnis ple-Psal. 24.
nitudo ejus. Die Erde ist des HERRN/ vnd was drin-
nen ist. Der diese Ehre auch keinem andern wil geben. EbenEsa. 42. 48
diesem HERREN leben wir Christen alleine.

Lieber wie leben wir denn diesem HErrn? R:

Die Kinder Gottes leben diesem jhrem HERRn also:

1.

Deum. vitae nostrae autorem Dominum & con-
servatorem agnoscendo.
Das wir Gott als einen An-
fenger/ HERREN/ vnd Erhaltern vnsers lebens erkennen/
Laut des ersten Artickels vnsers Christlichen Glaubens/ Jch
gleube das mich Gott erschaffen hat/ sampt allen Creaturen/
mir Leib vnd Seel/ Augen vnd Ohren etc. Vernunfft vnd

alle
C iij

beſtes leben. Dieſe alle gehoͤren zu der Rotte/ die nicht Gotte/
ſondern dem Teuffel vnd jhnen ſelbſt leben/ fuͤr Gott aber le-
bendig todt ſein. Denn eben wie S. Paulus von der Wit-1. Tim. 5.
wen ſagt: Welche in wolluͤſten lebt/ die iſt lebendig todt: Alſo
mag man billich ſagen von denen/ ſo in wolluͤſten leben/ das
ſie fuͤr Gott lebendig todt ſein.

Vos autem non ſic: Jhr Gotteskinder nicht alſo.
Sondern: Leben wir/ ſo leben wir dem HERREN.

Dis iſt nu ſententia affirmativa, Weil wir ja nicht
vns ſelber leben/ ſo fragt ſichs nicht vnbillich: Wem denn?
Antwort: Dem HERREN. Ja welchem Herren? R.
Nicht dem Tuͤrckiſchen Keyſer/ auch nit dem Herrn in Prie-
ſter Johans Land: Sondern dem HERREN/ der do
heiſſet/ Dominus Dominantium, qui ſolus habet im-1. Tim. 6.
mortalitatem; der HERR aller Herren/ der allein hatRom. 9.
vnſterbligkeit/ der do iſt Gott vber alles/ gelobet in ewigkeit/
der in ſeinem Wort ſelbſt ſpricht: Ego Dominus, & nonEſa. 45.
44. 41. 66.

eſt amplius, extra me non eſt Deus, Jch bin der HERr/
vnd ſonſt keiner mehr/ kein Gott iſt ohn mich. Jch bin der Er-
ſte vnd der Letzte. Jch bin der HERR der alles thut. Der
Himmel iſt mein Stuel/ vnd die Erde mein Fußbanck. Von
welchem David ſpricht: Domini eſt terra, & omnis ple-Pſal. 24.
nitudo ejus. Die Erde iſt des HERRN/ vnd was drin-
nen iſt. Der dieſe Ehre auch keinem andern wil geben. EbenEſa. 42. 48
dieſem HERREN leben wir Chriſten alleine.

Lieber wie leben wir denn dieſem HErrn? R:

Die Kinder Gottes leben dieſem jhrem HERRn alſo:

1.

Deum. vitæ noſtræ autorem Dominum & con-
ſervatorem agnoſcendo.
Das wir Gott als einen An-
fenger/ HERREN/ vnd Erhaltern vnſers lebens erkennen/
Laut des erſten Artickels vnſers Chriſtlichen Glaubens/ Jch
gleube das mich Gott erſchaffen hat/ ſampt allen Creaturen/
mir Leib vnd Seel/ Augen vnd Ohren etc. Vernunfft vnd

