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Bahr, Hermann: Das Phantom. Berlin, 1913.

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Ton). Sinn hat das alles ja doch keinen oder wir können
ihn jedenfalls nicht erkennen, also spielen wir damit, der
Ernst kommt später.
Eva. Und Kuno bestreitet das? -- (Ohne die Antwort
abzuwarten, plötzlich sehr eilig.)
Aber leider -- ich muß zur
Ausstellung! (Mit einem koketten Blick auf Fidelis.) Kom-
men Sie mit?
Fidelis. Wir begleiten Sie beide ein Stück.
Kuno (geht durch den blauen Gang ab, um Hut, Stock und
Mantel zu holen).
Eva (leicht erstaunt, fast ein wenig enttäuscht und bedauernd).
Du gehst mit?
Fidelis (in Evas halb enttäuschten und bedauernden Ton
einstimmend; achselzuckend).
Ja. Schade.
Eva (tut beleidigt, aber mit einem koketten Lächeln). Ach Sie!
Fidelis. Wir haben noch einiges zu erledigen, ich und
der Gatte. Sobald das aber in Ordnung ist, dann --
(Er blickt sie unverschämt an.)
Diener (durch die Türe rechts Fidelis Hut und Mantel
bringend; die Türe bleibt offen).
Eva (sich malerisch windend; sehr kokett). Dann komm
wohl ich dran? (Lacht ihr grundloses Lachen und geht zur
Türe rechts.)
Kuno (kommt durch den blauen Gang zurück, Hut, Mantel
und Stock mit einer Sphinx im elfenbeinernen Griff).
Fidelis (indem er Hut und Mantel nimmt, lachend zu Eva).
Ich hoffe, ich hoffe sehr. Aber nur schön eins nach dem
anderen, der Reihe nach. Ich bin ein Mann der Ord-
nung.

(Vorhang.)
Ton). Sinn hat das alles ja doch keinen oder wir können
ihn jedenfalls nicht erkennen, alſo ſpielen wir damit, der
Ernſt kommt ſpäter.
Eva. Und Kuno beſtreitet das? — (Ohne die Antwort
abzuwarten, ploͤtzlich ſehr eilig.)
Aber leider — ich muß zur
Ausſtellung! (Mit einem koketten Blick auf Fidelis.) Kom-
men Sie mit?
Fidelis. Wir begleiten Sie beide ein Stück.
Kuno (geht durch den blauen Gang ab, um Hut, Stock und
Mantel zu holen).
Eva (leicht erſtaunt, faſt ein wenig enttaͤuſcht und bedauernd).
Du gehſt mit?
Fidelis (in Evas halb enttaͤuſchten und bedauernden Ton
einſtimmend; achſelzuckend).
Ja. Schade.
Eva (tut beleidigt, aber mit einem koketten Laͤcheln). Ach Sie!
Fidelis. Wir haben noch einiges zu erledigen, ich und
der Gatte. Sobald das aber in Ordnung iſt, dann —
(Er blickt ſie unverſchaͤmt an.)
Diener (durch die Tuͤre rechts Fidelis Hut und Mantel
bringend; die Tuͤre bleibt offen).
Eva (ſich maleriſch windend; ſehr kokett). Dann komm
wohl ich dran? (Lacht ihr grundloſes Lachen und geht zur
Tuͤre rechts.)
Kuno (kommt durch den blauen Gang zuruͤck, Hut, Mantel
und Stock mit einer Sphinx im elfenbeinernen Griff).
Fidelis (indem er Hut und Mantel nimmt, lachend zu Eva).
Ich hoffe, ich hoffe ſehr. Aber nur ſchön eins nach dem
anderen, der Reihe nach. Ich bin ein Mann der Ord-
nung.

(Vorhang.)
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[105/0111] Ton). Sinn hat das alles ja doch keinen oder wir können ihn jedenfalls nicht erkennen, alſo ſpielen wir damit, der Ernſt kommt ſpäter. Eva. Und Kuno beſtreitet das? — (Ohne die Antwort abzuwarten, ploͤtzlich ſehr eilig.) Aber leider — ich muß zur Ausſtellung! (Mit einem koketten Blick auf Fidelis.) Kom- men Sie mit? Fidelis. Wir begleiten Sie beide ein Stück. Kuno (geht durch den blauen Gang ab, um Hut, Stock und Mantel zu holen). Eva (leicht erſtaunt, faſt ein wenig enttaͤuſcht und bedauernd). Du gehſt mit? Fidelis (in Evas halb enttaͤuſchten und bedauernden Ton einſtimmend; achſelzuckend). Ja. Schade. Eva (tut beleidigt, aber mit einem koketten Laͤcheln). Ach Sie! Fidelis. Wir haben noch einiges zu erledigen, ich und der Gatte. Sobald das aber in Ordnung iſt, dann — (Er blickt ſie unverſchaͤmt an.) Diener (durch die Tuͤre rechts Fidelis Hut und Mantel bringend; die Tuͤre bleibt offen). Eva (ſich maleriſch windend; ſehr kokett). Dann komm wohl ich dran? (Lacht ihr grundloſes Lachen und geht zur Tuͤre rechts.) Kuno (kommt durch den blauen Gang zuruͤck, Hut, Mantel und Stock mit einer Sphinx im elfenbeinernen Griff). Fidelis (indem er Hut und Mantel nimmt, lachend zu Eva). Ich hoffe, ich hoffe ſehr. Aber nur ſchön eins nach dem anderen, der Reihe nach. Ich bin ein Mann der Ord- nung. (Vorhang.)

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Zitationshilfe: Bahr, Hermann: Das Phantom. Berlin, 1913, S. 105. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bahr_phantom_1913/111>, abgerufen am 21.02.2020.