Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Über die natürlichen Verschiedenheiten im Menschengeschlechte. Leipzig, 1798.

Bild:
<< vorherige Seite

1) Friendly Islands. Iac. Cook zweyte Reise. Vol. I.
p. 222.

2) Bey den Negern. Hemmersam p. 37.

§. 72.
Ungeheure Ohrläppchen.

Zu den Verunstaltungen der Theile rechne ich
vorzüglich die ungeheuren und hängenden Ohrläpp-
chen, in welche sich so viele Völker seit langer Zeit
verliebt hatten, daß sie zu der alten Fabel von den
scythischen Völkern im Pontus Veranlassung gegeben
haben, welche so große Ohrläppchen gehabt haben
sollen, daß sie den ganzen Körper mit denselben be-
decken könnten 1). Von den Malabaren 2), Bey-
naren, den Einwohnern der Molucken 3) und Mal-
likolo 4) wissen wir es mit Gewißheit, daß sie diesel-
ben durch verschiedne Künste überaus groß und wirk-
lich monströs machen. An den Gemählde eines
Südländers bey Cornelius le Brun sehen wir es auf
eine wunderbare Weise Zerfleischt 5).

1) Plin. IV. 13. VII. 2. Pompon. Mela Lib. III. de
Hisp. et Septenr. insulis.

2) Schreyer a. a. O. S. 117.

3) Maximil. Transylv. Bey Zahn spec. T. III. p. 69.

4) Sie durchbohren sie mit Pfriemen.

5) n. 197.

§. 73.
Andere Verunstaltungen.

Die Berichte von Reisebeschreibern belehren aus,
daß einige Völker die Vorhaut des männlichen Glieds
mit Fleiß verlängern, wie die Anwohner der Magel-

1) Friendly Islands. Iac. Cook zweyte Reise. Vol. I.
p. 222.

2) Bey den Negern. Hemmersam p. 37.

§. 72.
Ungeheure Ohrläppchen.

Zu den Verunstaltungen der Theile rechne ich
vorzüglich die ungeheuren und hängenden Ohrläpp-
chen, in welche sich so viele Völker seit langer Zeit
verliebt hatten, daß sie zu der alten Fabel von den
scythischen Völkern im Pontus Veranlassung gegeben
haben, welche so große Ohrläppchen gehabt haben
sollen, daß sie den ganzen Körper mit denselben be-
decken könnten 1). Von den Malabaren 2), Bey-
naren, den Einwohnern der Molucken 3) und Mal-
likolo 4) wissen wir es mit Gewißheit, daß sie diesel-
ben durch verschiedne Künste überaus groß und wirk-
lich monströs machen. An den Gemählde eines
Südländers bey Cornelius le Brun sehen wir es auf
eine wunderbare Weise Zerfleischt 5).

1) Plin. IV. 13. VII. 2. Pompon. Mela Lib. III. de
Hisp. et Septenr. insulis.

2) Schreyer a. a. O. S. 117.

3) Maximil. Transylv. Bey Zahn spec. T. III. p. 69.

4) Sie durchbohren sie mit Pfriemen.

5) n. 197.

§. 73.
Andere Verunstaltungen.

Die Berichte von Reisebeschreibern belehren aus,
daß einige Völker die Vorhaut des männlichen Glieds
mit Fleiß verlängern, wie die Anwohner der Magel-

