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Arent, Wilhelm (Hrsg.): Moderne Dichter-Charaktere. Leipzig, [1885].

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Wilhelm Arent.

Er sei die Flamme, die da ewig brennt,
Die Sonne an der Völker Firmament,
Nicht eher dann verklingt des Sanges Schall,
Bis daß der letzte Mensch erstarb im All.


An * * *

Aus tiefster Seele S. 2.

Zum ewigen Thron strebt ihr empor,
So trotzigstolz und löwenkühn,
Ihr sucht des Himmels Flammenthor,
Nicht eher kann Euch Frieden blüh'n.
O nehmt mich auf in Euern Bund!
Ich bin so arm und leidesmüd',
Im Kampf mit Euch werd' ich gesund,
Vielleicht gelingt mir auch ein Lied.
Ein Lied, das meine Seele reißt
Urmächtig aus der Trübsal Nacht,
Daß frei im Aether schwebt der Geist,
In Blumenduft und Sonnenpracht.
Ein Lied, wie Offenbarungslaut,
Wie Frühlingssturm in Wald und Flur,
Das nur im Licht die Gottheit schaut
Und hüllenlos die Allnatur.
Ein Lied, das wie die Thräne quillt,
Die uns erlöst aus tiefstem Schmerz,
Ein Lied, das jede Sehnsucht stillt,
Und süßer Trost für jedes Herz.
Ein Lied, das nicht mehr brünstig fragt,
Ein Lied, das Alles selig kennt,
In dem der ewige Morgen tagt,
In dem die ewige Sonne brennt.


Wilhelm Arent.

Er ſei die Flamme, die da ewig brennt,
Die Sonne an der Völker Firmament,
Nicht eher dann verklingt des Sanges Schall,
Bis daß der letzte Menſch erſtarb im All.


An * * *

Aus tiefſter Seele S. 2.

Zum ewigen Thron ſtrebt ihr empor,
So trotzigſtolz und löwenkühn,
Ihr ſucht des Himmels Flammenthor,
Nicht eher kann Euch Frieden blüh’n.
O nehmt mich auf in Euern Bund!
Ich bin ſo arm und leidesmüd’,
Im Kampf mit Euch werd’ ich geſund,
Vielleicht gelingt mir auch ein Lied.
Ein Lied, das meine Seele reißt
Urmächtig aus der Trübſal Nacht,
Daß frei im Aether ſchwebt der Geiſt,
In Blumenduft und Sonnenpracht.
Ein Lied, wie Offenbarungslaut,
Wie Frühlingsſturm in Wald und Flur,
Das nur im Licht die Gottheit ſchaut
Und hüllenlos die Allnatur.
Ein Lied, das wie die Thräne quillt,
Die uns erlöſt aus tiefſtem Schmerz,
Ein Lied, das jede Sehnſucht ſtillt,
Und ſüßer Troſt für jedes Herz.
Ein Lied, das nicht mehr brünſtig fragt,
Ein Lied, das Alles ſelig kennt,
In dem der ewige Morgen tagt,
In dem die ewige Sonne brennt.


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[11/0029] Wilhelm Arent. Er ſei die Flamme, die da ewig brennt, Die Sonne an der Völker Firmament, Nicht eher dann verklingt des Sanges Schall, Bis daß der letzte Menſch erſtarb im All. An * * * Aus tiefſter Seele S. 2. Zum ewigen Thron ſtrebt ihr empor, So trotzigſtolz und löwenkühn, Ihr ſucht des Himmels Flammenthor, Nicht eher kann Euch Frieden blüh’n. O nehmt mich auf in Euern Bund! Ich bin ſo arm und leidesmüd’, Im Kampf mit Euch werd’ ich geſund, Vielleicht gelingt mir auch ein Lied. Ein Lied, das meine Seele reißt Urmächtig aus der Trübſal Nacht, Daß frei im Aether ſchwebt der Geiſt, In Blumenduft und Sonnenpracht. Ein Lied, wie Offenbarungslaut, Wie Frühlingsſturm in Wald und Flur, Das nur im Licht die Gottheit ſchaut Und hüllenlos die Allnatur. Ein Lied, das wie die Thräne quillt, Die uns erlöſt aus tiefſtem Schmerz, Ein Lied, das jede Sehnſucht ſtillt, Und ſüßer Troſt für jedes Herz. Ein Lied, das nicht mehr brünſtig fragt, Ein Lied, das Alles ſelig kennt, In dem der ewige Morgen tagt, In dem die ewige Sonne brennt.

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Zitationshilfe: Arent, Wilhelm (Hrsg.): Moderne Dichter-Charaktere. Leipzig, [1885], S. 11. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/arent_dichtercharaktere_1885/29>, abgerufen am 20.02.2019.