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Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681.

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Das Gebet
GOtt rede. Wie ungnädig würde es ein
weltlicher König vermerken/ wann einer
ihn stehen und warten ließe/ und inzwischen
mit seinen Hof Gecken Fantasey triebe?
ja/ wann er ihn noch darzu lästerte und ver-
lachete?

17 Unser reden mit Gott/ ist das Be-
ten. Mein Haus/ oder das Haus Gottes/
ist ein Bethaus: sagt unser Heiland. Ach!
wir haben viel mit Gott zu reden: und da-
her bleibt uns keine Zeit übrig in der Kir-
che/ mit und von der Welt zu schwatzen/ an
sie zu denken/ oder nach ihr uns umzuse-
hen. Beten/ ist das bäste Reden: weil
es zu dem Höchst Bästen [s] abgehet/ und
von ihme Segen/ Trost/ Hülfe und Bei-
stand erbittet. Wer lehret uns aber be-
ten? Freylich derjenige/ der von Gott aus-
gegangen ist/ und darum am bästen weiß/
wie er wolle angeruffen seyn. Laßet uns
ihn/ mit seinen Jüngern ansprechen: Herr
lehre uns beten.

* 3 *
Das Bebet des HErrn.

DAs Gebet/ das dieser Gebet Mei-
ster sie hierauf gelehret/ ist auch
das bäste Gebet Muster: nach wel-

chem
[s] Opt. Max.

Das Gebet
GOtt rede. Wie ungnaͤdig wuͤrde es ein
weltlicher Koͤnig vermerken/ wañ einer
ihn ſtehen und warten ließe/ und inzwiſchen
mit ſeinen Hof Gecken Fantaſey triebe?
ja/ wañ er ihn noch darzu laͤſterte und ver-
lachete?

17 Unſer reden mit Gott/ iſt das Be-
ten. Mein Haus/ oder das Haus Gottes/
iſt ein Bethaus: ſagt unſer Heiland. Ach!
wir haben viel mit Gott zu reden: und da-
her bleibt uns keine Zeit uͤbrig in der Kir-
che/ mit und von der Welt zu ſchwatzen/ an
ſie zu denken/ oder nach ihr uns umzuſe-
hen. Beten/ iſt das baͤſte Reden: weil
es zu dem Hoͤchſt Baͤſten [s] abgehet/ und
von ihme Segen/ Troſt/ Huͤlfe und Bei-
ſtand erbittet. Wer lehret uns aber be-
ten? Freylich derjenige/ der von Gott aus-
gegangen iſt/ und darum am baͤſten weiß/
wie er wolle angeruffen ſeyn. Laßet uns
ihn/ mit ſeinen Juͤngern anſprechen: Herꝛ
lehre uns beten.

* 3 *
Das Bebet des HErꝛn.

DAs Gebet/ das dieſer Gebet Mei-
ſter ſie hierauf gelehret/ iſt auch
das baͤſte Gebet Muſter: nach wel-

chem
[s] Opt. Max.
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[42/0068] Das Gebet GOtt rede. Wie ungnaͤdig wuͤrde es ein weltlicher Koͤnig vermerken/ wañ einer ihn ſtehen und warten ließe/ und inzwiſchen mit ſeinen Hof Gecken Fantaſey triebe? ja/ wañ er ihn noch darzu laͤſterte und ver- lachete? 17 Unſer reden mit Gott/ iſt das Be- ten. Mein Haus/ oder das Haus Gottes/ iſt ein Bethaus: ſagt unſer Heiland. Ach! wir haben viel mit Gott zu reden: und da- her bleibt uns keine Zeit uͤbrig in der Kir- che/ mit und von der Welt zu ſchwatzen/ an ſie zu denken/ oder nach ihr uns umzuſe- hen. Beten/ iſt das baͤſte Reden: weil es zu dem Hoͤchſt Baͤſten [s] abgehet/ und von ihme Segen/ Troſt/ Huͤlfe und Bei- ſtand erbittet. Wer lehret uns aber be- ten? Freylich derjenige/ der von Gott aus- gegangen iſt/ und darum am baͤſten weiß/ wie er wolle angeruffen ſeyn. Laßet uns ihn/ mit ſeinen Juͤngern anſprechen: Herꝛ lehre uns beten. * 3 * Das Bebet des HErꝛn. DAs Gebet/ das dieſer Gebet Mei- ſter ſie hierauf gelehret/ iſt auch das baͤſte Gebet Muſter: nach wel- chem [s] Opt. Max.

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Zitationshilfe: Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681, S. 42. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681/68>, abgerufen am 18.10.2019.