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Achenwall, Gottfried: Abriß der neuesten Staatswissenschaft der vornehmsten Europäischen Reiche und Republicken. Göttingen, 1749.

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Portugal.
Dessen Nachfolger saubern das Reich immer
mehr von den Saracenen, Alphonsus III. ver-
knüpft Algarbien mit der Krone, und die eheli-
che männliche Linie stirbt mit Ferdinand I. 1383.
aus.

§. 3.

Johannes der Bastard, des letzten Königs
natürlicher Bruder, schwingt sich mit Hülfe der
Stände auf den Thron, dessen glückseelige Nach-
kommenschaft
die gantze Küste von Africa, von
Ostindien und von Brasilien entdeckt, und an
Land und Handel mächtig wird. Daher ist unter
Emanuel, dem Urenkel Johannis I. die güldene
Zeit; aber mit dem Tode seines eigenen Uren-
ckels Sebastians fällt alles, und Heinrich der
Cardinal beschließt den Mannsstamm 1580.

a] Erstaunliche Veränderung des gantzen Handels
zwischen Ostindien und Europa.
§. 4.

Unter allen Kronprätendenten behauptet
Philipp II. König von Spanien das Reich mit
Gewalt. Seit dem wird nicht allein der reichste
Theil des Seehandels den vereinigten Nieder-
ländern zur Beute; sondern diese reissen auch
gantze Jnsuln und Provinzen in beyden Jndien,
und sonderlich das beste Stück von Brasilien
an sich. Die Portugiesen verliehren auf allen

Sei-
E 5

Portugal.
Deſſen Nachfolger ſaubern das Reich immer
mehr von den Saracenen, Alphonſus III. ver-
knuͤpft Algarbien mit der Krone, und die eheli-
che maͤnnliche Linie ſtirbt mit Ferdinand I. 1383.
aus.

§. 3.

Johannes der Baſtard, des letzten Koͤnigs
natuͤrlicher Bruder, ſchwingt ſich mit Huͤlfe der
Staͤnde auf den Thron, deſſen gluͤckſeelige Nach-
kommenſchaft
die gantze Kuͤſte von Africa, von
Oſtindien und von Braſilien entdeckt, und an
Land und Handel maͤchtig wird. Daher iſt unter
Emanuel, dem Urenkel Johannis I. die guͤldene
Zeit; aber mit dem Tode ſeines eigenen Uren-
ckels Sebaſtians faͤllt alles, und Heinrich der
Cardinal beſchließt den Mannsſtamm 1580.

a] Erſtaunliche Veraͤnderung des gantzen Handels
zwiſchen Oſtindien und Europa.
§. 4.

Unter allen Kronpraͤtendenten behauptet
Philipp II. Koͤnig von Spanien das Reich mit
Gewalt. Seit dem wird nicht allein der reichſte
Theil des Seehandels den vereinigten Nieder-
laͤndern zur Beute; ſondern dieſe reiſſen auch
gantze Jnſuln und Provinzen in beyden Jndien,
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[73/0087] Portugal. Deſſen Nachfolger ſaubern das Reich immer mehr von den Saracenen, Alphonſus III. ver- knuͤpft Algarbien mit der Krone, und die eheli- che maͤnnliche Linie ſtirbt mit Ferdinand I. 1383. aus. §. 3. Johannes der Baſtard, des letzten Koͤnigs natuͤrlicher Bruder, ſchwingt ſich mit Huͤlfe der Staͤnde auf den Thron, deſſen gluͤckſeelige Nach- kommenſchaft die gantze Kuͤſte von Africa, von Oſtindien und von Braſilien entdeckt, und an Land und Handel maͤchtig wird. Daher iſt unter Emanuel, dem Urenkel Johannis I. die guͤldene Zeit; aber mit dem Tode ſeines eigenen Uren- ckels Sebaſtians faͤllt alles, und Heinrich der Cardinal beſchließt den Mannsſtamm 1580. a] Erſtaunliche Veraͤnderung des gantzen Handels zwiſchen Oſtindien und Europa. §. 4. Unter allen Kronpraͤtendenten behauptet Philipp II. Koͤnig von Spanien das Reich mit Gewalt. Seit dem wird nicht allein der reichſte Theil des Seehandels den vereinigten Nieder- laͤndern zur Beute; ſondern dieſe reiſſen auch gantze Jnſuln und Provinzen in beyden Jndien, und ſonderlich das beſte Stuͤck von Braſilien an ſich. Die Portugieſen verliehren auf allen Sei- E 5

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Zitationshilfe: Achenwall, Gottfried: Abriß der neuesten Staatswissenschaft der vornehmsten Europäischen Reiche und Republicken. Göttingen, 1749, S. 73. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/achenwall_staatswissenschaft_1749/87>, abgerufen am 18.03.2019.