Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Bd. 1. 2. Aufl. Berlin, 1753.

Bild:
<< vorherige Seite

Von der Finger-Setzung.
den Noten sind der im 33. §. angeführten Regel gemäß; die andernTab. I.
können dem ohngeacht in gewissen Fällen auch gute Dienste thun.

§. 45.

G moll im Absteigen ist nach Fig. XIX. nur ein-
fach. Man wird von selbst begreiffen, wenn eine Passagie nicht
just sich so anfinge, was man im Anfange vor einen Finger ein-
setzen müste.

§. 46.

D dur im Aufsteigen bey Fig. XX. hat in der rech-
ten Hand nur eine, in der lincken aber drey Arten von Appli-
caturen; die nächste unter den Noten ist nach der Regel wegen
Einsetzung des Daumens und in allerley Arten von Passagien,
welche nicht eben sich so anfangen und endigen, wie hier vorge-
schrieben ist, zu brauchen; im übrigen sind die andern beyden,
bey diesem Falle besonders auch gut und zu üben. Die mittelste im
Basse beweißt den im 35. §. angeführten Vorzug dieses Ueberschlagens.

§. 47.

D dur im Absteigen zeigt in Fig. XXI. für die
rechte Hand dreyerley und für die lincke zweyerley Finger-Setzung,
wovon jede in ihrer Art brauchbar ist.

§. 48.

H moll im Aufsteigen findet sich bey Fig. XXII. für
beyde Hände einfach. Wenn die Passagie nicht just sich anfängt
wie hier stehet, so setzet man in der lincken Hand an statt des
vierten Fingers den Daumen ein. Dieses mercken wir überhaupt
bey allen Scalen, daß, nach verändertem Anfange, der Finger
eingesetzet werden muß, welcher in der Folge über der Octave
stehet. Bey der rechten Hand findet sich eine unvermeidliche Aus-
nahme wider die im 33. §. angeführte Regel. Wer solche Re-
gel gut in den Fingern hat, muß wohl acht haben, damit er nicht
den Daumen statt des e, in das d setze. Dieser Punct macht diese
Scale etwas verführerisch.

§. 49.

H moll im Absteigen treffen wir bey Fig. XXIII.
einfach an. Man könte auch mit dem kleinen Finger in der

rech-
D

Von der Finger-Setzung.
den Noten ſind der im 33. §. angefuͤhrten Regel gemaͤß; die andernTab. I.
koͤnnen dem ohngeacht in gewiſſen Faͤllen auch gute Dienſte thun.

§. 45.

G moll im Abſteigen iſt nach Fig. XIX. nur ein-
fach. Man wird von ſelbſt begreiffen, wenn eine Paſſagie nicht
juſt ſich ſo anfinge, was man im Anfange vor einen Finger ein-
ſetzen muͤſte.

§. 46.

D dur im Aufſteigen bey Fig. XX. hat in der rech-
ten Hand nur eine, in der lincken aber drey Arten von Appli-
caturen; die naͤchſte unter den Noten iſt nach der Regel wegen
Einſetzung des Daumens und in allerley Arten von Paſſagien,
welche nicht eben ſich ſo anfangen und endigen, wie hier vorge-
ſchrieben iſt, zu brauchen; im uͤbrigen ſind die andern beyden,
bey dieſem Falle beſonders auch gut und zu uͤben. Die mittelſte im
Baſſe beweißt den im 35. §. angefuͤhrten Vorzug dieſes Ueberſchlagens.

§. 47.

D dur im Abſteigen zeigt in Fig. XXI. fuͤr die
rechte Hand dreyerley und fuͤr die lincke zweyerley Finger-Setzung,
wovon jede in ihrer Art brauchbar iſt.

§. 48.

H moll im Aufſteigen findet ſich bey Fig. XXII. fuͤr
beyde Haͤnde einfach. Wenn die Paſſagie nicht juſt ſich anfaͤngt
wie hier ſtehet, ſo ſetzet man in der lincken Hand an ſtatt des
vierten Fingers den Daumen ein. Dieſes mercken wir uͤberhaupt
bey allen Scalen, daß, nach veraͤndertem Anfange, der Finger
eingeſetzet werden muß, welcher in der Folge uͤber der Octave
ſtehet. Bey der rechten Hand findet ſich eine unvermeidliche Aus-
nahme wider die im 33. §. angefuͤhrte Regel. Wer ſolche Re-
gel gut in den Fingern hat, muß wohl acht haben, damit er nicht
den Daumen ſtatt des e, in das d ſetze. Dieſer Punct macht dieſe
Scale etwas verfuͤhreriſch.

§. 49.

H moll im Abſteigen treffen wir bey Fig. XXIII.
einfach an. Man koͤnte auch mit dem kleinen Finger in der

