Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626.

Bild:
<< vorherige Seite

Joh. Barclayens Argenis/
lassen) vnbillicher weise auffgerieben wurde:

Nach dem diese Sache eine zeitlang vnter jhnen
gehandelt worden/ fienge die Auffruhr an stille zu
werden/ wie ein Vngewitter das sich legete. Dann
beydes folgete Archombrotus deß Arsidas seiner
Warnung/ vnd der Pöfel wardt ingleichem besänf-
tiget/ nicht allein/ daß man jhn nicht verachtet het-
te/ sondern auch daß er meinete er hette vberwunden.
Hierauff vnterhielte Timoclee diese Eintracht mit
einer wircklichen Freygebigkeit/ ließ deß besten alten
Weins bringen/ vnnd trug den Bawern die fülle
für. Sie theileten sich vntereinander auß/ vnd hiel-
ten vmbzechig Schildtwache. In deß Archombro-
tus Schlaffgemache lagen Achte vmb sein Bette
auff dem Stro: so viel auch an der Timocleen Kam-
merthür/ darinnen sie ruhete. Die andern gaben
entweder in der Taffelstube/ oder an dem Hofethore
gute Auffacht/ es were dann daß sie auß Truncken-
heit entschlieffen: welches so offte widerfuhre/ daß
jhre Gefangene sie leichtlich zu betriegen fug ge-
habt/ da sie jhnen mit Betrug oder Schaden begeg-
nen wollen. Aber wann Archombrotus die Flucht
gegeben hette/ so were es vber Timocleen hinauß
gegangen: weil alle darfür hetten gehalten/
daß Poliarchus jhnen entriessen
were.

Arsidas

Joh. Barclayens Argenis/
laſſen) vnbillicher weiſe auffgerieben wurde:

Nach dem dieſe Sache eine zeitlang vnter jhnen
gehandelt worden/ fienge die Auffruhr an ſtille zu
werden/ wie ein Vngewitter das ſich legete. Dann
beydes folgete Archombrotus deß Arſidas ſeiner
Warnung/ vnd der Poͤfel wardt ingleichem beſaͤnf-
tiget/ nicht allein/ daß man jhn nicht verachtet het-
te/ ſondern auch daß er meinete er hette vberwunden.
Hierauff vnterhielte Timoclee dieſe Eintracht mit
einer wircklichen Freygebigkeit/ ließ deß beſten alten
Weins bringen/ vnnd trug den Bawern die fuͤlle
fuͤr. Sie theileten ſich vntereinander auß/ vnd hiel-
ten vmbzechig Schildtwache. In deß Archombro-
tus Schlaffgemache lagen Achte vmb ſein Bette
auff dem Stro: ſo viel auch an der Timocleen Kam-
merthuͤr/ darinnen ſie ruhete. Die andern gaben
entweder in der Taffelſtube/ oder an dem Hofethore
gute Auffacht/ es were dann daß ſie auß Truncken-
heit entſchlieffen: welches ſo offte widerfuhre/ daß
jhre Gefangene ſie leichtlich zu betriegen fug ge-
habt/ da ſie jhnen mit Betrug oder Schaden begeg-
nen wollen. Aber wann Archombrotus die Flucht
gegeben hette/ ſo were es vber Timocleen hinauß
gegangen: weil alle darfuͤr hetten gehalten/
daß Poliarchus jhnen entrieſſen
were.

