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Benner, Johann Hermann: Die Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 2. Gießen, 1747.

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Herrnhuterey in ihrer Schalkheit
§. 101.

Es bestehet 7) die brüderschaft mit dem
Heiland/ als dem gemeinältesten/ dem zim-
merman von Nazareth/ besonders darinnen/
daß die brüder/ des Heilandes fleisch und
(*)

bein
nach dem merito: allein bei unsern chö-
ren/ erweist man ihm die ehren/ als
sonst einem supposito.
Das heist, man
thut dem Heiland keine andere ehre an, als
sonst einem bruder.
(*) Dieses sagt der Graf unzehlichmal, z. e.
in der predig vom Vater/ dem GOtt
der gemeine/
s. 17. Wann wir wollen
rechte seelige leute seyn/ so muß es mit
uns dahin kommen/ daß wir zu ihm sa-
gen: mein gebeine! und zu seinem Va-
ter: mein GOtt!
woraus man siehet, daß
nur die recht seeligen leute zu dem Heiland
sagen können: mein gebeine! es muß dem-
nach der grund dieser verbindung nicht seyn,
daß der Sohn GOttes aller menschen natur,
und warhaftigen leib, angenommen hat,
in welcher absicht er unser aller fleisch und
gebeine worden ist, wie die kinder fleisch
und blut haben/ Ebr.
2, 14. So schrei-
bet auch der Graf, s. 15. Daß/ welche eben
den Vater zum GOtt haben/ den der Hei-
land hat/
mithin welche brüder sind, de-
ren annehmung an kindes stat bringe et-

was
Herrnhuterey in ihrer Schalkheit
§. 101.

Es beſtehet 7) die bruͤderſchaft mit dem
Heiland/ als dem gemeinaͤlteſten/ dem zim-
merman von Nazareth/ beſonders darinnen/
daß die bruͤder/ des Heilandes fleiſch und
(*)

bein
nach dem merito: allein bei unſern choͤ-
ren/ erweiſt man ihm die ehren/ als
ſonſt einem ſuppoſito.
Das heiſt, man
thut dem Heiland keine andere ehre an, als
ſonſt einem bruder.
(*) Dieſes ſagt der Graf unzehlichmal, z. e.
in der predig vom Vater/ dem GOtt
der gemeine/
ſ. 17. Wann wir wollen
rechte ſeelige leute ſeyn/ ſo muß es mit
uns dahin kommen/ daß wir zu ihm ſa-
gen: mein gebeine! und zu ſeinem Va-
ter: mein GOtt!
woraus man ſiehet, daß
nur die recht ſeeligen leute zu dem Heiland
ſagen koͤnnen: mein gebeine! es muß dem-
nach der grund dieſer verbindung nicht ſeyn,
daß der Sohn GOttes aller menſchen natur,
und warhaftigen leib, angenommen hat,
in welcher abſicht er unſer aller fleiſch und
gebeine worden iſt, wie die kinder fleiſch
und blut haben/ Ebr.
2, 14. So ſchrei-
bet auch der Graf, ſ. 15. Daß/ welche eben
den Vater zum GOtt haben/ den der Hei-
land hat/
mithin welche bruͤder ſind, de-
ren annehmung an kindes ſtat bringe et-

was
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[188/0198] Herrnhuterey in ihrer Schalkheit §. 101. Es beſtehet 7) die bruͤderſchaft mit dem Heiland/ als dem gemeinaͤlteſten/ dem zim- merman von Nazareth/ beſonders darinnen/ daß die bruͤder/ des Heilandes fleiſch und (*) bein (**) (*) Dieſes ſagt der Graf unzehlichmal, z. e. in der predig vom Vater/ dem GOtt der gemeine/ ſ. 17. Wann wir wollen rechte ſeelige leute ſeyn/ ſo muß es mit uns dahin kommen/ daß wir zu ihm ſa- gen: mein gebeine! und zu ſeinem Va- ter: mein GOtt! woraus man ſiehet, daß nur die recht ſeeligen leute zu dem Heiland ſagen koͤnnen: mein gebeine! es muß dem- nach der grund dieſer verbindung nicht ſeyn, daß der Sohn GOttes aller menſchen natur, und warhaftigen leib, angenommen hat, in welcher abſicht er unſer aller fleiſch und gebeine worden iſt, wie die kinder fleiſch und blut haben/ Ebr. 2, 14. So ſchrei- bet auch der Graf, ſ. 15. Daß/ welche eben den Vater zum GOtt haben/ den der Hei- land hat/ mithin welche bruͤder ſind, de- ren annehmung an kindes ſtat bringe et- was (**) nach dem merito: allein bei unſern choͤ- ren/ erweiſt man ihm die ehren/ als ſonſt einem ſuppoſito. Das heiſt, man thut dem Heiland keine andere ehre an, als ſonſt einem bruder.

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Zitationshilfe: Benner, Johann Hermann: Die Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 2. Gießen, 1747, S. 188. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/benner_herrnhuterey02_1747/198>, abgerufen am 19.02.2019.