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Benner, Johann Hermann: Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 3. Gießen, 1748.

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Herrnhuterey in ihrer Schalkheit
sen, daß dieser Herr nur für die ehrlichen
und herzlichen Leute
schreibet (§. 4.) für
welche Paulus und seines gleichen, auch die
erste Christen nebst unsern seligen Bekennern,
nicht müssen geschrieben haben.

§. 22.

Man siehet indessen ein neues Probstück wie
unser Lutherischer Pfarrer symbolisiret, und
was er dem Corpore Evangelicorum vor zwölf
Jahren, unter dem Vorwand der Augspurgi-
schen Confession hat sagen wollen. Daß nem-
lich unsere Bekenner den Sohn von dem Va-
ter
durch die ewige Geburt; und den heili-
gen Geist
von der ersteu und andern Person,
durch den ewigen Ausgang von beyden, nach
Maasgabe der heiligen Schrift, unterschieden
haben; das ist daher offenbar, weilen sie gleich
anfangs im ersten Artikel, auf das Nicenische
Bekentnis sich ausdrücklich berufen, und die-
sen Ausspruch auf das feirlichste wiederholen.
Ja in der Rettung ihrer Bekentnis fügen sie
noch dieses bey, daß sie diejenige vor Unchri-
sten und abgöttische Heiden erklären
, wel-
che anders von diesem Geheimnis zu lehren
sich unterstehen werden; davon wir unten mit
mehrerem reden werden. Welcher Mensch
aber wird so wahnsinnig seyn, und in diesen
Worten der Augspurgischen Confession, fol-
gende Aussprüche suchen: Die erste Person
der Gottheit ist diejenige, welche eine Frau
hat, nemlich den heiligen Geist. Die andere.

wird

Herrnhuterey in ihrer Schalkheit
ſen, daß dieſer Herr nur fuͤr die ehrlichen
und herzlichen Leute
ſchreibet (§. 4.) fuͤr
welche Paulus und ſeines gleichen, auch die
erſte Chriſten nebſt unſern ſeligen Bekennern,
nicht muͤſſen geſchrieben haben.

§. 22.

Man ſiehet indeſſen ein neues Probſtuͤck wie
unſer Lutheriſcher Pfarrer ſymboliſiret, und
was er dem Corpore Evangelicorum vor zwoͤlf
Jahren, unter dem Vorwand der Augſpurgi-
ſchen Confeſſion hat ſagen wollen. Daß nem-
lich unſere Bekenner den Sohn von dem Va-
ter
durch die ewige Geburt; und den heili-
gen Geiſt
von der erſteu und andern Perſon,
durch den ewigen Ausgang von beyden, nach
Maasgabe der heiligen Schrift, unterſchieden
haben; das iſt daher offenbar, weilen ſie gleich
anfangs im erſten Artikel, auf das Niceniſche
Bekentnis ſich ausdruͤcklich berufen, und die-
ſen Ausſpruch auf das feirlichſte wiederholen.
Ja in der Rettung ihrer Bekentnis fuͤgen ſie
noch dieſes bey, daß ſie diejenige vor Unchri-
ſten und abgoͤttiſche Heiden erklaͤren
, wel-
che anders von dieſem Geheimnis zu lehren
ſich unterſtehen werden; davon wir unten mit
mehrerem reden werden. Welcher Menſch
aber wird ſo wahnſinnig ſeyn, und in dieſen
Worten der Augſpurgiſchen Confeſſion, fol-
gende Ausſpruͤche ſuchen: Die erſte Perſon
der Gottheit iſt diejenige, welche eine Frau
hat, nemlich den heiligen Geiſt. Die andere.

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[22/0038] Herrnhuterey in ihrer Schalkheit ſen, daß dieſer Herr nur fuͤr die ehrlichen und herzlichen Leute ſchreibet (§. 4.) fuͤr welche Paulus und ſeines gleichen, auch die erſte Chriſten nebſt unſern ſeligen Bekennern, nicht muͤſſen geſchrieben haben. §. 22. Man ſiehet indeſſen ein neues Probſtuͤck wie unſer Lutheriſcher Pfarrer ſymboliſiret, und was er dem Corpore Evangelicorum vor zwoͤlf Jahren, unter dem Vorwand der Augſpurgi- ſchen Confeſſion hat ſagen wollen. Daß nem- lich unſere Bekenner den Sohn von dem Va- ter durch die ewige Geburt; und den heili- gen Geiſt von der erſteu und andern Perſon, durch den ewigen Ausgang von beyden, nach Maasgabe der heiligen Schrift, unterſchieden haben; das iſt daher offenbar, weilen ſie gleich anfangs im erſten Artikel, auf das Niceniſche Bekentnis ſich ausdruͤcklich berufen, und die- ſen Ausſpruch auf das feirlichſte wiederholen. Ja in der Rettung ihrer Bekentnis fuͤgen ſie noch dieſes bey, daß ſie diejenige vor Unchri- ſten und abgoͤttiſche Heiden erklaͤren, wel- che anders von dieſem Geheimnis zu lehren ſich unterſtehen werden; davon wir unten mit mehrerem reden werden. Welcher Menſch aber wird ſo wahnſinnig ſeyn, und in dieſen Worten der Augſpurgiſchen Confeſſion, fol- gende Ausſpruͤche ſuchen: Die erſte Perſon der Gottheit iſt diejenige, welche eine Frau hat, nemlich den heiligen Geiſt. Die andere. wird

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Zitationshilfe: Benner, Johann Hermann: Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 3. Gießen, 1748, S. 22. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/benner_herrnhuterey03_1748/38>, abgerufen am 21.02.2019.