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Arnim, Achim von; Brentano, Clemens: Des Knaben Wunderhorn. Bd. 1. Heidelberg, 1806.

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"Was doch der Braut mocht kommen ein,
"Das Weggehn war nun gar nicht fein!"
Sie setzen sich zum Braten hin,
Uneins und doch in einem Sinn.
Die Alte lehrt dem Sohn beim Mahl:
"Die Welt wird vornehm auf einmal,
"Dir war die magre Wildkatz recht,
"Ihr schien der fette Kater schlecht."


Wiegenlied.

Ottmars Volkssagen. Bremen 1800. S. 43 und 44

Buko von Halberstadt,
Bring doch meinem Kinde was,
Was soll ich ihm bringen?
Rothe Schuh mit Ringen,
Schöne Schuh mit Gold beschlagen,
Die soll unser Kindchen tragen.
Hurraso, Burra fort,
Wagen und schön Schuh sind fort,
Stecken tief im Sumpfe,
Pferde sind ertrunken,
Hurra, schrei nicht Reitersknecht,
Warum fährst du auch so schlecht!


„Was doch der Braut mocht kommen ein,
„Das Weggehn war nun gar nicht fein!“
Sie ſetzen ſich zum Braten hin,
Uneins und doch in einem Sinn.
Die Alte lehrt dem Sohn beim Mahl:
„Die Welt wird vornehm auf einmal,
„Dir war die magre Wildkatz recht,
„Ihr ſchien der fette Kater ſchlecht.“


Wiegenlied.

Ottmars Volksſagen. Bremen 1800. S. 43 und 44

Buko von Halberſtadt,
Bring doch meinem Kinde was,
Was ſoll ich ihm bringen?
Rothe Schuh mit Ringen,
Schoͤne Schuh mit Gold beſchlagen,
Die ſoll unſer Kindchen tragen.
Hurraſo, Burra fort,
Wagen und ſchoͤn Schuh ſind fort,
Stecken tief im Sumpfe,
Pferde ſind ertrunken,
Hurra, ſchrei nicht Reitersknecht,
Warum faͤhrſt du auch ſo ſchlecht!


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[92/0101] „Was doch der Braut mocht kommen ein, „Das Weggehn war nun gar nicht fein!“ Sie ſetzen ſich zum Braten hin, Uneins und doch in einem Sinn. Die Alte lehrt dem Sohn beim Mahl: „Die Welt wird vornehm auf einmal, „Dir war die magre Wildkatz recht, „Ihr ſchien der fette Kater ſchlecht.“ Wiegenlied. Ottmars Volksſagen. Bremen 1800. S. 43 und 44 Buko von Halberſtadt, Bring doch meinem Kinde was, Was ſoll ich ihm bringen? Rothe Schuh mit Ringen, Schoͤne Schuh mit Gold beſchlagen, Die ſoll unſer Kindchen tragen. Hurraſo, Burra fort, Wagen und ſchoͤn Schuh ſind fort, Stecken tief im Sumpfe, Pferde ſind ertrunken, Hurra, ſchrei nicht Reitersknecht, Warum faͤhrſt du auch ſo ſchlecht!

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Zitationshilfe: Arnim, Achim von; Brentano, Clemens: Des Knaben Wunderhorn. Bd. 1. Heidelberg, 1806, S. 92. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/arnim_wunderhorn01_1806/101>, abgerufen am 01.12.2020.