Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Anzengruber, Ludwig: Der G'wissenswurm. Wien, 1874.

Bild:
<< vorherige Seite
ehrlich von vor'n wieder anheb'n, wann Dir nur taugen
möcht.
Liesl. Wer weiß, ob's mir net taugt.
Wastl. Aber Liesl, neamer für'n Narren halten.
Liesl. Aber Wastl, wie wurd denn dös sein kinna, Du
bist ja hizt so viel g'scheidt.
Wastl. Na, Dir is mer's leicht net g'nug. Aber red'n
laß' no mit Dir d'rüber nach'm Feierabend.
Liesl. Wohl, wohl.
Wastl. Wo b'stellst mich denn hin?
Liesl. Weißt's ja eh -- in Mühlbach!
(Die in der kommenden Scene Auftretenden werden hier sichtbar.)
Wastl. O Du Unend. dös zahlst mer -- (Will sie an sich
ziehen und küßen.)
Liesl (wehrt ihn ab). A Ruh gibst. Eine hob' ich Dir schon
versprochen -- d'Zweite verdienst hizt --
(hat ihn gegen den Heu-
schober und in die Enge getrieben.)
Zaltag ist!
Wastl (wehrt sich). Aber nöt vor dö Leut, Liesl!
Eilfte Scene.
Vorige. Knechte und Mägde, darunter Michl und Annemirl, Rosl.
(Alle durch den Zaun auftretend.)
Michl. Ho, Großknecht, wehr Dich! wehr Dich, sunst
geht's Dir schlecht.
Wastl. Halts Maul!
Annemirl. Je schau, schau, weiß mer's doch jetzt, warum 'n
Wastel kein hiesige Dirn net ansteht, dös is sein Schatz und
der kimmt von auswärts.
Wastl (sieht sie von der Seite an). Besser a Dirn kimmt von
auswärts, als sie geht nach einwärts, dös steht net schön.
Rosl. No, no, Wastl, richtig is net mit Dir, hast ver-
gessen, daß Mittag is? Wir sein Alle schon abg'futtert, hab'
Dir dein Essen af d'Seit g'stellt.
Wastl. Ich frag nach kein'm Essen. Han Liesl, magst
Du's leicht hab'n? Hast ein weiten Weg hinter Deiner; wirst
hung'rig sein.
Liesl. No wann viel is, gib's her.

ehrlich von vor’n wieder anheb’n, wann Dir nur taugen
möcht.
Liesl. Wer weiß, ob’s mir net taugt.
Waſtl. Aber Liesl, neamer für’n Narren halten.
Liesl. Aber Waſtl, wie wurd denn dös ſein kinna, Du
biſt ja hizt ſo viel g’ſcheidt.
Waſtl. Na, Dir is mer’s leicht net g’nug. Aber red’n
laß’ no mit Dir d’rüber nach’m Feierabend.
Liesl. Wohl, wohl.
Waſtl. Wo b’ſtellſt mich denn hin?
Liesl. Weißt’s ja eh — in Mühlbach!
(Die in der kommenden Scene Auftretenden werden hier ſichtbar.)
Waſtl. O Du Unend. dös zahlſt mer — (Will ſie an ſich
ziehen und küßen.)
Liesl (wehrt ihn ab). A Ruh gibſt. Eine hob’ ich Dir ſchon
verſprochen — d’Zweite verdienſt hizt —
(hat ihn gegen den Heu-
ſchober und in die Enge getrieben.)
Zaltag iſt!
Waſtl (wehrt ſich). Aber nöt vor dö Leut, Liesl!
Eilfte Scene.
Vorige. Knechte und Mägde, darunter Michl und Annemirl, Rosl.
(Alle durch den Zaun auftretend.)
Michl. Ho, Großknecht, wehr Dich! wehr Dich, ſunſt
geht’s Dir ſchlecht.
Waſtl. Halts Maul!
Annemirl. Je ſchau, ſchau, weiß mer’s doch jetzt, warum ’n
Waſtel kein hieſige Dirn net anſteht, dös is ſein Schatz und
der kimmt von auswärts.
Waſtl (ſieht ſie von der Seite an). Beſſer a Dirn kimmt von
auswärts, als ſie geht nach einwärts, dös ſteht net ſchön.
Rosl. No, no, Waſtl, richtig is net mit Dir, haſt ver-
geſſen, daß Mittag is? Wir ſein Alle ſchon abg’futtert, hab’
Dir dein Eſſen af d’Seit g’ſtellt.
