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Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699.

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Studenten-Kranckheiten
bali gemachte und geschnitzte Gerichte
(85) einen hitzigen Magen sättigen und
den Appetit stillen/ wo nicht ein gut
Stück Fleisch darbey stünde.

Das II. Capitel.
Wie man sich vor Tisch verhalten
sol.

NIchts gemeiners ist unter denen
die gelehrt werden wollen/ als
daß sie von Büchern zu Tisch/
von Tisch wieder zum Büchern und
endlich spät zu Bette gehen/ welches al-
lerdings nöthig zu erinnern. Es ist der
Appetit des Menschens gar ein wunder-
sam Ding und läst sich anders nicht/
als mit Arbeit/ Mühe und Ordnung
gewinnen/ (gaudet excitativo) derowe-
gen wer wil Lust zum essen bekommen/
der thue eine halbe Stund zum höchsten
vor Tisch eine mäßige Bewegung/ wel-
che die träge Wärme des Magens vom
Sitzen und Studiren wieder erwecket/
denn dadurch wird das ferment des

Magens
(85) Lamprid. in Ant. Heliogab.

Studenten-Kranckheiten
bali gemachte und geſchnitzte Gerichte
(85) einen hitzigen Magen ſaͤttigen und
den Appetit ſtillen/ wo nicht ein gut
Stuͤck Fleiſch darbey ſtuͤnde.

Das II. Capitel.
Wie man ſich vor Tiſch verhalten
ſol.

NIchts gemeiners iſt unter denen
die gelehrt werden wollen/ als
daß ſie von Buͤchern zu Tiſch/
von Tiſch wieder zum Buͤchern und
endlich ſpaͤt zu Bette gehen/ welches al-
lerdings noͤthig zu erinnern. Es iſt der
Appetit des Menſchens gar ein wunder-
ſam Ding und laͤſt ſich anders nicht/
als mit Arbeit/ Muͤhe und Ordnung
gewinnen/ (gaudet excitativo) derowe-
gen wer wil Luſt zum eſſen bekommen/
der thue eine halbe Stund zum hoͤchſten
vor Tiſch eine maͤßige Bewegung/ wel-
che die traͤge Waͤrme des Magens vom
Sitzen und Studiren wieder erwecket/
denn dadurch wird das ferment des

Magens
(85) Lamprid. in Ant. Heliogab.
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[160/0186] Studenten-Kranckheiten bali gemachte und geſchnitzte Gerichte (85) einen hitzigen Magen ſaͤttigen und den Appetit ſtillen/ wo nicht ein gut Stuͤck Fleiſch darbey ſtuͤnde. Das II. Capitel. Wie man ſich vor Tiſch verhalten ſol. NIchts gemeiners iſt unter denen die gelehrt werden wollen/ als daß ſie von Buͤchern zu Tiſch/ von Tiſch wieder zum Buͤchern und endlich ſpaͤt zu Bette gehen/ welches al- lerdings noͤthig zu erinnern. Es iſt der Appetit des Menſchens gar ein wunder- ſam Ding und laͤſt ſich anders nicht/ als mit Arbeit/ Muͤhe und Ordnung gewinnen/ (gaudet excitativo) derowe- gen wer wil Luſt zum eſſen bekommen/ der thue eine halbe Stund zum hoͤchſten vor Tiſch eine maͤßige Bewegung/ wel- che die traͤge Waͤrme des Magens vom Sitzen und Studiren wieder erwecket/ denn dadurch wird das ferment des Magens (85) Lamprid. in Ant. Heliogab.

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Zitationshilfe: Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699, S. 160. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/abel_leibmedicus_1699/186>, abgerufen am 23.04.2019.