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Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699.

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und derer Curen.
Das XVII. Capitel.
Vom Magen drücken und übeler
Verdauung.

ALle Magen Kranckheiten sind
nichts anders/ als eine übele Be-
schaffenheit des fermenti u. con-
sequenter
eine übele digestion, da entwed'
der Magen zu kalt/ oder das fermentum
zu schwach od' zu sauer/ oder die Speise
ist zu hart/ oder auch nicht wohl gekauet/
daher kommen cruditäten/ welche den Ma-
gen drücken/ Aufsteigen/ Blehungen und
andere Beschwerung machen: das ro-
bur
oder die Stärcke des Magens ist
nicht bey allen gleich/ sondern der eine
hat einen Pygmaeum kleinen und schwa-
chen/ der andere einen giganteum oder
Riesen starcken Magen/ der auch Stei-
ne/ Glaß und alles vertragen kan/ der-
gleichen Exempel in Leipzig zu finden.
Und weil an dem Magen das meiste ge-
legen/ so sol man denselben mit allen
Fleiß in acht nehmen/ daß er nicht zornig
werde/ und allen Kranckheiten Thür
und Angel aufmache/ weil er ohne diß
von den meisten Medicis genennet wird

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und derer Curen.
Das XVII. Capitel.
Vom Magen druͤcken und uͤbeler
Verdauung.

ALle Magen Kranckheiten ſind
nichts anders/ als eine uͤbele Be-
ſchaffenheit des fermenti u. con-
ſequenter
eine uͤbele digeſtion, da entwed’
der Magen zu kalt/ oder das fermentum
zu ſchwach od’ zu ſauer/ oder die Speiſe
iſt zu hart/ oder auch nicht wohl gekauet/
daher kom̃en cruditaͤten/ welche den Ma-
gen dꝛuͤcken/ Aufſteigen/ Blehungen und
andere Beſchwerung machen: das ro-
bur
oder die Staͤrcke des Magens iſt
nicht bey allen gleich/ ſondern der eine
hat einen Pygmæum kleinen und ſchwa-
chen/ der andere einen giganteum oder
Rieſen ſtarcken Magen/ der auch Stei-
ne/ Glaß und alles vertragen kan/ der-
gleichen Exempel in Leipzig zu finden.
Und weil an dem Magen das meiſte ge-
legen/ ſo ſol man denſelben mit allen
Fleiß in acht nehmen/ daß er nicht zornig
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und Angel aufmache/ weil er ohne diß
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[125/0151] und derer Curen. Das XVII. Capitel. Vom Magen druͤcken und uͤbeler Verdauung. ALle Magen Kranckheiten ſind nichts anders/ als eine uͤbele Be- ſchaffenheit des fermenti u. con- ſequenter eine uͤbele digeſtion, da entwed’ der Magen zu kalt/ oder das fermentum zu ſchwach od’ zu ſauer/ oder die Speiſe iſt zu hart/ oder auch nicht wohl gekauet/ daher kom̃en cruditaͤten/ welche den Ma- gen dꝛuͤcken/ Aufſteigen/ Blehungen und andere Beſchwerung machen: das ro- bur oder die Staͤrcke des Magens iſt nicht bey allen gleich/ ſondern der eine hat einen Pygmæum kleinen und ſchwa- chen/ der andere einen giganteum oder Rieſen ſtarcken Magen/ der auch Stei- ne/ Glaß und alles vertragen kan/ der- gleichen Exempel in Leipzig zu finden. Und weil an dem Magen das meiſte ge- legen/ ſo ſol man denſelben mit allen Fleiß in acht nehmen/ daß er nicht zornig werde/ und allen Kranckheiten Thuͤr und Angel aufmache/ weil er ohne diß von den meiſten Medicis genennet wird ein F3

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Zitationshilfe: Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699, S. 125. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/abel_leibmedicus_1699/151>, abgerufen am 19.04.2019.