Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Becher, Johann Joachim: Närrische Weißheit Und Weise Narrheit. Frankfurt, 1682.

Bild:
<< vorherige Seite
11. Fossa Camuz die Wolgau und
das
Mare Caspium über Asof oder
Tanais mit dem Ponto Euxino zu ver-
einigen.

Wie in alten Zeiten der Handel noch
auff der Donau und schwartzen Meer gan-
gen/ ist Asof oder Tanais jenseit ein sehr be-
rühmte Kauffmann-Stadt gewesen/ damit
sie den Handel nun noch weiter und ins
Caspische Meer erstrecken möchten/ hat ih-
nen ein Fluß die Gelegenheit gegeben/ wel-
cher von Asof aus/ nahe an der Wolgau
läufft/ da haben sie einen Durchschnitt ge-
macht/ biß an die Wolgau und Fossa Ca-
muz
genandt/ haben also können nach A-
strahan
die Haupt-Stadt in der Tartarey/
und von dannen in die Caspische See kom-
men. Aber der Krieg hat diese grosse Han-
del Stadt Tanais, mit sampt dieser Fossa
Camuz,
eben als wie deß Caroli M. Gra-
ben bey der Alt-Mühl über einen Hauffen
geworffen. Sonsten sind noch viel Durch-
schnitt intendirt, aber alle nicht zu Wasser/
sondern zu Erden worden/ und also
blieben/ als wir von Dieß aus dem
rothen Meer/ ins Mittelländische Meer

zu
11. Foſſa Camuz die Wolgau und
das
Mare Caſpium uͤber Aſof oder
Tanais mit dem Ponto Euxino zu ver-
einigen.

Wie in alten Zeiten der Handel noch
auff der Donau und ſchwartzen Meer gan-
gen/ iſt Aſof oder Tanais jenſeit ein ſehr be-
ruͤhmte Kauffmann-Stadt geweſen/ damit
ſie den Handel nun noch weiter und ins
Caſpiſche Meer erſtrecken moͤchten/ hat ih-
nen ein Fluß die Gelegenheit gegeben/ wel-
cher von Aſof aus/ nahe an der Wolgau
laͤufft/ da haben ſie einen Durchſchnitt ge-
macht/ biß an die Wolgau und Foſſa Ca-
muz
genandt/ haben alſo koͤnnen nach A-
ſtrahan
die Haupt-Stadt in der Tartarey/
und von dannen in die Caſpiſche See kom-
men. Aber der Krieg hat dieſe groſſe Han-
del Stadt Tanais, mit ſampt dieſer Foſſa
Camuz,
eben als wie deß Caroli M. Gra-
ben bey der Alt-Muͤhl uͤber einen Hauffen
geworffen. Sonſten ſind noch viel Durch-
ſchnitt intendirt, aber alle nicht zu Waſſer/
ſondern zu Erden worden/ und alſo
blieben/ als wir von Dieß aus dem
rothen Meer/ ins Mittellaͤndiſche Meer