Waſtl. Ich frag nach kein’m Eſſen. Han Liesl, magſt
Du’s leicht hab’n? Haſt ein weiten Weg hinter Deiner; wirſt
hung’rig ſein.
Liesl. No wann viel is, gib’s her.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <sp who="#WAS">
            <p><pb facs="#f0033" n="25"/>
ehrlich von vor&#x2019;n wieder anheb&#x2019;n, wann Dir nur taugen<lb/>
möcht.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#LIE">
            <speaker> <hi rendition="#b">Liesl.</hi> </speaker>
            <p>Wer weiß, ob&#x2019;s mir net taugt.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#WAS">
            <speaker> <hi rendition="#b">Wa&#x017F;tl.</hi> </speaker>
            <p>Aber Liesl, neamer für&#x2019;n Narren halten.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#LIE">
            <speaker> <hi rendition="#b">Liesl.</hi> </speaker>
            <p>Aber Wa&#x017F;tl, wie wurd denn dös &#x017F;ein kinna, Du<lb/>
bi&#x017F;t ja hizt &#x017F;o viel g&#x2019;&#x017F;cheidt.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#WAS">
            <speaker> <hi rendition="#b">Wa&#x017F;tl.</hi> </speaker>
            <p>Na, Dir is mer&#x2019;s leicht net g&#x2019;nug. Aber red&#x2019;n<lb/>
laß&#x2019; no mit Dir d&#x2019;rüber nach&#x2019;m Feierabend.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#LIE">
            <speaker> <hi rendition="#b">Liesl.</hi> </speaker>
            <p>Wohl, wohl.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#WAS">
            <speaker> <hi rendition="#b">Wa&#x017F;tl.</hi> </speaker>
            <p>Wo b&#x2019;&#x017F;tell&#x017F;t mich denn hin?</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#LIE">
            <speaker> <hi rendition="#b">Liesl.</hi> </speaker>
            <p>Weißt&#x2019;s ja eh &#x2014; in Mühlbach!</p><lb/>
            <stage>(Die in der kommenden Scene Auftretenden werden hier &#x017F;ichtbar.)</stage>
          </sp><lb/>
          <sp who="#WAS">
            <speaker> <hi rendition="#b">Wa&#x017F;tl.</hi> </speaker>
            <p>O Du Unend. dös zahl&#x017F;t mer &#x2014;</p>
            <stage>(Will &#x017F;ie an &#x017F;ich<lb/>
ziehen und küßen.)</stage>
          </sp><lb/>
          <sp who="#LIE">
            <speaker> <hi rendition="#b">Liesl</hi> </speaker>
            <stage>(wehrt ihn ab).</stage>
            <p>A Ruh gib&#x017F;t. Eine hob&#x2019; ich Dir &#x017F;chon<lb/>
ver&#x017F;prochen &#x2014; d&#x2019;Zweite verdien&#x017F;t hizt &#x2014;</p>
            <stage>(hat ihn gegen den Heu-<lb/>
&#x017F;chober und in die Enge getrieben.)</stage>
            <p>Zaltag i&#x017F;t!</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#WAS">
            <speaker> <hi rendition="#b">Wa&#x017F;tl</hi> </speaker>
            <stage>(wehrt &#x017F;ich).</stage>
            <p>Aber nöt vor dö Leut, Liesl!</p>
          </sp>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Eilfte Scene.</hi> </head><lb/>
          <stage><hi rendition="#b">Vorige. Knechte</hi> und <hi rendition="#b">Mägde,</hi> darunter <hi rendition="#b">Michl</hi> und <hi rendition="#b">Annemirl, Rosl.</hi></stage><lb/>
          <stage>(Alle durch den Zaun auftretend.)</stage><lb/>
          <sp who="#MIC">
            <speaker> <hi rendition="#b">Michl.</hi> </speaker>
            <p>Ho, Großknecht, wehr Dich! wehr Dich, &#x017F;un&#x017F;t<lb/>
geht&#x2019;s Dir &#x017F;chlecht.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#WAS">
            <speaker> <hi rendition="#b">Wa&#x017F;tl.</hi> </speaker>
