Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681.

Bild:
<< vorherige Seite
Gott und Genug.
* 11 *
Bott und Benug/

und
des Satans Betrug.

WEil Gott Alles in allem/ und alles
in ihm ist/ so ist ja auch in ihm alle
Ehre/ Weißheit/ Reichtum/ Wol-
lust und Seeligkeit. So soll dann seyn
der Spruch dessen/ der/ Gott erkennet:
GOtt und Genug! Aber hierwider bellet
auf Erden/ des Satans Betrug. Diß thä-
te er/ von Anfang. Gott hatte den Men-
schen in vollkommene irdische Seeligkeit
gesetzet/ und ware nichts/ das ihm mangle-
te: dann er truge das Bild Gottes. Er
solte hier all-vergnügt leben/ und endlich
mit Seele und Leib/ wie Henoch/ in den
Himmel gezuckt werden. Aber da kame
der neidische/ falsche/ verlogne Lucifer/
der sagte: Nicht genug! ihr müßet Göt-
ter auf Erden seyn. Aber es war Be-
trug: sie sind/ aus Gottes Bildern/ Teu-
fels-Larven und Höll-Slaven/ sie sind de-
me gleich worden/ der zuvor auch hat Gott
seyn wollen/ und deme sie in der
Hohfart nachgefolget.

Gott
Gott und Genug.
* 11 *
Bott und Benug/

und
des Satans Betrug.

WEil Gott Alles in allem/ und alles
in ihm iſt/ ſo iſt ja auch in ihm alle
Ehre/ Weißheit/ Reichtum/ Wol-
luſt und Seeligkeit. So ſoll dann ſeyn
der Spruch deſſen/ der/ Gott erkennet:
GOtt und Genug! Aber hierwider bellet
auf Erden/ des Satans Betrug. Diß thaͤ-
te er/ von Anfang. Gott hatte den Men-
ſchen in vollkommene irdiſche Seeligkeit
geſetzet/ und ware nichts/ das ihm mangle-
te: dann er truge das Bild Gottes. Er
ſolte hier all-vergnuͤgt leben/ und endlich
mit Seele und Leib/ wie Henoch/ in den
Himmel gezuckt werden. Aber da kame
der neidiſche/ falſche/ verlogne Lucifer/
der ſagte: Nicht genug! ihr muͤßet Goͤt-
ter auf Erden ſeyn. Aber es war Be-
trug: ſie ſind/ aus Gottes Bildern/ Teu-
fels-Larven und Hoͤll-Slaven/ ſie ſind de-
me gleich worden/ der zuvor auch hat Gott
ſeyn wollen/ und deme ſie in der
Hohfart nachgefolget.

Gott
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0178" n="150"/>
          <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Gott und Genug.</hi> </fw><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">* 11 *<lb/>
Bott und Benug/</hi><lb/> <hi rendition="#fr">und</hi><lb/> <hi rendition="#b">des Satans Betrug.</hi> </head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">W</hi>Eil Gott Alles in allem/ und alles<lb/>
in ihm i&#x017F;t/ &#x017F;o i&#x017F;t ja auch in ihm alle<lb/>
Ehre/ Weißheit/ Reichtum/ Wol-<lb/>
lu&#x017F;t und Seeligkeit. So &#x017F;oll dann &#x017F;eyn<lb/>
der Spruch de&#x017F;&#x017F;en/ der/ Gott erkennet:<lb/><hi rendition="#fr">GOtt und Genug!</hi> Aber hierwider bellet<lb/>
auf Erden/ des <hi rendition="#fr">Satans Betrug.</hi> Diß tha&#x0364;-<lb/>
te er/ von Anfang. Gott hatte den Men-<lb/>
&#x017F;chen in vollkommene irdi&#x017F;che Seeligkeit<lb/>
ge&#x017F;etzet/ und ware nichts/ das ihm mangle-<lb/>
te: dann er truge das Bild Gottes. Er<lb/>
&#x017F;olte hier all-vergnu&#x0364;gt leben/ und endlich<lb/>
mit Seele und Leib/ wie Henoch/ in den<lb/>
Himmel gezuckt werden. Aber da kame<lb/>
der neidi&#x017F;che/ fal&#x017F;che/ verlogne Lucifer/<lb/>
der &#x017F;agte: Nicht genug! ihr mu&#x0364;ßet Go&#x0364;t-<lb/>
ter auf Erden &#x017F;eyn. Aber es war Be-<lb/>
trug: &#x017F;ie &#x017F;ind/ aus Gottes Bildern/ Teu-<lb/>
fels-Larven und Ho&#x0364;ll-Slaven/ &#x017F;ie &#x017F;ind de-<lb/>
me gleich worden/ der zuvor auch hat Gott<lb/><hi rendition="#c">&#x017F;eyn wollen/ und deme &#x017F;ie in der<lb/>
Hohfart nachgefolget.</hi></p>
          </div><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#b">Gott</hi> </fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[150/0178] Gott und Genug. * 11 * Bott und Benug/ und des Satans Betrug. WEil Gott Alles in allem/ und alles in ihm iſt/ ſo iſt ja auch in ihm alle Ehre/ Weißheit/ Reichtum/ Wol- luſt und Seeligkeit. So ſoll dann ſeyn der Spruch deſſen/ der/ Gott erkennet: GOtt und Genug! Aber hierwider bellet auf Erden/ des Satans Betrug. Diß thaͤ- te er/ von Anfang. Gott hatte den Men- ſchen in vollkommene irdiſche Seeligkeit geſetzet/ und ware nichts/ das ihm mangle- te: dann er truge das Bild Gottes. Er ſolte hier all-vergnuͤgt leben/ und endlich mit Seele und Leib/ wie Henoch/ in den Himmel gezuckt werden. Aber da kame der neidiſche/ falſche/ verlogne Lucifer/ der ſagte: Nicht genug! ihr muͤßet Goͤt- ter auf Erden ſeyn. Aber es war Be- trug: ſie ſind/ aus Gottes Bildern/ Teu- fels-Larven und Hoͤll-Slaven/ ſie ſind de- me gleich worden/ der zuvor auch hat Gott ſeyn wollen/ und deme ſie in der Hohfart nachgefolget. Gott

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681/178
Zitationshilfe: Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681, S. 150. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681/178>, abgerufen am 20.10.2019.