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Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699.

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und derer Curen.
ercitia haben/ die mögen es thun lang
vor und auch nicht gleich nach Tisch/
denn beydes ist schädlich/ wie oben weit-
läufftig erinnert worden/ jenes verder-
bet den Appetit/ dieses stöst den Milch-
safft mit Gewalt fort. Bey denen Ex-
ercitiis
sol man seinen Leib nicht entblö-
sen/ und durch die eusserliche kalte Lufft
den Schweiß zurück treiben/ weil es Fie-
ber und Krätze verursachet. Reiten ist
eine erleidliche Bewegung/ wie auch
das Fahren und dienet zuförderst denen
hypochondriacis und schwachen Lei-
bern/ denn dadurch bleiben doch die an-
dern Gliedmassen ruhig und werden
nicht so sehr ermüdet noch krafftloß/ wel-
ches wohl zu mercken. Auch sol man nicht
alsobald nach starcker Bewegung kalt
trincke/ weil wir Exempel genung haben/
derer/ die davon plötzlich gestorben. (z)

Das II. Capitel.
Von der Ruhe und Stillsitzen.
Daß
(z) Spigel. l. 6. de Corp. hum. fabr. c. 2. Joh.
Henr. Pauli Anat. Bilsian. c. 8. p. 88. Schenk.
obs. l. 2. f. 323. Schorer. medic, peregr. p.
105.
K 6

und derer Curen.
ercitia haben/ die moͤgen es thun lang
vor und auch nicht gleich nach Tiſch/
denn beydes iſt ſchaͤdlich/ wie oben weit-
laͤufftig erinnert worden/ jenes verder-
bet den Appetit/ dieſes ſtoͤſt den Milch-
ſafft mit Gewalt fort. Bey denen Ex-
ercitiis
ſol man ſeinen Leib nicht entbloͤ-
ſen/ und durch die euſſerliche kalte Lufft
den Schweiß zuruͤck treiben/ weil es Fie-
ber und Kraͤtze verurſachet. Reiten iſt
eine erleidliche Bewegung/ wie auch
das Fahren und dienet zufoͤrderſt denen
hypochondriacis und ſchwachen Lei-
bern/ denn dadurch bleiben doch die an-
dern Gliedmaſſen ruhig und werden
nicht ſo ſehr ermuͤdet noch krafftloß/ wel-
ches wohl zu meꝛcken. Auch ſol man nicht
alſobald nach ſtarcker Bewegung kalt
tꝛincke/ weil wir Exempel genung haben/
derer/ die davon ploͤtzlich geſtorben. (z)

Das II. Capitel.
Von der Ruhe und Stillſitzen.
Daß
(z) Spigel. l. 6. de Corp. hum. fabr. c. 2. Joh.
Henr. Pauli Anat. Bilſian. c. 8. p. 88. Schenk.
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105.
K 6
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[227/0253] und derer Curen. ercitia haben/ die moͤgen es thun lang vor und auch nicht gleich nach Tiſch/ denn beydes iſt ſchaͤdlich/ wie oben weit- laͤufftig erinnert worden/ jenes verder- bet den Appetit/ dieſes ſtoͤſt den Milch- ſafft mit Gewalt fort. Bey denen Ex- ercitiis ſol man ſeinen Leib nicht entbloͤ- ſen/ und durch die euſſerliche kalte Lufft den Schweiß zuruͤck treiben/ weil es Fie- ber und Kraͤtze verurſachet. Reiten iſt eine erleidliche Bewegung/ wie auch das Fahren und dienet zufoͤrderſt denen hypochondriacis und ſchwachen Lei- bern/ denn dadurch bleiben doch die an- dern Gliedmaſſen ruhig und werden nicht ſo ſehr ermuͤdet noch krafftloß/ wel- ches wohl zu meꝛcken. Auch ſol man nicht alſobald nach ſtarcker Bewegung kalt tꝛincke/ weil wir Exempel genung haben/ derer/ die davon ploͤtzlich geſtorben. (z) Das II. Capitel. Von der Ruhe und Stillſitzen. Daß (z) Spigel. l. 6. de Corp. hum. fabr. c. 2. Joh. Henr. Pauli Anat. Bilſian. c. 8. p. 88. Schenk. obſ. l. 2. f. 323. Schorer. medic, peregr. p. 105. K 6

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Zitationshilfe: Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699, S. 227. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/abel_leibmedicus_1699/253>, abgerufen am 21.04.2019.