alle
C iij
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <p><pb facs="#f0021" n="[21]"/>
be&#x017F;tes leben. Die&#x017F;e alle geho&#x0364;ren zu der Rotte/ die nicht Gotte/<lb/>
&#x017F;ondern dem Teuffel vnd jhnen &#x017F;elb&#x017F;t leben/ fu&#x0364;r Gott aber le-<lb/>
bendig todt &#x017F;ein. Denn eben wie S. Paulus von der Wit-<note place="right"><hi rendition="#i">1. <hi rendition="#aq">Tim.</hi> 5.</hi></note><lb/>
wen &#x017F;agt: Welche in wollu&#x0364;&#x017F;ten lebt/ die i&#x017F;t lebendig todt: Al&#x017F;o<lb/>
mag man billich &#x017F;agen von denen/ &#x017F;o in wollu&#x0364;&#x017F;ten leben/ das<lb/>
&#x017F;ie fu&#x0364;r Gott lebendig todt &#x017F;ein.</p><lb/>
                <p><hi rendition="#aq">Vos autem non &#x017F;ic:</hi> Jhr Gotteskinder nicht al&#x017F;o.<lb/>
Sondern: <hi rendition="#fr">Leben wir/ &#x017F;o leben wir dem <hi rendition="#g">HERREN.</hi></hi></p><lb/>
                <p>Dis i&#x017F;t nu <hi rendition="#aq">&#x017F;ententia affirmativa,</hi> Weil wir ja nicht<lb/>
vns &#x017F;elber leben/ &#x017F;o fragt &#x017F;ichs nicht vnbillich: Wem denn<hi rendition="#i">?</hi><lb/>
Antwort: Dem <hi rendition="#g">HERREN.</hi> Ja welchem Herren<hi rendition="#i">?</hi> <hi rendition="#aq">R.</hi><lb/>
Nicht dem Tu&#x0364;rcki&#x017F;chen Key&#x017F;er/ auch nit dem Herrn in Prie-<lb/>
&#x017F;ter Johans Land: Sondern dem <hi rendition="#g">HERREN/</hi> der do<lb/>
hei&#x017F;&#x017F;et/ <hi rendition="#aq">Dominus Dominantium, qui &#x017F;olus habet im-</hi><note place="right"><hi rendition="#i">1. <hi rendition="#aq">Tim.</hi> 6.</hi></note><lb/><hi rendition="#aq">mortalitatem;</hi> der <hi rendition="#g">HERR</hi> aller Herren/ der allein hat<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Rom.</hi> 9.</hi></note><lb/>
vn&#x017F;terbligkeit/ der do i&#x017F;t Gott vber alles/ gelobet in ewigkeit/<lb/>
der in &#x017F;einem Wort &#x017F;elb&#x017F;t &#x017F;pricht: <hi rendition="#aq">Ego Dominus, &amp; non</hi><note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">E&#x017F;a.</hi> 45.<lb/>
44. 41. 66.</hi></note><lb/><hi rendition="#aq">e&#x017F;t amplius, extra me non e&#x017F;t Deus,</hi> Jch bin der HERr/<lb/>
vnd &#x017F;on&#x017F;t keiner mehr/ kein Gott i&#x017F;t ohn mich. Jch bin der Er-<lb/>
&#x017F;te vnd der Letzte. Jch bin der <hi rendition="#g">HERR</hi> der alles thut. Der<lb/>
Himmel i&#x017F;t mein Stuel/ vnd die Erde mein Fußbanck. Von<lb/>
welchem David &#x017F;pricht: <hi rendition="#aq">Domini e&#x017F;t terra, &amp; omnis ple-</hi><note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">P&#x017F;al.</hi> 24.</hi></note><lb/><hi rendition="#aq">nitudo ejus.</hi> Die Erde i&#x017F;t des <hi rendition="#g">HERRN/</hi> vnd was drin-<lb/>
nen i&#x017F;t. Der die&#x017F;e Ehre auch keinem andern wil geben. Eben<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">E&#x017F;a.</hi> 42. 48</hi></note><lb/>
die&#x017F;em HERREN leben wir Chri&#x017F;ten alleine.</p>
              </div>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head/>