zu
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0131" n="109[108]"/>
        <div n="2">
          <head>11. <hi rendition="#aq">Fo&#x017F;&#x017F;a Camuz</hi> <hi rendition="#fr">die Wolgau und<lb/>
das</hi> <hi rendition="#aq">Mare Ca&#x017F;pium</hi> <hi rendition="#fr">u&#x0364;ber</hi> <hi rendition="#aq">A&#x017F;of</hi> <hi rendition="#fr">oder</hi><lb/><hi rendition="#aq">Tanais</hi> <hi rendition="#fr">mit dem</hi> <hi rendition="#aq">Ponto Euxino</hi> <hi rendition="#fr">zu ver-<lb/>
einigen.</hi></head><lb/>
          <p>Wie in alten Zeiten der Handel noch<lb/>
auff der Donau und &#x017F;chwartzen Meer gan-<lb/>
gen/ i&#x017F;t <hi rendition="#aq">A&#x017F;of</hi> oder <hi rendition="#aq">Tanais</hi> jen&#x017F;eit ein &#x017F;ehr be-<lb/>
ru&#x0364;hmte Kauffmann-Stadt gewe&#x017F;en/ damit<lb/>
&#x017F;ie den Handel nun noch weiter und ins<lb/>
Ca&#x017F;pi&#x017F;che Meer er&#x017F;trecken mo&#x0364;chten/ hat ih-<lb/>
nen ein Fluß die Gelegenheit gegeben/ wel-<lb/>
cher von <hi rendition="#aq">A&#x017F;of</hi> aus/ nahe an der Wolgau<lb/>
la&#x0364;ufft/ da haben &#x017F;ie einen Durch&#x017F;chnitt ge-<lb/>
macht/ biß an die Wolgau und <hi rendition="#aq">Fo&#x017F;&#x017F;a Ca-<lb/>
muz</hi> genandt/ haben al&#x017F;o ko&#x0364;nnen nach <hi rendition="#aq">A-<lb/>
&#x017F;trahan</hi> die Haupt-Stadt in der Tartarey/<lb/>
und von dannen in die Ca&#x017F;pi&#x017F;che See kom-<lb/>
men. Aber der Krieg hat die&#x017F;e gro&#x017F;&#x017F;e Han-<lb/>
del Stadt <hi rendition="#aq">Tanais,</hi> mit &#x017F;ampt die&#x017F;er <hi rendition="#aq">Fo&#x017F;&#x017F;a<lb/>
Camuz,</hi> eben als wie deß <hi rendition="#aq">Caroli M.</hi> Gra-<lb/>
ben bey der Alt-Mu&#x0364;hl u&#x0364;ber einen Hauffen<lb/>
geworffen. Son&#x017F;ten &#x017F;ind noch viel Durch-<lb/>
&#x017F;chnitt <hi rendition="#aq">intendirt,</hi> aber alle nicht zu <hi rendition="#fr">W</hi>a&#x017F;&#x017F;er/<lb/>
&#x017F;ondern zu Erden worden/ und al&#x017F;o<lb/>
blieben/ als wir von <hi rendition="#aq">Dieß</hi> aus dem<lb/>
rothen Meer/ ins Mittella&#x0364;ndi&#x017F;che Meer<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">zu</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[109[108]/0131] 11. Foſſa Camuz die Wolgau und das Mare Caſpium uͤber Aſof oder Tanais mit dem Ponto Euxino zu ver- einigen. Wie in alten Zeiten der Handel noch auff der Donau und ſchwartzen Meer gan- gen/ iſt Aſof oder Tanais jenſeit ein ſehr be- ruͤhmte Kauffmann-Stadt geweſen/ damit ſie den Handel nun noch weiter und ins Caſpiſche Meer erſtrecken moͤchten/ hat ih- nen ein Fluß die Gelegenheit gegeben/ wel- cher von Aſof aus/ nahe an der Wolgau laͤufft/ da haben ſie einen Durchſchnitt ge- macht/ biß an die Wolgau und Foſſa Ca- muz genandt/ haben alſo koͤnnen nach A- ſtrahan die Haupt-Stadt in der Tartarey/ und von dannen in die Caſpiſche See kom- men. Aber der Krieg hat dieſe groſſe Han- del Stadt Tanais, mit ſampt dieſer Foſſa Camuz, eben als wie deß Caroli M. Gra- ben bey der Alt-Muͤhl uͤber einen Hauffen geworffen. Sonſten ſind noch viel Durch- ſchnitt intendirt, aber alle nicht zu Waſſer/ ſondern zu Erden worden/ und alſo blieben/ als wir von Dieß aus dem rothen Meer/ ins Mittellaͤndiſche Meer zu

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/becher_narrheit_1682
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/becher_narrheit_1682/131
Zitationshilfe: Becher, Johann Joachim: Närrische Weißheit Und Weise Narrheit. Frankfurt, 1682, S. 109[108]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/becher_narrheit_1682/131>, abgerufen am 21.02.2019.