Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681.

Bild:
<< vorherige Seite

Gott/ und Wollust genug.
er sonst wüste/ das doch viel gewesen/ für
kein Wissen gehalten/ darum sagte er an-
derswo? Christum lieb haben/ sei bäßer/
dann alles Wissen.
(g) Wer diesen nicht/
und sonst alles weiß/ der weiß nichtes. O
Betrug des Satans!
Gott lehret allein
Gutes. Wer aber vom Satan/ wie Eva
sich in die Schule führen lässet/ der lernet
zugleich böses erkennen/ und wird endlich
gewar werden/ daß er an Gutem nacket sei
und nichts wisse.

* 14 *
Gott/ und Wollust genug.

WER ist/ der gut Leben begehret/
und gern gute Tage hätte: dieser
Mann heist der Jederman. Je-
derman wolt gerne im Garten Eden/ in
Wollust und Freude leben. Gott hatte ja
den Menschen/ in den Garten der Wollust/
in das Paradeis gesetzet/ da er alle Ver-
gnügung haben sollen. Wie ist er dann
darum und heraus gekommen? Ach! durch
des Satans Betrug/ durch das lüsterne
Naschen. Und noch werden wir alle/ wie
unsere Erzmutter/ von der höllischen
Schlange betrogen. Sie führet uns zum

ver-
(g) Eph. 3. v. 19.

Gott/ und Wolluſt genug.
er ſonſt wuͤſte/ das doch viel geweſen/ fuͤr
kein Wiſſen gehalten/ darum ſagte er an-
derswo? Chriſtum lieb haben/ ſei baͤßer/
dann alles Wiſſen.
(g) Wer dieſen nicht/
und ſonſt alles weiß/ der weiß nichtes. O
Betrug des Satans!
Gott lehret allein
Gutes. Wer aber vom Satan/ wie Eva
ſich in die Schule fuͤhren laͤſſet/ der lernet
zugleich boͤſes erkennen/ und wird endlich
gewar werden/ daß er an Gutem nacket ſei
und nichts wiſſe.

* 14 *
Gott/ und Wolluſt genug.

WER iſt/ der gut Leben begehret/
und gern gute Tage haͤtte: dieſer
Mann heiſt der Jederman. Je-
derman wolt gerne im Garten Eden/ in
Wolluſt und Freude leben. Gott hatte ja
den Menſchen/ in den Garten der Wolluſt/
in das Paradeis geſetzet/ da er alle Ver-
gnuͤgung haben ſollen. Wie iſt er dann
darum und heraus gekommen? Ach! durch
des Satans Betrug/ durch das luͤſterne
Naſchen. Und noch werden wir alle/ wie
unſere Erzmutter/ von der hoͤlliſchen
Schlange betrogen. Sie fuͤhret uns zum

ver-
(g) Eph. 3. v. 19.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0182" n="154"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Gott/ und Wollu&#x017F;t genug.</hi></fw><lb/>
er &#x017F;on&#x017F;t wu&#x0364;&#x017F;te/ das doch viel gewe&#x017F;en/ fu&#x0364;r<lb/>
kein Wi&#x017F;&#x017F;en gehalten/ darum &#x017F;agte er an-<lb/>
derswo? <hi rendition="#fr">Chri&#x017F;tum lieb haben/ &#x017F;ei ba&#x0364;ßer/<lb/>
dann alles Wi&#x017F;&#x017F;en.</hi> <note place="foot" n="(g)">Eph. 3. v. 19.</note> Wer die&#x017F;en nicht/<lb/>
und &#x017F;on&#x017F;t alles weiß/ der weiß nichtes. <hi rendition="#fr">O<lb/>
Betrug des Satans!</hi> Gott lehret allein<lb/>
Gutes. Wer aber vom Satan/ wie Eva<lb/>
&#x017F;ich in die Schule fu&#x0364;hren la&#x0364;&#x017F;&#x017F;et/ der lernet<lb/>
zugleich bo&#x0364;&#x017F;es erkennen/ und wird endlich<lb/>
gewar werden/ daß er an Gutem nacket &#x017F;ei<lb/>
und nichts wi&#x017F;&#x017F;e.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">* 14 *<lb/>
Gott/ und Wollu&#x017F;t genug.</hi> </head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">W</hi>ER i&#x017F;t/ der gut Leben begehret/<lb/>
und gern gute Tage ha&#x0364;tte: die&#x017F;er<lb/>
Mann hei&#x017F;t der Jederman. Je-<lb/>
derman wolt gerne im Garten Eden/ in<lb/>
Wollu&#x017F;t und Freude leben. Gott hatte ja<lb/>
den Men&#x017F;chen/ in den Garten der Wollu&#x017F;t/<lb/>
in das Paradeis ge&#x017F;etzet/ da er alle Ver-<lb/>
gnu&#x0364;gung haben &#x017F;ollen. Wie i&#x017F;t er dann<lb/>
darum und heraus gekommen? Ach! durch<lb/>
des <hi rendition="#fr">Satans Betrug/</hi> durch das lu&#x0364;&#x017F;terne<lb/>
Na&#x017F;chen. Und noch werden wir alle/ wie<lb/>
un&#x017F;ere Erzmutter/ von der ho&#x0364;lli&#x017F;chen<lb/>
Schlange betrogen. Sie fu&#x0364;hret uns zum<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">ver-</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[154/0182] Gott/ und Wolluſt genug. er ſonſt wuͤſte/ das doch viel geweſen/ fuͤr kein Wiſſen gehalten/ darum ſagte er an- derswo? Chriſtum lieb haben/ ſei baͤßer/ dann alles Wiſſen. (g) Wer dieſen nicht/ und ſonſt alles weiß/ der weiß nichtes. O Betrug des Satans! Gott lehret allein Gutes. Wer aber vom Satan/ wie Eva ſich in die Schule fuͤhren laͤſſet/ der lernet zugleich boͤſes erkennen/ und wird endlich gewar werden/ daß er an Gutem nacket ſei und nichts wiſſe. * 14 * Gott/ und Wolluſt genug. WER iſt/ der gut Leben begehret/ und gern gute Tage haͤtte: dieſer Mann heiſt der Jederman. Je- derman wolt gerne im Garten Eden/ in Wolluſt und Freude leben. Gott hatte ja den Menſchen/ in den Garten der Wolluſt/ in das Paradeis geſetzet/ da er alle Ver- gnuͤgung haben ſollen. Wie iſt er dann darum und heraus gekommen? Ach! durch des Satans Betrug/ durch das luͤſterne Naſchen. Und noch werden wir alle/ wie unſere Erzmutter/ von der hoͤlliſchen Schlange betrogen. Sie fuͤhret uns zum ver- (g) Eph. 3. v. 19.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681/182
Zitationshilfe: Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681, S. 154. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681/182>, abgerufen am 16.10.2019.