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Arnim, Achim von; Brentano, Clemens: Des Knaben Wunderhorn. Bd. 1. Heidelberg, 1806.

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Der Fähndrich.

Fliegendes Blat.

Marschiert ihr Regiment
Nun in das Feld,
In aller Welt
Viel Krieg ist heuer zu finden.
Bey der Frau Wirthin Nachts,
Sie kehrten ein:
"Wollen lustig seyn,
"Das Mädchen schläft allein."
Und als das Mädchen nun
Vom Schlaf erwacht,
Und sich bedacht,
Da fing sie an zu weinen.
"Ey schwarzbraun Mädchen sagt,
"Was weint ihr hier?"
"Ein schöner Offzier,
"Hat mir genommen mein Ehr!"
Der Hauptmann ein braver Mann,
Die Trommeln rührt,
Die Trommeln rührt,
Den Feldmarsch läst er schlagen.
Er ließ marschieren sie,
Zu zwey und drey,
Zu drey und zwey,
Auf daß sie ihn erkenne.

Der Faͤhndrich.

Fliegendes Blat.

Marſchiert ihr Regiment
Nun in das Feld,
In aller Welt
Viel Krieg iſt heuer zu finden.
Bey der Frau Wirthin Nachts,
Sie kehrten ein:
„Wollen luſtig ſeyn,
„Das Maͤdchen ſchlaͤft allein.“
Und als das Maͤdchen nun
Vom Schlaf erwacht,
Und ſich bedacht,
Da fing ſie an zu weinen.
„Ey ſchwarzbraun Maͤdchen ſagt,
„Was weint ihr hier?“
„Ein ſchoͤner Offzier,
„Hat mir genommen mein Ehr!“
Der Hauptmann ein braver Mann,
Die Trommeln ruͤhrt,
Die Trommeln ruͤhrt,
Den Feldmarſch laͤſt er ſchlagen.
Er ließ marſchieren ſie,
Zu zwey und drey,
Zu drey und zwey,
Auf daß ſie ihn erkenne.

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[358[368]/0377] Der Faͤhndrich. Fliegendes Blat. Marſchiert ihr Regiment Nun in das Feld, In aller Welt Viel Krieg iſt heuer zu finden. Bey der Frau Wirthin Nachts, Sie kehrten ein: „Wollen luſtig ſeyn, „Das Maͤdchen ſchlaͤft allein.“ Und als das Maͤdchen nun Vom Schlaf erwacht, Und ſich bedacht, Da fing ſie an zu weinen. „Ey ſchwarzbraun Maͤdchen ſagt, „Was weint ihr hier?“ „Ein ſchoͤner Offzier, „Hat mir genommen mein Ehr!“ Der Hauptmann ein braver Mann, Die Trommeln ruͤhrt, Die Trommeln ruͤhrt, Den Feldmarſch laͤſt er ſchlagen. Er ließ marſchieren ſie, Zu zwey und drey, Zu drey und zwey, Auf daß ſie ihn erkenne.

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Zitationshilfe: Arnim, Achim von; Brentano, Clemens: Des Knaben Wunderhorn. Bd. 1. Heidelberg, 1806, S. 358[368]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/arnim_wunderhorn01_1806/377>, abgerufen am 02.12.2020.