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Benner, Johann Hermann: Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 3. Gießen, 1748.

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Geiste zu. (§. 11. 66.) Es soll aber das
angegebene Kennzeichen dem heiligen Geist
alleine zukommen, mit Ausschliessung der
übrigen Personen, nach einem ebenfals Zinzen-
dorfischen Grundsatz. (§. 40. 66.) Da nun
die Heiligung durch das Wort Mutter-
schaft und Ausgebären/
soll verstanden
werden, (§. 86.) so kan nach Zinzendorfischen
Grundsätzen diese Mutterschaft kein persönlich
Kennzeichen des heiligen Geistes seyn.

§. 88.

3) Die Wercke der Heiligung sollen nach
Zinzendorfs Grundsatz nichts anders beweisen,
als die Göttlichkeit des Wesens, nicht aber
die Persönlichkeit, (§. 57. 61.) mithin halten
sie kein wahres Unterschiedszeichen in sich.
(§. 62.) Nun aber werden die Wercke der
Heiligung durch die Mutterschaft angezeiget.
(§. 86.) Also kan die Mutterschaft nach den
Zinzendorfischen Grundsätzen kein Werck der
Heiligung seyn.

§. 89.

4) Nach Zinzendorfs Grundregeln, muß
die Mutterschast des heiligen Geistes, ein sol-

ches
seine Schäflein weidet, ihrer pfleget, sie
hütet, in seinem Schoos träget etc. sind
das nicht Muttergeschafte? und kommen
doch dem Sohn zu!

dritter Theil
Geiſte zu. (§. 11. 66.) Es ſoll aber das
angegebene Kennzeichen dem heiligen Geiſt
alleine zukommen, mit Ausſchlieſſung der
uͤbrigen Perſonen, nach einem ebenfals Zinzen-
dorfiſchen Grundſatz. (§. 40. 66.) Da nun
die Heiligung durch das Wort Mutter-
ſchaft und Ausgebaͤren/
ſoll verſtanden
werden, (§. 86.) ſo kan nach Zinzendorfiſchen
Grundſaͤtzen dieſe Mutterſchaft kein perſoͤnlich
Kennzeichen des heiligen Geiſtes ſeyn.

§. 88.

3) Die Wercke der Heiligung ſollen nach
Zinzendorfs Grundſatz nichts anders beweiſen,
als die Goͤttlichkeit des Weſens, nicht aber
die Perſoͤnlichkeit, (§. 57. 61.) mithin halten
ſie kein wahres Unterſchiedszeichen in ſich.
(§. 62.) Nun aber werden die Wercke der
Heiligung durch die Mutterſchaft angezeiget.
(§. 86.) Alſo kan die Mutterſchaft nach den
Zinzendorfiſchen Grundſaͤtzen kein Werck der
Heiligung ſeyn.

§. 89.

4) Nach Zinzendorfs Grundregeln, muß
die Mutterſchaſt des heiligen Geiſtes, ein ſol-

ches
ſeine Schaͤflein weidet, ihrer pfleget, ſie
huͤtet, in ſeinem Schoos traͤget ꝛc. ſind
das nicht Muttergeſchafte? und kommen
doch dem Sohn zu!
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[159/0175] dritter Theil Geiſte zu. (§. 11. 66.) Es ſoll aber das angegebene Kennzeichen dem heiligen Geiſt alleine zukommen, mit Ausſchlieſſung der uͤbrigen Perſonen, nach einem ebenfals Zinzen- dorfiſchen Grundſatz. (§. 40. 66.) Da nun die Heiligung durch das Wort Mutter- ſchaft und Ausgebaͤren/ ſoll verſtanden werden, (§. 86.) ſo kan nach Zinzendorfiſchen Grundſaͤtzen dieſe Mutterſchaft kein perſoͤnlich Kennzeichen des heiligen Geiſtes ſeyn. §. 88. 3) Die Wercke der Heiligung ſollen nach Zinzendorfs Grundſatz nichts anders beweiſen, als die Goͤttlichkeit des Weſens, nicht aber die Perſoͤnlichkeit, (§. 57. 61.) mithin halten ſie kein wahres Unterſchiedszeichen in ſich. (§. 62.) Nun aber werden die Wercke der Heiligung durch die Mutterſchaft angezeiget. (§. 86.) Alſo kan die Mutterſchaft nach den Zinzendorfiſchen Grundſaͤtzen kein Werck der Heiligung ſeyn. §. 89. 4) Nach Zinzendorfs Grundregeln, muß die Mutterſchaſt des heiligen Geiſtes, ein ſol- ches (*) (*) ſeine Schaͤflein weidet, ihrer pfleget, ſie huͤtet, in ſeinem Schoos traͤget ꝛc. ſind das nicht Muttergeſchafte? und kommen doch dem Sohn zu!

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Zitationshilfe: Benner, Johann Hermann: Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 3. Gießen, 1748, S. 159. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/benner_herrnhuterey03_1748/175>, abgerufen am 18.02.2019.