Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Achenwall, Gottfried: Abriß der neuesten Staatswissenschaft der vornehmsten Europäischen Reiche und Republicken. Göttingen, 1749.

Bild:
<< vorherige Seite
Frankreich.
menheit gebrachte Spiegelsabricken zu rechnen. SA-
VARY,
Wort Comerce de Paris.
§. 25.

Der Französische Handel erstrecket sich in alle
Theile der Welt. Der Europäische zu Lan-
de geht von Nimes und Lion über die Schweitz
nach Teutschland und Jtalien, von Straßburg
über Frankfurt am Mayn nach den übrigen
Teutschen Provinzen, durch die Niederlande
und über Rüssel nach Holland, von Perpignan
und Bayonne nach Spanien. Die Seehäfen
am Canal und dem Ocean werden von allen
Europäischen Nationen, die an der Nord- und
Ostsee wohnen, sehr häufig besucht. Marseille
aber ist der Sammelplatz des ganzen Handels
am Mittelländischen Meer. Mit allen einzelnen
Nationen in Europa handelt Frankreich so,
daß der Profit auf seiner Seiten ist. Doch
finden sich unendlich mehr Französische Schiffe
in dem Mittelmeer, als in der Nord- und Ost-
see. Die Aufhebung des Edicts von Nantes
hat, wie den Manufacturen also auch dem Com-
mercio mit den Nordlichen Nachbaren einen
empfindlichen Stoß beygebracht.

a) Die Historie des alten Französischen Handels fin-
det man im Abriße in dem Essai sur la marine et sur
le commerce par M. D ES LANDES, chap. II. p.

45.
b) Der Holländer bringt Gewürze, Bley, Kup-
fer, Fischbein, Schiffsmaterialien, Seegel- und Thau-
werk;
Frankreich.
menheit gebrachte Spiegelſabricken zu rechnen. SA-
VARY,
Wort Comerce de Paris.
§. 25.

Der Franzoͤſiſche Handel erſtrecket ſich in alle
Theile der Welt. Der Europaͤiſche zu Lan-
de geht von Nimes und Lion uͤber die Schweitz
nach Teutſchland und Jtalien, von Straßburg
uͤber Frankfurt am Mayn nach den uͤbrigen
Teutſchen Provinzen, durch die Niederlande
und uͤber Ruͤſſel nach Holland, von Perpignan
und Bayonne nach Spanien. Die Seehaͤfen
am Canal und dem Ocean werden von allen
Europaͤiſchen Nationen, die an der Nord- und
Oſtſee wohnen, ſehr haͤufig beſucht. Marſeille
aber iſt der Sammelplatz des ganzen Handels
am Mittellaͤndiſchen Meer. Mit allen einzelnen
Nationen in Europa handelt Frankreich ſo,
daß der Profit auf ſeiner Seiten iſt. Doch
finden ſich unendlich mehr Franzoͤſiſche Schiffe
in dem Mittelmeer, als in der Nord- und Oſt-
ſee. Die Aufhebung des Edicts von Nantes
hat, wie den Manufacturen alſo auch dem Com-
mercio mit den Nordlichen Nachbaren einen
empfindlichen Stoß beygebracht.

a) Die Hiſtorie des alten Franzoͤſiſchen Handels fin-
det man im Abriße in dem Eſſai ſur la marine et ſur
le commerce par M. D ES LANDES, chap. II. p.

