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Benner, Johann Hermann: Die Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 2. Gießen, 1747.

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lesen oder aussprechen können. Wir schaffen
ihm weder kopf/ noch hand/ noch fus/ noch
herz/ sondern wir geben ihm einige Instru-
mente/ machen ihm gedanken und worte/ die
den vorigen helfen/ und lehrens ihn an-
wenden.

§. 32.

Man siehet aus dieser wascherey, worauf die
herrnhutische Schalkheit ziele. Nemlich die von
dem heiligen Geist vorgeschriebene Bekehrungs-
art
/ sol dadurch in eine herrnhutische kaperey
verwandelt werden. Wan jemand zu den Zin-
zendorfischen Jüngern, die er Lammesboten
nennet, Kehelle saget, und mit diesem Losungs-
wort ein herrnhutischer Bruder zu werden schei-
net; so soll er auch plötzlich bekehret, und des
Heilandes Jünger seyn. Der Herr Graf spot-
tet sonsten der Evangelischen, und dichtet ihnen
an, was er nimmermehr erweisen wird. Er
spricht: (*) sie erkenneten die Leute vor neuge-

bohrne/
(*) Sein brief stehet in Herrn S. Winklers
Zinzendorfischen Unternehmungen s. 57.
Warum bin ich soviele Jahre eine uner-
müdete Pfaffenstütze gewesen/ und habe
meine Brüder geängstiget/ sich mit ih-
nen zu schliesen. Habe ichs nun gleich
aus guter hofnung mit den Pfarrherrn
gehalten/ so habe ich doch niemals be-
gehret/ meinem Heiland etwas zu verge-

ben/
C 2

anderer Theil.
leſen oder ausſprechen koͤnnen. Wir ſchaffen
ihm weder kopf/ noch hand/ noch fus/ noch
herz/ ſondern wir geben ihm einige Inſtru-
mente/ machen ihm gedanken und worte/ die
den vorigen helfen/ und lehrens ihn an-
wenden.

§. 32.

Man ſiehet aus dieſer waſcherey, worauf die
herrnhutiſche Schalkheit ziele. Nemlich die von
dem heiligen Geiſt vorgeſchriebene Bekehrungs-
art
/ ſol dadurch in eine herrnhutiſche kaperey
verwandelt werden. Wan jemand zu den Zin-
zendorfiſchen Juͤngern, die er Lammesboten
nennet, Kehelle ſaget, und mit dieſem Loſungs-
wort ein herrnhutiſcher Bruder zu werden ſchei-
net; ſo ſoll er auch ploͤtzlich bekehret, und des
Heilandes Juͤnger ſeyn. Der Herr Graf ſpot-
tet ſonſten der Evangeliſchen, und dichtet ihnen
an, was er nimmermehr erweiſen wird. Er
ſpricht: (*) ſie erkenneten die Leute vor neuge-

bohrne/
(*) Sein brief ſtehet in Herrn S. Winklers
Zinzendorfiſchen Unternehmungen ſ. 57.
Warum bin ich ſoviele Jahre eine uner-
muͤdete Pfaffenſtuͤtze geweſen/ und habe
meine Bruͤder geaͤngſtiget/ ſich mit ih-
nen zu ſchlieſen. Habe ichs nun gleich
aus guter hofnung mit den Pfarrherrn
gehalten/ ſo habe ich doch niemals be-
gehret/ meinem Heiland etwas zu verge-

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[35/0045] anderer Theil. leſen oder ausſprechen koͤnnen. Wir ſchaffen ihm weder kopf/ noch hand/ noch fus/ noch herz/ ſondern wir geben ihm einige Inſtru- mente/ machen ihm gedanken und worte/ die den vorigen helfen/ und lehrens ihn an- wenden. §. 32. Man ſiehet aus dieſer waſcherey, worauf die herrnhutiſche Schalkheit ziele. Nemlich die von dem heiligen Geiſt vorgeſchriebene Bekehrungs- art/ ſol dadurch in eine herrnhutiſche kaperey verwandelt werden. Wan jemand zu den Zin- zendorfiſchen Juͤngern, die er Lammesboten nennet, Kehelle ſaget, und mit dieſem Loſungs- wort ein herrnhutiſcher Bruder zu werden ſchei- net; ſo ſoll er auch ploͤtzlich bekehret, und des Heilandes Juͤnger ſeyn. Der Herr Graf ſpot- tet ſonſten der Evangeliſchen, und dichtet ihnen an, was er nimmermehr erweiſen wird. Er ſpricht: (*) ſie erkenneten die Leute vor neuge- bohrne/ (*) Sein brief ſtehet in Herrn S. Winklers Zinzendorfiſchen Unternehmungen ſ. 57. Warum bin ich ſoviele Jahre eine uner- muͤdete Pfaffenſtuͤtze geweſen/ und habe meine Bruͤder geaͤngſtiget/ ſich mit ih- nen zu ſchlieſen. Habe ichs nun gleich aus guter hofnung mit den Pfarrherrn gehalten/ ſo habe ich doch niemals be- gehret/ meinem Heiland etwas zu verge- ben/ C 2

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Zitationshilfe: Benner, Johann Hermann: Die Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 2. Gießen, 1747, S. 35. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/benner_herrnhuterey02_1747/45>, abgerufen am 20.02.2019.