Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Arndt, Johann: Von wahrem Christenthumb. Bd. 1. Magdeburg, 1610.

Bild:
<< vorherige Seite
Von der Liebe Gottes

Das ist nun die Liebe von reinem
Hertzen/ das rein ist von aller Welt vnd
Creatur Liebe.

III.

Liebe von gutem Gewissen ist des
Liebe Got
tes vnd des
Nechsten
kan nit ge
trennet
werden.
Nechsten Liebe. Die Liebe Gottes vnd
des Nechsten ist einig/ vnd muß nicht ge-
trennet werden/ Die wahre göttliche
Liebe kan nicht baß gemercket vnnd ge-
prüfet werden/ denn an der Liebe des
Nechsten. Denn wer spricht/ Er liebe
Gott/ vnd hasset seinen Bruder/ der ist
ein Lügener. Denn wer seinen Bruder
nit liebet/ den er sihet/ wie solte er Gott
lieben/ den er nicht sihet? Vnd diß Ge-
bot haben wir von jhm/ daß wer Gott
liebet/ dz er auch seinem Bruder liebe/
1. Joh. 4. Das ist/ die Liebe Gottes kan
nicht wohnen bey einem Menschen-
feinde/ oder einem feindseligen Hertzen.
Item/ wenn du keine Barmhertzigkeit
vbest an deinem Bruder/ den du sihest/
vnd der deiner Barmhertzigkeit bedarff/
wie soltestu Gott lieben/ der deiner nit
bedarff?


1. Der
Von der Liebe Gottes

Das iſt nun die Liebe von reinem
Hertzen/ das rein iſt von aller Welt vñ
Creatur Liebe.

III.

Liebe von gutem Gewiſſen iſt des
Liebe Got
tes vñ des
Nechſten
kan nit ge
trennet
werden.
Nechſten Liebe. Die Liebe Gottes vnd
des Nechſtẽ iſt einig/ vnd muß nicht ge-
trennet werden/ Die wahre goͤttliche
Liebe kan nicht baß gemercket vnnd ge-
pruͤfet werden/ denn an der Liebe des
Nechſten. Denn wer ſpricht/ Er liebe
Gott/ vnd haſſet ſeinen Bruder/ der iſt
ein Luͤgener. Denn wer ſeinen Bruder
nit liebet/ den er ſihet/ wie ſolte er Gott
lieben/ den er nicht ſihet? Vnd diß Ge-
bot haben wir von jhm/ daß wer Gott
liebet/ dz er auch ſeinem Bruder liebe/
1. Joh. 4. Das iſt/ die Liebe Gottes kan
nicht wohnen bey einem Menſchen-
feinde/ oder einem feindſeligen Hertzẽ.
Item/ wenn du keine Barmhertzigkeit
vbeſt an deinem Bruder/ den du ſiheſt/
vñ der deiner Barmhertzigkeit bedarff/
wie ſolteſtu Gott lieben/ der deiner nit
bedarff?


1. Der
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0284" n="252"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Von der Liebe Gottes</hi> </fw><lb/>
            <p>Das i&#x017F;t nun die Liebe von reinem<lb/>
Hertzen/ das rein i&#x017F;t von aller Welt vn&#x0303;<lb/>
Creatur Liebe.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#aq">III.</hi> </head><lb/>
            <p>Liebe von gutem Gewi&#x017F;&#x017F;en i&#x017F;t des<lb/><note place="left">Liebe Got<lb/>
tes vn&#x0303; des<lb/>
Nech&#x017F;ten<lb/>
kan nit ge<lb/>
trennet<lb/>
werden.</note>Nech&#x017F;ten Liebe. Die Liebe Gottes vnd<lb/>
des Nech&#x017F;te&#x0303; i&#x017F;t einig/ vnd muß nicht ge-<lb/>
trennet werden/ Die wahre go&#x0364;ttliche<lb/>
Liebe kan nicht baß gemercket vnnd ge-<lb/>
pru&#x0364;fet werden/ denn an der Liebe des<lb/>
Nech&#x017F;ten. Denn wer &#x017F;pricht/ Er liebe<lb/>
Gott/ vnd ha&#x017F;&#x017F;et &#x017F;einen Bruder/ der i&#x017F;t<lb/>
ein Lu&#x0364;gener. Denn wer &#x017F;einen Bruder<lb/>
nit liebet/ den er &#x017F;ihet/ wie &#x017F;olte er Gott<lb/>
lieben/ den er nicht &#x017F;ihet? Vnd diß Ge-<lb/>
bot haben wir von jhm/ daß wer Gott<lb/>
liebet/ dz er auch &#x017F;einem Bruder liebe/<lb/>
1. Joh. 4. Das i&#x017F;t/ die Liebe Gottes kan<lb/>
nicht wohnen bey einem Men&#x017F;chen-<lb/>
feinde/ oder einem feind&#x017F;eligen Hertze&#x0303;.<lb/>
Item/ wenn du keine Barmhertzigkeit<lb/>
vbe&#x017F;t an deinem Bruder/ den du &#x017F;ihe&#x017F;t/<lb/>
vn&#x0303; der deiner Barmhertzigkeit bedarff/<lb/>
wie &#x017F;olte&#x017F;tu Gott lieben/ der deiner nit<lb/>
bedarff?</p><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch">1. <hi rendition="#fr">Der</hi></fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[252/0284] Von der Liebe Gottes Das iſt nun die Liebe von reinem Hertzen/ das rein iſt von aller Welt vñ Creatur Liebe. III. Liebe von gutem Gewiſſen iſt des Nechſten Liebe. Die Liebe Gottes vnd des Nechſtẽ iſt einig/ vnd muß nicht ge- trennet werden/ Die wahre goͤttliche Liebe kan nicht baß gemercket vnnd ge- pruͤfet werden/ denn an der Liebe des Nechſten. Denn wer ſpricht/ Er liebe Gott/ vnd haſſet ſeinen Bruder/ der iſt ein Luͤgener. Denn wer ſeinen Bruder nit liebet/ den er ſihet/ wie ſolte er Gott lieben/ den er nicht ſihet? Vnd diß Ge- bot haben wir von jhm/ daß wer Gott liebet/ dz er auch ſeinem Bruder liebe/ 1. Joh. 4. Das iſt/ die Liebe Gottes kan nicht wohnen bey einem Menſchen- feinde/ oder einem feindſeligen Hertzẽ. Item/ wenn du keine Barmhertzigkeit vbeſt an deinem Bruder/ den du ſiheſt/ vñ der deiner Barmhertzigkeit bedarff/ wie ſolteſtu Gott lieben/ der deiner nit bedarff? Liebe Got tes vñ des Nechſten kan nit ge trennet werden. 1. Der

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Die "Urausgabe" des ersten Teils von Johann Arndt… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum01_1610
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum01_1610/284
Zitationshilfe: Arndt, Johann: Von wahrem Christenthumb. Bd. 1. Magdeburg, 1610, S. 252. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum01_1610/284>, abgerufen am 03.08.2020.