45.
b) Der Hollaͤnder bringt Gewuͤrze, Bley, Kup-
fer, Fiſchbein, Schiffsmaterialien, Seegel- und Thau-
werk;
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <list>
              <item><pb facs="#f0134" n="120"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#g">Frankreich.</hi></hi></fw><lb/>
menheit gebrachte Spiegel&#x017F;abricken zu rechnen. <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">SA-<lb/>
VARY,</hi></hi> Wort <hi rendition="#aq">Comerce de Paris.</hi></item>
            </list>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 25.</head><lb/>
            <p>Der Franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;che <hi rendition="#fr">Handel</hi> er&#x017F;trecket &#x017F;ich in alle<lb/>
Theile der Welt. Der <hi rendition="#fr">Europa&#x0364;i&#x017F;che</hi> zu Lan-<lb/>
de geht von Nimes und Lion u&#x0364;ber die Schweitz<lb/>
nach Teut&#x017F;chland und Jtalien, von Straßburg<lb/>
u&#x0364;ber Frankfurt am Mayn nach den u&#x0364;brigen<lb/>
Teut&#x017F;chen Provinzen, durch die Niederlande<lb/>
und u&#x0364;ber Ru&#x0364;&#x017F;&#x017F;el nach Holland, von Perpignan<lb/>
und Bayonne nach Spanien. Die Seeha&#x0364;fen<lb/>
am Canal und dem Ocean werden von allen<lb/>
Europa&#x0364;i&#x017F;chen Nationen, die an der Nord- und<lb/>
O&#x017F;t&#x017F;ee wohnen, &#x017F;ehr ha&#x0364;ufig be&#x017F;ucht. Mar&#x017F;eille<lb/>
aber i&#x017F;t der Sammelplatz des ganzen Handels<lb/>
am Mittella&#x0364;ndi&#x017F;chen Meer. Mit allen einzelnen<lb/>
Nationen in Europa handelt Frankreich &#x017F;o,<lb/>
daß der Profit auf &#x017F;einer Seiten i&#x017F;t. Doch<lb/>
finden &#x017F;ich unendlich mehr Franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;che Schiffe<lb/>
in dem Mittelmeer, als in der Nord- und O&#x017F;t-<lb/>
&#x017F;ee. Die Aufhebung des Edicts von Nantes<lb/>
hat, wie den Manufacturen al&#x017F;o auch dem Com-<lb/>
mercio mit den Nordlichen Nachbaren einen<lb/>
empfindlichen Stoß beygebracht.</p><lb/>
            <list>
              <item><hi rendition="#aq">a)</hi> Die Hi&#x017F;torie des alten Franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;chen Handels fin-<lb/>
det man im Abriße in dem <hi rendition="#aq">E&#x017F;&#x017F;ai &#x017F;ur la marine et &#x017F;ur<lb/>
le commerce par M. <hi rendition="#i">D ES LANDES,</hi> chap. II. p.</hi><lb/>
45.</item><lb/>
              <item><hi rendition="#aq">b)</hi> Der Holla&#x0364;nder bringt Gewu&#x0364;rze, Bley, Kup-<lb/>
fer, Fi&#x017F;chbein, Schiffsmaterialien, Seegel- und Thau-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">werk;</fw><lb/></item>
            </list>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[120/0134] Frankreich. menheit gebrachte Spiegelſabricken zu rechnen. SA- VARY, Wort Comerce de Paris. §. 25. Der Franzoͤſiſche Handel erſtrecket ſich in alle Theile der Welt. Der Europaͤiſche zu Lan- de geht von Nimes und Lion uͤber die Schweitz nach Teutſchland und Jtalien, von Straßburg uͤber Frankfurt am Mayn nach den uͤbrigen Teutſchen Provinzen, durch die Niederlande und uͤber Ruͤſſel nach Holland, von Perpignan und Bayonne nach Spanien. Die Seehaͤfen am Canal und dem Ocean werden von allen Europaͤiſchen Nationen, die an der Nord- und Oſtſee wohnen, ſehr haͤufig beſucht. Marſeille aber iſt der Sammelplatz des ganzen Handels am Mittellaͤndiſchen Meer. Mit allen einzelnen Nationen in Europa handelt Frankreich ſo, daß der Profit auf ſeiner Seiten iſt. Doch finden ſich unendlich mehr Franzoͤſiſche Schiffe in dem Mittelmeer, als in der Nord- und Oſt- ſee. Die Aufhebung des Edicts von Nantes hat, wie den Manufacturen alſo auch dem Com- mercio mit den Nordlichen Nachbaren einen empfindlichen Stoß beygebracht. a) Die Hiſtorie des alten Franzoͤſiſchen Handels fin- det man im Abriße in dem Eſſai ſur la marine et ſur le commerce par M. D ES LANDES, chap. II. p. 45. b) Der Hollaͤnder bringt Gewuͤrze, Bley, Kup- fer, Fiſchbein, Schiffsmaterialien, Seegel- und Thau- werk;

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/achenwall_staatswissenschaft_1749
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/achenwall_staatswissenschaft_1749/134
Zitationshilfe: Achenwall, Gottfried: Abriß der neuesten Staatswissenschaft der vornehmsten Europäischen Reiche und Republicken. Göttingen, 1749, S. 120. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/achenwall_staatswissenschaft_1749/134>, abgerufen am 26.06.2019.