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Anonym: Führer zum Himmel. Gebet- und Belehrungsbuch für christliche Eheleute, hrsg. von einem Priester des Redemptoristenordens. Dülmen, 1921.

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Sünden greifen bloß die sittlichen Güter
der Menschheit an, der Unglaube ver-
sündigt sich gegen Gott selbst. Durch
die meisten übrigen Sünden lehnt sich
der Mensch gegen dieses oder jenes gött-
liche Gebot auf; im Unglauben dagegen
widersetzt er sich allem, was Gott gesagt
hat, widersetzt sich ihm selbst. - Der
Unglaube entspringt nicht dem vernünf-
tigen Denken, denn die Vernunft führt zu
Gott. Die Wurzel des Unglaubens liegt
daher mehr im Willen. Bequemlichkeit
und Vernachlässigung der religiösen Pflich-
ten, Stolz und Wissensdünkel, Menschen-
furcht und lasterhaftes Leben sind meist
die Ursachen des Unglaubens. Weil der
Glaube Pflichten auferlegt, die den Lei-
denschaften zuwider sind, darum will man
nicht glauben. - Der Unglaube führt ins
zeitliche und ewige Unglück. Er verkehrt
die Wahrheit in Lüge, die Sittlichkeit in
Laster, die Ruhe in Unfrieden, die Ord-
nung in Auflösung aller Verhältnisse und
wirft den Menschen in die Nacht des
ewigen Todes. "Wer nicht glaubt, wird
verdammt werden."
(Mark. 16, 16.) -
Schätze und liebe darum deinen heiligen
Glauben über alles. Sei sorgfältig be-
dacht, daß du nie daran Schiffbruch leidest.
Lebe so, daß du von Gott keine Strafe zu
fürchten, sondern nur Gutes zu hoffen hast,
so wird dir der Glaube nie schwer fallen.

Sünden greifen bloß die sittlichen Güter
der Menschheit an, der Unglaube ver-
sündigt sich gegen Gott selbst. Durch
die meisten übrigen Sünden lehnt sich
der Mensch gegen dieses oder jenes gött-
liche Gebot auf; im Unglauben dagegen
widersetzt er sich allem, was Gott gesagt
hat, widersetzt sich ihm selbst. – Der
Unglaube entspringt nicht dem vernünf-
tigen Denken, denn die Vernunft führt zu
Gott. Die Wurzel des Unglaubens liegt
daher mehr im Willen. Bequemlichkeit
und Vernachlässigung der religiösen Pflich-
ten, Stolz und Wissensdünkel, Menschen-
furcht und lasterhaftes Leben sind meist
die Ursachen des Unglaubens. Weil der
Glaube Pflichten auferlegt, die den Lei-
denschaften zuwider sind, darum will man
nicht glauben. – Der Unglaube führt ins
zeitliche und ewige Unglück. Er verkehrt
die Wahrheit in Lüge, die Sittlichkeit in
Laster, die Ruhe in Unfrieden, die Ord-
nung in Auflösung aller Verhältnisse und
wirft den Menschen in die Nacht des
ewigen Todes. „Wer nicht glaubt, wird
verdammt werden.“
(Mark. 16, 16.) –
Schätze und liebe darum deinen heiligen
Glauben über alles. Sei sorgfältig be-
dacht, daß du nie daran Schiffbruch leidest.
Lebe so, daß du von Gott keine Strafe zu
fürchten, sondern nur Gutes zu hoffen hast,
so wird dir der Glaube nie schwer fallen.

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[212/0213] Sünden greifen bloß die sittlichen Güter der Menschheit an, der Unglaube ver- sündigt sich gegen Gott selbst. Durch die meisten übrigen Sünden lehnt sich der Mensch gegen dieses oder jenes gött- liche Gebot auf; im Unglauben dagegen widersetzt er sich allem, was Gott gesagt hat, widersetzt sich ihm selbst. – Der Unglaube entspringt nicht dem vernünf- tigen Denken, denn die Vernunft führt zu Gott. Die Wurzel des Unglaubens liegt daher mehr im Willen. Bequemlichkeit und Vernachlässigung der religiösen Pflich- ten, Stolz und Wissensdünkel, Menschen- furcht und lasterhaftes Leben sind meist die Ursachen des Unglaubens. Weil der Glaube Pflichten auferlegt, die den Lei- denschaften zuwider sind, darum will man nicht glauben. – Der Unglaube führt ins zeitliche und ewige Unglück. Er verkehrt die Wahrheit in Lüge, die Sittlichkeit in Laster, die Ruhe in Unfrieden, die Ord- nung in Auflösung aller Verhältnisse und wirft den Menschen in die Nacht des ewigen Todes. „Wer nicht glaubt, wird verdammt werden.“ (Mark. 16, 16.) – Schätze und liebe darum deinen heiligen Glauben über alles. Sei sorgfältig be- dacht, daß du nie daran Schiffbruch leidest. Lebe so, daß du von Gott keine Strafe zu fürchten, sondern nur Gutes zu hoffen hast, so wird dir der Glaube nie schwer fallen.

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Zitationshilfe: Anonym: Führer zum Himmel. Gebet- und Belehrungsbuch für christliche Eheleute, hrsg. von einem Priester des Redemptoristenordens. Dülmen, 1921, S. 212. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/anonym_fuehrer_1921/213>, abgerufen am 30.09.2020.