rech-
D
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0033" n="25"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Von der Finger-Setzung.</hi></fw><lb/>
den Noten &#x017F;ind der im 33. §. angefu&#x0364;hrten Regel gema&#x0364;ß; die andern<note place="right">Tab. <hi rendition="#aq">I.</hi></note><lb/>
ko&#x0364;nnen dem ohngeacht in gewi&#x017F;&#x017F;en Fa&#x0364;llen auch gute Dien&#x017F;te thun.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 45.</head>
          <p>G moll im Ab&#x017F;teigen i&#x017F;t nach Fig. <hi rendition="#aq">XIX.</hi> nur ein-<lb/>
fach. Man wird von &#x017F;elb&#x017F;t begreiffen, wenn eine Pa&#x017F;&#x017F;agie nicht<lb/>
ju&#x017F;t &#x017F;ich &#x017F;o anfinge, was man im Anfange vor einen Finger ein-<lb/>
&#x017F;etzen mu&#x0364;&#x017F;te.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 46.</head>
          <p>D dur im Auf&#x017F;teigen bey Fig. <hi rendition="#aq">XX.</hi> hat in der rech-<lb/>
ten Hand nur eine, in der lincken aber drey Arten von Appli-<lb/>
caturen; die na&#x0364;ch&#x017F;te unter den Noten i&#x017F;t nach der Regel wegen<lb/>
Ein&#x017F;etzung des Daumens und in allerley Arten von Pa&#x017F;&#x017F;agien,<lb/>
welche nicht eben &#x017F;ich &#x017F;o anfangen und endigen, wie hier vorge-<lb/>
&#x017F;chrieben i&#x017F;t, zu brauchen; im u&#x0364;brigen &#x017F;ind die andern beyden,<lb/>
bey die&#x017F;em Falle be&#x017F;onders auch gut und zu u&#x0364;ben. Die mittel&#x017F;te im<lb/>
Ba&#x017F;&#x017F;e beweißt den im 35. §. angefu&#x0364;hrten Vorzug die&#x017F;es Ueber&#x017F;chlagens.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 47.</head>
          <p>D dur im Ab&#x017F;teigen zeigt in Fig. <hi rendition="#aq">XXI.</hi> fu&#x0364;r die<lb/>
rechte Hand dreyerley und fu&#x0364;r die lincke zweyerley Finger-Setzung,<lb/>
wovon jede in ihrer Art brauchbar i&#x017F;t.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 48.</head>
          <p>H moll im Auf&#x017F;teigen findet &#x017F;ich bey Fig. <hi rendition="#aq">XXII.</hi> fu&#x0364;r<lb/>
beyde Ha&#x0364;nde einfach. Wenn die Pa&#x017F;&#x017F;agie nicht ju&#x017F;t &#x017F;ich anfa&#x0364;ngt<lb/>
wie hier &#x017F;tehet, &#x017F;o &#x017F;etzet man in der lincken Hand an &#x017F;tatt des<lb/>
vierten Fingers den Daumen ein. Die&#x017F;es mercken wir u&#x0364;berhaupt<lb/>
bey allen Scalen, daß, nach vera&#x0364;ndertem Anfange, der Finger<lb/>
einge&#x017F;etzet werden muß, welcher in der Folge u&#x0364;ber der Octave<lb/>
&#x017F;tehet. Bey der rechten Hand findet &#x017F;ich eine unvermeidliche Aus-<lb/>
nahme wider die im 33. §. angefu&#x0364;hrte Regel. Wer &#x017F;olche Re-<lb/>
gel gut in den Fingern hat, muß wohl acht haben, damit er nicht<lb/>
den Daumen &#x017F;tatt des e, in das d &#x017F;etze. Die&#x017F;er Punct macht die&#x017F;e<lb/>
Scale etwas verfu&#x0364;hreri&#x017F;ch.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 49.</head>
          <p>H moll im Ab&#x017F;teigen treffen wir bey Fig. <hi rendition="#aq">XXIII.</hi><lb/>
einfach an. Man ko&#x0364;nte auch mit dem kleinen Finger in der<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">D</fw><fw place="bottom" type="catch">rech-</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[25/0033] Von der Finger-Setzung. den Noten ſind der im 33. §. angefuͤhrten Regel gemaͤß; die andern koͤnnen dem ohngeacht in gewiſſen Faͤllen auch gute Dienſte thun. Tab. I. §. 45. G moll im Abſteigen iſt nach Fig. XIX. nur ein- fach. Man wird von ſelbſt begreiffen, wenn eine Paſſagie nicht juſt ſich ſo anfinge, was man im Anfange vor einen Finger ein- ſetzen muͤſte. §. 46. D dur im Aufſteigen bey Fig. XX. hat in der rech- ten Hand nur eine, in der lincken aber drey Arten von Appli- caturen; die naͤchſte unter den Noten iſt nach der Regel wegen Einſetzung des Daumens und in allerley Arten von Paſſagien, welche nicht eben ſich ſo anfangen und endigen, wie hier vorge- ſchrieben iſt, zu brauchen; im uͤbrigen ſind die andern beyden, bey dieſem Falle beſonders auch gut und zu uͤben. Die mittelſte im Baſſe beweißt den im 35. §. angefuͤhrten Vorzug dieſes Ueberſchlagens. §. 47. D dur im Abſteigen zeigt in Fig. XXI. fuͤr die rechte Hand dreyerley und fuͤr die lincke zweyerley Finger-Setzung, wovon jede in ihrer Art brauchbar iſt. §. 48. H moll im Aufſteigen findet ſich bey Fig. XXII. fuͤr beyde Haͤnde einfach. Wenn die Paſſagie nicht juſt ſich anfaͤngt wie hier ſtehet, ſo ſetzet man in der lincken Hand an ſtatt des vierten Fingers den Daumen ein. Dieſes mercken wir uͤberhaupt bey allen Scalen, daß, nach veraͤndertem Anfange, der Finger eingeſetzet werden muß, welcher in der Folge uͤber der Octave ſtehet. Bey der rechten Hand findet ſich eine unvermeidliche Aus- nahme wider die im 33. §. angefuͤhrte Regel. Wer ſolche Re- gel gut in den Fingern hat, muß wohl acht haben, damit er nicht den Daumen ſtatt des e, in das d ſetze. Dieſer Punct macht dieſe Scale etwas verfuͤhreriſch. §. 49. H moll im Abſteigen treffen wir bey Fig. XXIII. einfach an. Man koͤnte auch mit dem kleinen Finger in der rech- D

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Die Erstauflage dieses Teils erschien als selbstä… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch01_1759
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch01_1759/33
Zitationshilfe: Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Bd. 1. 2. Aufl. Berlin, 1753, S. 25. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch01_1759/33>, abgerufen am 15.12.2019.