            <p>Halts Maul!</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#ANN">
            <speaker> <hi rendition="#b">Annemirl.</hi> </speaker>
            <p>Je &#x017F;chau, &#x017F;chau, weiß mer&#x2019;s doch jetzt, warum &#x2019;n<lb/>
Wa&#x017F;tel kein hie&#x017F;ige Dirn net an&#x017F;teht, dös is &#x017F;ein Schatz und<lb/>
der kimmt von auswärts.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#WAS">
            <speaker> <hi rendition="#b">Wa&#x017F;tl</hi> </speaker>
            <stage>(&#x017F;ieht &#x017F;ie von der Seite an).</stage>
            <p>Be&#x017F;&#x017F;er a Dirn kimmt von<lb/>
auswärts, als &#x017F;ie geht nach einwärts, dös &#x017F;teht net &#x017F;chön.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#ROS">
            <speaker> <hi rendition="#b">Rosl.</hi> </speaker>
            <p>No, no, Wa&#x017F;tl, richtig is net mit Dir, ha&#x017F;t ver-<lb/>
ge&#x017F;&#x017F;en, daß Mittag is? Wir &#x017F;ein Alle &#x017F;chon abg&#x2019;futtert, hab&#x2019;<lb/>
Dir dein E&#x017F;&#x017F;en af d&#x2019;Seit g&#x2019;&#x017F;tellt.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#WAS">
            <speaker> <hi rendition="#b">Wa&#x017F;tl.</hi> </speaker>
            <p>Ich frag nach kein&#x2019;m E&#x017F;&#x017F;en. Han Liesl, mag&#x017F;t<lb/>
Du&#x2019;s leicht hab&#x2019;n? Ha&#x017F;t ein weiten Weg hinter Deiner; wir&#x017F;t<lb/>
hung&#x2019;rig &#x017F;ein.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#LIE">
            <speaker> <hi rendition="#b">Liesl.</hi> </speaker>
            <p>No wann viel is, gib&#x2019;s her.</p>
          </sp><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[25/0033] ehrlich von vor’n wieder anheb’n, wann Dir nur taugen möcht. Liesl. Wer weiß, ob’s mir net taugt. Waſtl. Aber Liesl, neamer für’n Narren halten. Liesl. Aber Waſtl, wie wurd denn dös ſein kinna, Du biſt ja hizt ſo viel g’ſcheidt. Waſtl. Na, Dir is mer’s leicht net g’nug. Aber red’n laß’ no mit Dir d’rüber nach’m Feierabend. Liesl. Wohl, wohl. Waſtl. Wo b’ſtellſt mich denn hin? Liesl. Weißt’s ja eh — in Mühlbach! (Die in der kommenden Scene Auftretenden werden hier ſichtbar.) Waſtl. O Du Unend. dös zahlſt mer — (Will ſie an ſich ziehen und küßen.) Liesl (wehrt ihn ab). A Ruh gibſt. Eine hob’ ich Dir ſchon verſprochen — d’Zweite verdienſt hizt — (hat ihn gegen den Heu- ſchober und in die Enge getrieben.) Zaltag iſt! Waſtl (wehrt ſich). Aber nöt vor dö Leut, Liesl! Eilfte Scene. Vorige. Knechte und Mägde, darunter Michl und Annemirl, Rosl. (Alle durch den Zaun auftretend.) Michl. Ho, Großknecht, wehr Dich! wehr Dich, ſunſt geht’s Dir ſchlecht. Waſtl. Halts Maul! Annemirl. Je ſchau, ſchau, weiß mer’s doch jetzt, warum ’n Waſtel kein hieſige Dirn net anſteht, dös is ſein Schatz und der kimmt von auswärts. Waſtl (ſieht ſie von der Seite an). Beſſer a Dirn kimmt von auswärts, als ſie geht nach einwärts, dös ſteht net ſchön. Rosl. No, no, Waſtl, richtig is net mit Dir, haſt ver- geſſen, daß Mittag is? Wir ſein Alle ſchon abg’futtert, hab’ Dir dein Eſſen af d’Seit g’ſtellt. Waſtl. Ich frag nach kein’m Eſſen. Han Liesl, magſt Du’s leicht hab’n? Haſt ein weiten Weg hinter Deiner; wirſt hung’rig ſein. Liesl. No wann viel is, gib’s her.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/anzengruber_gwissenswurm_1874
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/anzengruber_gwissenswurm_1874/33
Zitationshilfe: Anzengruber, Ludwig: Der G'wissenswurm. Wien, 1874, S. 25. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/anzengruber_gwissenswurm_1874/33>, abgerufen am 19.01.2019.