Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681.

Bild:
<< vorherige Seite

Gottes Vatter-Name
verlohren/ und um des Teufels Larve ver-
tauschet. Da wir aber/ in seinem Sohn/
wieder zu Gottes Kindern worden/ und an
Jesu Christo ein Fürbild eines Gott-ähnli-
chen wolgefälligen Sohne haben: so ist ja
billig/ daß wir diß Ebenbild Gottes/ wie-
der an uns zu nehmen trachten.

34 Fraget ihr/ worinn solches bestehe?
Es antworten euch die Eigenschaften Got-
tes. Gott ist heilig/ Rein und Unschuldig:
er will auch solche Kinder haben/ damit er
sie ewig habe. Jhr müsset ihm nachahmen/
in der Liebe/ in der Güte und Milde
in der Sanftmut und Gedult/ in der Ge-
rechtigkeit und Warheit. Seit barmher-
zig
/ ruffet unser Vorgeher/ wie auch euer
Vatter barmherzig ist.
Und der himlische
Vatter selber saget: Jhr solt heilig seyn/
gleichwie ich heilig bin.
(u) Ach! daß wir
doch/ diesem Vatter/ diese Freude macheten!

* 8 *
Bottes Vatter-Name/ heißet
Bott vertrauen.

BLauben wir/ daß Gott unser Vatter
und zugleich Allmächtig ist: was
zagen und klagen wir dann? was sor-
gen und worgen wir? Ein Kind/ sorget

nicht
(u) 3. Mos. 19. v. 2.

Gottes Vatter-Name
verlohren/ und um des Teufels Larve ver-
tauſchet. Da wir aber/ in ſeinem Sohn/
wieder zu Gottes Kindern worden/ und an
Jeſu Chriſto ein Fuͤrbild eines Gott-aͤhnli-
chen wolgefaͤlligen Sohne haben: ſo iſt ja
billig/ daß wir diß Ebenbild Gottes/ wie-
der an uns zu nehmen trachten.

34 Fraget ihr/ worinn ſolches beſtehe?
Es antworten euch die Eigenſchaften Got-
tes. Gott iſt heilig/ Rein und Unſchuldig:
er will auch ſolche Kinder haben/ damit er
ſie ewig habe. Jhr muͤſſet ihm nachahmen/
in der Liebe/ in der Guͤte und Milde
in der Sanftmut und Gedult/ in der Ge-
rechtigkeit und Warheit. Seit barmher-
zig
/ ruffet unſer Vorgeher/ wie auch euer
Vatter barmherzig iſt.
Und der himliſche
Vatter ſelber ſaget: Jhr ſolt heilig ſeyn/
gleichwie ich heilig bin.
(u) Ach! daß wir
doch/ dieſem Vatter/ dieſe Freude macheten!

* 8 *
Bottes Vatter-Name/ heißet
Bott vertrauen.

BLauben wir/ daß Gott unſer Vatter
und zugleich Allmaͤchtig iſt: was
zagen und klagen wir dañ? was ſor-
gen und worgen wir? Ein Kind/ ſorget

nicht
(u) 3. Moſ. 19. v. 2.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0172" n="144"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Gottes Vatter-Name</hi></fw><lb/>
verlohren/ und um des Teufels Larve ver-<lb/>
tau&#x017F;chet. Da wir aber/ in &#x017F;einem Sohn/<lb/>
wieder zu Gottes Kindern worden/ und an<lb/>
Je&#x017F;u Chri&#x017F;to ein Fu&#x0364;rbild eines Gott-a&#x0364;hnli-<lb/>
chen wolgefa&#x0364;lligen Sohne haben: &#x017F;o i&#x017F;t ja<lb/>
billig/ daß wir diß Ebenbild Gottes/ wie-<lb/>
der an uns zu nehmen trachten.</p><lb/>
            <p>34 Fraget ihr/ worinn &#x017F;olches be&#x017F;tehe?<lb/>
Es antworten euch die Eigen&#x017F;chaften Got-<lb/>
tes. Gott i&#x017F;t heilig/ Rein und Un&#x017F;chuldig:<lb/>
er will auch &#x017F;olche Kinder haben/ damit er<lb/>
&#x017F;ie ewig habe. Jhr mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;et ihm nachahmen/<lb/>
in der Liebe/ in der Gu&#x0364;te und Milde<lb/>
in der Sanftmut und Gedult/ in der Ge-<lb/>
rechtigkeit und Warheit. <hi rendition="#fr">Seit barmher-<lb/>
zig</hi>/ ruffet un&#x017F;er Vorgeher/ <hi rendition="#fr">wie auch euer<lb/>
Vatter barmherzig i&#x017F;t.</hi> Und der himli&#x017F;che<lb/>
Vatter &#x017F;elber &#x017F;aget: <hi rendition="#fr">Jhr &#x017F;olt heilig &#x017F;eyn/<lb/>
gleichwie ich heilig bin.</hi> <note place="foot" n="(u)">3. Mo&#x017F;. 19. v. 2.</note> Ach! daß wir<lb/>
doch/ die&#x017F;em Vatter/ die&#x017F;e Freude macheten!</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">* 8 *<lb/>
Bottes Vatter-Name/ heißet<lb/>
Bott vertrauen.</hi> </head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">B</hi>Lauben wir/ daß Gott un&#x017F;er Vatter<lb/>
und zugleich Allma&#x0364;chtig i&#x017F;t: was<lb/>
zagen und klagen wir dan&#x0303;? was &#x017F;or-<lb/>
gen und worgen wir? Ein Kind/ &#x017F;orget<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">nicht</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[144/0172] Gottes Vatter-Name verlohren/ und um des Teufels Larve ver- tauſchet. Da wir aber/ in ſeinem Sohn/ wieder zu Gottes Kindern worden/ und an Jeſu Chriſto ein Fuͤrbild eines Gott-aͤhnli- chen wolgefaͤlligen Sohne haben: ſo iſt ja billig/ daß wir diß Ebenbild Gottes/ wie- der an uns zu nehmen trachten. 34 Fraget ihr/ worinn ſolches beſtehe? Es antworten euch die Eigenſchaften Got- tes. Gott iſt heilig/ Rein und Unſchuldig: er will auch ſolche Kinder haben/ damit er ſie ewig habe. Jhr muͤſſet ihm nachahmen/ in der Liebe/ in der Guͤte und Milde in der Sanftmut und Gedult/ in der Ge- rechtigkeit und Warheit. Seit barmher- zig/ ruffet unſer Vorgeher/ wie auch euer Vatter barmherzig iſt. Und der himliſche Vatter ſelber ſaget: Jhr ſolt heilig ſeyn/ gleichwie ich heilig bin. (u) Ach! daß wir doch/ dieſem Vatter/ dieſe Freude macheten! * 8 * Bottes Vatter-Name/ heißet Bott vertrauen. BLauben wir/ daß Gott unſer Vatter und zugleich Allmaͤchtig iſt: was zagen und klagen wir dañ? was ſor- gen und worgen wir? Ein Kind/ ſorget nicht (u) 3. Moſ. 19. v. 2.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681/172
Zitationshilfe: Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681, S. 144. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681/172>, abgerufen am 16.10.2019.