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Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Bd. 2. Berlin, 1762.

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Ein und dreißigstes Capitel.


Ein und dreyßigstes Capitel.
Von den Fermaten.
§. 1.

Aus dem ersten Theile dieses Versuches wissen wir, daß
die Fermaten auf verschiedene Art ausgeführet werden.
Es bleibet uns hierbey nichts übrig, als zu zeigen, wie man bey
der Begleitung mit diesen Fermaten zu verfahren habe.

§. 2.

Die Hauptstimme mag in eine Fermate springen (a),
oder durch einen Vorschlag hinein gehen (b), in beyden Fällen
wird die fermirende Grundnote ohne Begleitung mit der linken
Hand allein angeschlagen, und bey dem Ende der Fermate mit
der gebrochenen darzu gehörigen Harmonie noch einmal wieder-
holet. Die Hauptstimme erhält hierdurch überhaupt alle mög-
liche Freyheit diese Fermate auszuführen, wie sie will. So wird
z. E. in dem Falle bey (a) das künstliche Ab- und Zunehmen
der Stärke des Trillers, oder Aushaltens, durch das Rauschen
der Harmonie nicht verdunkelt, und bey (b) dem Vortrage des
Vorschlages nichts in den Weg geleget. Solten auch noch andere
Verzierungen von der Hauptstimme angebracht werden, so ist das
tasto solo in aller Art hier unentbehrlich. Wenn bey (a) unter
der fermirenden Grundnote Forte stehet, so kann man alsdenn
die Harmonie in der rechten Hand kurz abgestossen oder ganz
kurz gebrochen
mit der Grundnote anschlagen.

[Abbildung]

§. 3.
Ein und dreißigſtes Capitel.


Ein und dreyßigſtes Capitel.
Von den Fermaten.
§. 1.

Aus dem erſten Theile dieſes Verſuches wiſſen wir, daß
die Fermaten auf verſchiedene Art ausgeführet werden.
Es bleibet uns hierbey nichts übrig, als zu zeigen, wie man bey
der Begleitung mit dieſen Fermaten zu verfahren habe.

§. 2.

Die Hauptſtimme mag in eine Fermate ſpringen (a),
oder durch einen Vorſchlag hinein gehen (b), in beyden Fällen
wird die fermirende Grundnote ohne Begleitung mit der linken
Hand allein angeſchlagen, und bey dem Ende der Fermate mit
der gebrochenen darzu gehörigen Harmonie noch einmal wieder-
holet. Die Hauptſtimme erhält hierdurch überhaupt alle mög-
liche Freyheit dieſe Fermate auszuführen, wie ſie will. So wird
z. E. in dem Falle bey (a) das künſtliche Ab- und Zunehmen
der Stärke des Trillers, oder Aushaltens, durch das Rauſchen
der Harmonie nicht verdunkelt, und bey (b) dem Vortrage des
Vorſchlages nichts in den Weg geleget. Solten auch noch andere
Verzierungen von der Hauptſtimme angebracht werden, ſo iſt das
taſto ſolo in aller Art hier unentbehrlich. Wenn bey (a) unter
der fermirenden Grundnote Forte ſtehet, ſo kann man alsdenn
die Harmonie in der rechten Hand kurz abgeſtoſſen oder ganz
kurz gebrochen
mit der Grundnote anſchlagen.

[Abbildung]

§. 3.
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[266/0276] Ein und dreißigſtes Capitel. Ein und dreyßigſtes Capitel. Von den Fermaten. §. 1. Aus dem erſten Theile dieſes Verſuches wiſſen wir, daß die Fermaten auf verſchiedene Art ausgeführet werden. Es bleibet uns hierbey nichts übrig, als zu zeigen, wie man bey der Begleitung mit dieſen Fermaten zu verfahren habe. §. 2. Die Hauptſtimme mag in eine Fermate ſpringen (a), oder durch einen Vorſchlag hinein gehen (b), in beyden Fällen wird die fermirende Grundnote ohne Begleitung mit der linken Hand allein angeſchlagen, und bey dem Ende der Fermate mit der gebrochenen darzu gehörigen Harmonie noch einmal wieder- holet. Die Hauptſtimme erhält hierdurch überhaupt alle mög- liche Freyheit dieſe Fermate auszuführen, wie ſie will. So wird z. E. in dem Falle bey (a) das künſtliche Ab- und Zunehmen der Stärke des Trillers, oder Aushaltens, durch das Rauſchen der Harmonie nicht verdunkelt, und bey (b) dem Vortrage des Vorſchlages nichts in den Weg geleget. Solten auch noch andere Verzierungen von der Hauptſtimme angebracht werden, ſo iſt das taſto ſolo in aller Art hier unentbehrlich. Wenn bey (a) unter der fermirenden Grundnote Forte ſtehet, ſo kann man alsdenn die Harmonie in der rechten Hand kurz abgeſtoſſen oder ganz kurz gebrochen mit der Grundnote anſchlagen. [Abbildung] §. 3.

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Zitationshilfe: Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Bd. 2. Berlin, 1762, S. 266. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch02_1762/276>, abgerufen am 04.08.2020.