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Benner, Johann Hermann: Die Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 2. Gießen, 1747.

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Herrnhuterey in ihrer Schalkheit
"nöthig, sondern die Kraft des heiligen Gei-
"stes
davon es licht wird in den Seelen, und
"dadurch die Blindheit und Bosheit nebst dem
"Unglauben der Welt mächtiglich bezwungen
"werden soll: Mund und Weisheit, Lehre und
"Wunder, werden eure Wafen, die Ehren-
"zeichen meiner Herrschaft und die Siegel eurer
"Bedienung seyn etc. etc.

§. 24.

Hieraus erhellet, daß diese Verheisung un-
mittelbar auf die damalige Jünger des HErrn
gerichtet seye: Die sind es, welche die Kraft des
heiligen Geistes
/ anstat der eingebildeten Vor-
züge und Staatsbedienungen im Reich Israels,
durch ein Wunder, Apostelg. 2, 1. empfangen
solten. Die sind es, welche zu Jerusalem/ in
gantz Judäa und Samaria/ und bis ans En-
de der Erden das Zeugnis von JEsu
ausge-
breitet haben. Diese Vorzüge können die heuti-
ge Zeugen des HErrn nicht auf sich deuten. Sie
sollen überhaupt die nöthige Gaben des heiligen
Geistes empfangen, in ihrer Maase, und durch
die hinreichende Mittel die seine Weisheit ver-
ordnet hat. Keinesweges aber soll der heilige
Geist über sie kommen auf eine solche Art,
welche in diesem besonderen Ausdruck der Uber-
kunft
lieget. Sie sollen Christi Zeugen seyn,
ein jeder in seiner Ordnung, und in seinen ange-
wiesenen Schrancken. Demnach kan dieses
Verheisungswort in keine Weissagung verwan-
delt werden, welche noch itzt oder künftighin,

nach

Herrnhuterey in ihrer Schalkheit
„noͤthig, ſondern die Kraft des heiligen Gei-
„ſtes
davon es licht wird in den Seelen, und
„dadurch die Blindheit und Bosheit nebſt dem
„Unglauben der Welt maͤchtiglich bezwungen
„werden ſoll: Mund und Weisheit, Lehre und
„Wunder, werden eure Wafen, die Ehren-
„zeichen meiner Herrſchaft und die Siegel eurer
„Bedienung ſeyn ꝛc. ꝛc.

§. 24.

Hieraus erhellet, daß dieſe Verheiſung un-
mittelbar auf die damalige Juͤnger des HErrn
gerichtet ſeye: Die ſind es, welche die Kraft des
heiligen Geiſtes
/ anſtat der eingebildeten Vor-
zuͤge und Staatsbedienungen im Reich Iſraels,
durch ein Wunder, Apoſtelg. 2, 1. empfangen
ſolten. Die ſind es, welche zu Jeruſalem/ in
gantz Judaͤa und Samaria/ und bis ans En-
de der Erden das Zeugnis von JEſu
ausge-
breitet haben. Dieſe Vorzuͤge koͤnnen die heuti-
ge Zeugen des HErrn nicht auf ſich deuten. Sie
ſollen uͤberhaupt die noͤthige Gaben des heiligen
Geiſtes empfangen, in ihrer Maaſe, und durch
die hinreichende Mittel die ſeine Weisheit ver-
ordnet hat. Keinesweges aber ſoll der heilige
Geiſt uͤber ſie kommen auf eine ſolche Art,
welche in dieſem beſonderen Ausdruck der Uber-
kunft
lieget. Sie ſollen Chriſti Zeugen ſeyn,
ein jeder in ſeiner Ordnung, und in ſeinen ange-
wieſenen Schrancken. Demnach kan dieſes
Verheiſungswort in keine Weiſſagung verwan-
delt werden, welche noch itzt oder kuͤnftighin,

nach
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[28/0038] Herrnhuterey in ihrer Schalkheit „noͤthig, ſondern die Kraft des heiligen Gei- „ſtes davon es licht wird in den Seelen, und „dadurch die Blindheit und Bosheit nebſt dem „Unglauben der Welt maͤchtiglich bezwungen „werden ſoll: Mund und Weisheit, Lehre und „Wunder, werden eure Wafen, die Ehren- „zeichen meiner Herrſchaft und die Siegel eurer „Bedienung ſeyn ꝛc. ꝛc. §. 24. Hieraus erhellet, daß dieſe Verheiſung un- mittelbar auf die damalige Juͤnger des HErrn gerichtet ſeye: Die ſind es, welche die Kraft des heiligen Geiſtes/ anſtat der eingebildeten Vor- zuͤge und Staatsbedienungen im Reich Iſraels, durch ein Wunder, Apoſtelg. 2, 1. empfangen ſolten. Die ſind es, welche zu Jeruſalem/ in gantz Judaͤa und Samaria/ und bis ans En- de der Erden das Zeugnis von JEſu ausge- breitet haben. Dieſe Vorzuͤge koͤnnen die heuti- ge Zeugen des HErrn nicht auf ſich deuten. Sie ſollen uͤberhaupt die noͤthige Gaben des heiligen Geiſtes empfangen, in ihrer Maaſe, und durch die hinreichende Mittel die ſeine Weisheit ver- ordnet hat. Keinesweges aber ſoll der heilige Geiſt uͤber ſie kommen auf eine ſolche Art, welche in dieſem beſonderen Ausdruck der Uber- kunft lieget. Sie ſollen Chriſti Zeugen ſeyn, ein jeder in ſeiner Ordnung, und in ſeinen ange- wieſenen Schrancken. Demnach kan dieſes Verheiſungswort in keine Weiſſagung verwan- delt werden, welche noch itzt oder kuͤnftighin, nach

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Zitationshilfe: Benner, Johann Hermann: Die Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 2. Gießen, 1747, S. 28. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/benner_herrnhuterey02_1747/38>, abgerufen am 17.02.2019.