Arſidas
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0154" n="110"/><fw place="top" type="header">Joh. Barclayens Argenis/</fw><lb/>
la&#x017F;&#x017F;en) vnbillicher wei&#x017F;e auffgerieben wurde:</p><lb/>
            <p>Nach dem die&#x017F;e Sache eine zeitlang vnter jhnen<lb/>
gehandelt worden/ fienge die Auffruhr an &#x017F;tille zu<lb/>
werden/ wie ein Vngewitter das &#x017F;ich legete. Dann<lb/>
beydes folgete Archombrotus deß Ar&#x017F;idas &#x017F;einer<lb/>
Warnung/ vnd der Po&#x0364;fel wardt ingleichem be&#x017F;a&#x0364;nf-<lb/>
tiget/ nicht allein/ daß man jhn nicht verachtet het-<lb/>
te/ &#x017F;ondern auch daß er meinete er hette vberwunden.<lb/>
Hierauff vnterhielte Timoclee die&#x017F;e Eintracht mit<lb/>
einer wircklichen Freygebigkeit/ ließ deß be&#x017F;ten alten<lb/>
Weins bringen/ vnnd trug den Bawern die fu&#x0364;lle<lb/>
fu&#x0364;r. Sie theileten &#x017F;ich vntereinander auß/ vnd hiel-<lb/>
ten vmbzechig Schildtwache. In deß Archombro-<lb/>
tus Schlaffgemache lagen Achte vmb &#x017F;ein Bette<lb/>
auff dem Stro: &#x017F;o viel auch an der Timocleen Kam-<lb/>
merthu&#x0364;r/ darinnen &#x017F;ie ruhete. Die andern gaben<lb/>
entweder in der Taffel&#x017F;tube/ oder an dem Hofethore<lb/>
gute Auffacht/ es were dann daß &#x017F;ie auß Truncken-<lb/>
heit ent&#x017F;chlieffen: welches &#x017F;o offte widerfuhre/ daß<lb/>
jhre Gefangene &#x017F;ie leichtlich zu betriegen fug ge-<lb/>
habt/ da &#x017F;ie jhnen mit Betrug oder Schaden begeg-<lb/>
nen wollen. Aber wann Archombrotus die Flucht<lb/>
gegeben hette/ &#x017F;o were es vber Timocleen hinauß<lb/><hi rendition="#c">gegangen: weil alle darfu&#x0364;r hetten gehalten/<lb/>
daß Poliarchus jhnen entrie&#x017F;&#x017F;en<lb/>
were.</hi></p><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#b">Ar&#x017F;idas</hi> </fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[110/0154] Joh. Barclayens Argenis/ laſſen) vnbillicher weiſe auffgerieben wurde: Nach dem dieſe Sache eine zeitlang vnter jhnen gehandelt worden/ fienge die Auffruhr an ſtille zu werden/ wie ein Vngewitter das ſich legete. Dann beydes folgete Archombrotus deß Arſidas ſeiner Warnung/ vnd der Poͤfel wardt ingleichem beſaͤnf- tiget/ nicht allein/ daß man jhn nicht verachtet het- te/ ſondern auch daß er meinete er hette vberwunden. Hierauff vnterhielte Timoclee dieſe Eintracht mit einer wircklichen Freygebigkeit/ ließ deß beſten alten Weins bringen/ vnnd trug den Bawern die fuͤlle fuͤr. Sie theileten ſich vntereinander auß/ vnd hiel- ten vmbzechig Schildtwache. In deß Archombro- tus Schlaffgemache lagen Achte vmb ſein Bette auff dem Stro: ſo viel auch an der Timocleen Kam- merthuͤr/ darinnen ſie ruhete. Die andern gaben entweder in der Taffelſtube/ oder an dem Hofethore gute Auffacht/ es were dann daß ſie auß Truncken- heit entſchlieffen: welches ſo offte widerfuhre/ daß jhre Gefangene ſie leichtlich zu betriegen fug ge- habt/ da ſie jhnen mit Betrug oder Schaden begeg- nen wollen. Aber wann Archombrotus die Flucht gegeben hette/ ſo were es vber Timocleen hinauß gegangen: weil alle darfuͤr hetten gehalten/ daß Poliarchus jhnen entrieſſen were. Arſidas

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626/154
Zitationshilfe: Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626, S. 110. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626/154>, abgerufen am 30.09.2020.