Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Arndt, Johann: Vom wahren Christenthumb. Bd. 4. Magdeburg, 1610.

Bild:
<< vorherige Seite

sol billig Gott gegeben werden.
Gott/ das ist auff zweyerley weise wie-
der Gott/ Erstlich/ das ich Gott nicht
so Wirdig achte/ vnd so lieb vnd hoch
als mich selbst. Zum andern/ so neh-
me ich Gott dem Herrn/ das so jm
gebürt vor allen Creaturen/ vnnd gebs
seinem Geschöpff/ welches das höchste
vnrecht ist/ vnd wieder die gantze Natur.

Das XXXI. Capittel.
Das der Mensch der sich selbst zu erst
liebet/ sich selbst zu GOtt macht vnnd
zeucht sich selbst Gotte für.
Dan. 9. Du HErr bist Gerecht/
wir aber müssen vns schemen.
Psal. 115. Nicht vns HErr
nicht vns/ sondern deinen Na-
men gib die Ehre.

DIeweil Gott ist/ der Anfang
vnd Ende alles dinges/ so ge-
bürt jhm billig die Erste Liebe
des Menschen/ vnd wenn nun der
Mensch sich selbst/ oder etwas anders

erst
X

ſol billig Gott gegeben werden.
Gott/ das iſt auff zweyerley weiſe wie-
der Gott/ Erſtlich/ das ich Gott nicht
ſo Wirdig achte/ vnd ſo lieb vnd hoch
als mich ſelbſt. Zum andern/ ſo neh-
me ich Gott dem Herrn/ das ſo jm
gebuͤrt vor allen Creaturen/ vnnd gebs
ſeinem Geſchoͤpff/ welches das hoͤchſte
vnrecht iſt/ vñ wieder die gantze Natur.

Das XXXI. Capittel.
Das der Menſch der ſich ſelbſt zu erſt
liebet/ ſich ſelbſt zu GOtt macht vnnd
zeucht ſich ſelbſt Gotte fuͤr.
Dan. 9. Du HErr biſt Gerecht/
wir aber muͤſſen vns ſchemẽ.
Pſal. 115. Nicht vns HErr
nicht vns/ ſondern deinẽ Na-
men gib die Ehre.

DIeweil Gott iſt/ der Anfang
vnd Ende alles dinges/ ſo ge-
buͤrt jhm billig die Erſte Liebe
des Menſchen/ vnd wenn nun der
Menſch ſich ſelbſt/ oder etwas anders

erſt
X
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0323" n="301"/><fw type="header" place="top"><hi rendition="#b">&#x017F;ol billig Gott gegeben werden.</hi></fw><lb/>
Gott/ das i&#x017F;t auff zweyerley wei&#x017F;e wie-<lb/>
der Gott/ Er&#x017F;tlich/ das ich Gott nicht<lb/>
&#x017F;o Wirdig achte/ vnd &#x017F;o lieb vnd hoch<lb/>
als mich &#x017F;elb&#x017F;t. Zum andern/ &#x017F;o neh-<lb/>
me ich Gott dem <hi rendition="#k">Herrn</hi>/ das &#x017F;o jm<lb/>
gebu&#x0364;rt vor allen Creaturen/ vnnd gebs<lb/>
&#x017F;einem Ge&#x017F;cho&#x0364;pff/ welches das ho&#x0364;ch&#x017F;te<lb/>
vnrecht i&#x017F;t/ vn&#x0303; wieder die gantze Natur.</p>
      </div><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Das <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">XXXI.</hi></hi> Capittel.</hi> </head><lb/>
        <head>Das der Men&#x017F;ch der &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t zu er&#x017F;t<lb/><hi rendition="#fr">liebet/ &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t zu GOtt macht vnnd<lb/>
zeucht &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t Gotte fu&#x0364;r.</hi></head><lb/>
        <cit>
          <quote> <hi rendition="#b">Dan. 9. Du HErr bi&#x017F;t Gerecht/<lb/><hi rendition="#et">wir aber mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en vns &#x017F;cheme&#x0303;.<lb/>
P&#x017F;al. 115. Nicht vns HErr<lb/>
nicht vns/ &#x017F;ondern deine&#x0303; Na-<lb/>
men gib die Ehre.</hi></hi> </quote>
        </cit><lb/>
        <p><hi rendition="#in">D</hi>Ieweil Gott i&#x017F;t/ der Anfang<lb/>
vnd Ende alles dinges/ &#x017F;o ge-<lb/>
bu&#x0364;rt jhm billig die Er&#x017F;te Liebe<lb/>
des Men&#x017F;chen/ vnd wenn nun der<lb/>
Men&#x017F;ch &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t/ oder etwas anders<lb/>
<fw type="sig" place="bottom"><hi rendition="#aq">X</hi></fw><fw type="catch" place="bottom">er&#x017F;t</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[301/0323] ſol billig Gott gegeben werden. Gott/ das iſt auff zweyerley weiſe wie- der Gott/ Erſtlich/ das ich Gott nicht ſo Wirdig achte/ vnd ſo lieb vnd hoch als mich ſelbſt. Zum andern/ ſo neh- me ich Gott dem Herrn/ das ſo jm gebuͤrt vor allen Creaturen/ vnnd gebs ſeinem Geſchoͤpff/ welches das hoͤchſte vnrecht iſt/ vñ wieder die gantze Natur. Das XXXI. Capittel. Das der Menſch der ſich ſelbſt zu erſt liebet/ ſich ſelbſt zu GOtt macht vnnd zeucht ſich ſelbſt Gotte fuͤr. Dan. 9. Du HErr biſt Gerecht/ wir aber muͤſſen vns ſchemẽ. Pſal. 115. Nicht vns HErr nicht vns/ ſondern deinẽ Na- men gib die Ehre. DIeweil Gott iſt/ der Anfang vnd Ende alles dinges/ ſo ge- buͤrt jhm billig die Erſte Liebe des Menſchen/ vnd wenn nun der Menſch ſich ſelbſt/ oder etwas anders erſt X

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum04_1610
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum04_1610/323
Zitationshilfe: Arndt, Johann: Vom wahren Christenthumb. Bd. 4. Magdeburg, 1610, S. 301. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum04_1610/323>, abgerufen am 08.07.2020.