<TEI>
  <text xml:id="blume000008">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0316" xml:id="pb282_0001" n="282"/>
            <p rendition="#indent-2 #small">1) <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Friendly Islands</hi></hi>. Iac. Cook zweyte Reise. Vol. I.<lb/>
p. 222.</p>
            <p rendition="#indent-2 #small">2) Bey den Negern. Hemmersam p. 37.</p>
          </div>
          <div n="3">
            <head rendition="#c">§. 72.<lb/>
Ungeheure Ohrläppchen.</head><lb/>
            <p>Zu den Verunstaltungen der Theile rechne ich<lb/>
vorzüglich die ungeheuren und hängenden Ohrläpp-<lb/>
chen, in welche sich so viele Völker seit langer Zeit<lb/>
verliebt hatten, daß sie zu der alten Fabel von den<lb/>
scythischen Völkern im Pontus Veranlassung gegeben<lb/>
haben, welche so große Ohrläppchen gehabt haben<lb/>
sollen, daß sie den ganzen Körper mit denselben be-<lb/>
decken könnten <hi rendition="#sup">1</hi>). Von den Malabaren <hi rendition="#sup">2</hi>), Bey-<lb/>
naren, den Einwohnern der Molucken <hi rendition="#sup">3</hi>) und Mal-<lb/>
likolo <hi rendition="#sup">4</hi>) wissen wir es mit Gewißheit, daß sie diesel-<lb/>
ben durch verschiedne Künste überaus groß und wirk-<lb/>
lich monströs machen. An den Gemählde eines<lb/>
Südländers bey Cornelius le Brun sehen wir es auf<lb/>
eine wunderbare Weise Zerfleischt <hi rendition="#sup">5</hi>).</p>
            <p rendition="#indent-2 #small">1) <hi rendition="#aq">Plin</hi>. IV. 13. VII. 2. <hi rendition="#aq">Pompon. Mela Lib. III. de<lb/>
Hisp. et Septenr. insulis.</hi> </p>
            <p rendition="#indent-2 #small">2) Schreyer a. a. O. S. 117.</p>
            <p rendition="#indent-2 #small">3) <hi rendition="#aq">Maximil. Transylv</hi>. Bey Zahn <hi rendition="#aq">spec. T. III. p. 69.</hi> </p>
            <p rendition="#indent-2 #small">4) Sie durchbohren sie mit Pfriemen.</p>
            <p rendition="#indent-2 #small">5) n. 197.</p>
          </div>
          <div n="3">
            <head rendition="#c">§. 73.<lb/>
Andere Verunstaltungen.</head><lb/>
            <p>Die Berichte von Reisebeschreibern belehren aus,<lb/>
daß einige Völker die Vorhaut des männlichen Glieds<lb/>
mit Fleiß verlängern, wie die Anwohner der Magel-<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[282/0316] 1) Friendly Islands. Iac. Cook zweyte Reise. Vol. I. p. 222. 2) Bey den Negern. Hemmersam p. 37. §. 72. Ungeheure Ohrläppchen. Zu den Verunstaltungen der Theile rechne ich vorzüglich die ungeheuren und hängenden Ohrläpp- chen, in welche sich so viele Völker seit langer Zeit verliebt hatten, daß sie zu der alten Fabel von den scythischen Völkern im Pontus Veranlassung gegeben haben, welche so große Ohrläppchen gehabt haben sollen, daß sie den ganzen Körper mit denselben be- decken könnten 1). Von den Malabaren 2), Bey- naren, den Einwohnern der Molucken 3) und Mal- likolo 4) wissen wir es mit Gewißheit, daß sie diesel- ben durch verschiedne Künste überaus groß und wirk- lich monströs machen. An den Gemählde eines Südländers bey Cornelius le Brun sehen wir es auf eine wunderbare Weise Zerfleischt 5). 1) Plin. IV. 13. VII. 2. Pompon. Mela Lib. III. de Hisp. et Septenr. insulis. 2) Schreyer a. a. O. S. 117. 3) Maximil. Transylv. Bey Zahn spec. T. III. p. 69. 4) Sie durchbohren sie mit Pfriemen. 5) n. 197. §. 73. Andere Verunstaltungen. Die Berichte von Reisebeschreibern belehren aus, daß einige Völker die Vorhaut des männlichen Glieds mit Fleiß verlängern, wie die Anwohner der Magel-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_menschengeschlecht2_1798
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_menschengeschlecht2_1798/316
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Über die natürlichen Verschiedenheiten im Menschengeschlechte. Leipzig, 1798, S. 282. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_menschengeschlecht2_1798/316>, abgerufen am 03.07.2020.