              <p> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Lieber wie leben wir denn die&#x017F;em HErrn?</hi> <hi rendition="#aq">R:</hi> </hi> </p><lb/>
              <p>Die Kinder Gottes leben die&#x017F;em jhrem HERRn al&#x017F;o:</p><lb/>
              <div n="5">
                <head>1.</head>
                <p><hi rendition="#aq">Deum. vitæ no&#x017F;træ autorem Dominum &amp; con-<lb/>
&#x017F;ervatorem agno&#x017F;cendo.</hi> Das wir Gott als einen An-<lb/>
fenger/ HERREN/ vnd Erhaltern vn&#x017F;ers lebens erkennen/<lb/>
Laut des er&#x017F;ten Artickels vn&#x017F;ers Chri&#x017F;tlichen Glaubens/ Jch<lb/>
gleube das mich Gott er&#x017F;chaffen hat/ &#x017F;ampt allen Creaturen/<lb/>
mir Leib vnd Seel/ Augen vnd Ohren etc. Vernunfft vnd<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">C iij</fw><fw place="bottom" type="catch">alle</fw><lb/></p>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[21]/0021] beſtes leben. Dieſe alle gehoͤren zu der Rotte/ die nicht Gotte/ ſondern dem Teuffel vnd jhnen ſelbſt leben/ fuͤr Gott aber le- bendig todt ſein. Denn eben wie S. Paulus von der Wit- wen ſagt: Welche in wolluͤſten lebt/ die iſt lebendig todt: Alſo mag man billich ſagen von denen/ ſo in wolluͤſten leben/ das ſie fuͤr Gott lebendig todt ſein. 1. Tim. 5. Vos autem non ſic: Jhr Gotteskinder nicht alſo. Sondern: Leben wir/ ſo leben wir dem HERREN. Dis iſt nu ſententia affirmativa, Weil wir ja nicht vns ſelber leben/ ſo fragt ſichs nicht vnbillich: Wem denn? Antwort: Dem HERREN. Ja welchem Herren? R. Nicht dem Tuͤrckiſchen Keyſer/ auch nit dem Herrn in Prie- ſter Johans Land: Sondern dem HERREN/ der do heiſſet/ Dominus Dominantium, qui ſolus habet im- mortalitatem; der HERR aller Herren/ der allein hat vnſterbligkeit/ der do iſt Gott vber alles/ gelobet in ewigkeit/ der in ſeinem Wort ſelbſt ſpricht: Ego Dominus, & non eſt amplius, extra me non eſt Deus, Jch bin der HERr/ vnd ſonſt keiner mehr/ kein Gott iſt ohn mich. Jch bin der Er- ſte vnd der Letzte. Jch bin der HERR der alles thut. Der Himmel iſt mein Stuel/ vnd die Erde mein Fußbanck. Von welchem David ſpricht: Domini eſt terra, & omnis ple- nitudo ejus. Die Erde iſt des HERRN/ vnd was drin- nen iſt. Der dieſe Ehre auch keinem andern wil geben. Eben dieſem HERREN leben wir Chriſten alleine. 1. Tim. 6. Rom. 9. Eſa. 45. 44. 41. 66. Pſal. 24. Eſa. 42. 48 Lieber wie leben wir denn dieſem HErrn? R: Die Kinder Gottes leben dieſem jhrem HERRn alſo: 1.Deum. vitæ noſtræ autorem Dominum & con- ſervatorem agnoſcendo. Das wir Gott als einen An- fenger/ HERREN/ vnd Erhaltern vnſers lebens erkennen/ Laut des erſten Artickels vnſers Chriſtlichen Glaubens/ Jch gleube das mich Gott erſchaffen hat/ ſampt allen Creaturen/ mir Leib vnd Seel/ Augen vnd Ohren etc. Vernunfft vnd alle C iij

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/542550
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/542550/21
Zitationshilfe: Beuthelius, Johann: Christliches Leben vnd Seliges Sterben. Wittenberg, 1603, S. [21]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/542550/21>, abgerufen am 26.03.2019.