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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. Bd. 1. Göttingen, 1779.

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gegen die Kälte in Nordischen Zonen weisse Far-
be und kleine Statur hervorbringt. Alle diese
Verschiedenheiten fliessen so unvermerkt zusam-
men, daß sich eigentlich keine bestimmte Gren-
zen zwischen ihnen fest setzen lassen; doch haben
wir das ganze Menschengeschlecht am füglichsten
unter folgende fünf Varietäten zu bringen ge-
glaubt;

1. Die ursprüngliche und größte Race begreift
erstens alle Europäer, die Lappen mit ein-
geschlossen, deren Bildung und Sprache
ihre Finnische Abkunft verrätht, und die gar
nichts so auszeichnendes haben, daß sie eine
besondere Varietät ausmachen könnten: so-
dann die Asiaten, die disseits des Obi,
des Caspischen Meeres, des Gebürges
Imaus und des Ganges, wohnen: fer-
ner die Nordafrikaner: und endlich die
Grönländer und Eskimos, die gänzlich
von den übrigen Amerikanern verschieden
sind, und wahrscheinlich auch von Finnen
abstammen. Alle diese Völker sind meh-
rentheils von weisser Farbe, und nach un-
sern Begriffen von Schönheit die best gebil-
desten Menschen.

2. Die übrigen Asiaten, jenseits des Obi,
Ganges etc. Sie sind meist gelbbraun,
dünnbehaart, haben platte Gesichter und
kleine Angen.

3. Die übrigen Afrikaner: von schwarzer
Farbe, mit wollichten Haar, stumpfen Na-
sen und aufgeworfenen Lippen.

4. Die übrigen Amerikaner: von kupfer-
rother Farbe.

gegen die Kälte in Nordischen Zonen weisse Far-
be und kleine Statur hervorbringt. Alle diese
Verschiedenheiten fliessen so unvermerkt zusam-
men, daß sich eigentlich keine bestimmte Gren-
zen zwischen ihnen fest setzen lassen; doch haben
wir das ganze Menschengeschlecht am füglichsten
unter folgende fünf Varietäten zu bringen ge-
glaubt;

1. Die ursprüngliche und größte Raçe begreift
erstens alle Europäer, die Lappen mit ein-
geschlossen, deren Bildung und Sprache
ihre Finnische Abkunft verrätht, und die gar
nichts so auszeichnendes haben, daß sie eine
besondere Varietät ausmachen könnten: so-
dann die Asiaten, die disseits des Obi,
des Caspischen Meeres, des Gebürges
Imaus und des Ganges, wohnen: fer-
ner die Nordafrikaner: und endlich die
Grönländer und Eskimos, die gänzlich
von den übrigen Amerikanern verschieden
sind, und wahrscheinlich auch von Finnen
abstammen. Alle diese Völker sind meh-
rentheils von weisser Farbe, und nach un-
sern Begriffen von Schönheit die best gebil-
desten Menschen.

2. Die übrigen Asiaten, jenseits des Obi,
Ganges ꝛc. Sie sind meist gelbbraun,
dünnbehaart, haben platte Gesichter und
kleine Angen.

3. Die übrigen Afrikaner: von schwarzer
Farbe, mit wollichten Haar, stumpfen Na-
sen und aufgeworfenen Lippen.

4. Die übrigen Amerikaner: von kupfer-
rother Farbe.

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[63/0085] gegen die Kälte in Nordischen Zonen weisse Far- be und kleine Statur hervorbringt. Alle diese Verschiedenheiten fliessen so unvermerkt zusam- men, daß sich eigentlich keine bestimmte Gren- zen zwischen ihnen fest setzen lassen; doch haben wir das ganze Menschengeschlecht am füglichsten unter folgende fünf Varietäten zu bringen ge- glaubt; 1. Die ursprüngliche und größte Raçe begreift erstens alle Europäer, die Lappen mit ein- geschlossen, deren Bildung und Sprache ihre Finnische Abkunft verrätht, und die gar nichts so auszeichnendes haben, daß sie eine besondere Varietät ausmachen könnten: so- dann die Asiaten, die disseits des Obi, des Caspischen Meeres, des Gebürges Imaus und des Ganges, wohnen: fer- ner die Nordafrikaner: und endlich die Grönländer und Eskimos, die gänzlich von den übrigen Amerikanern verschieden sind, und wahrscheinlich auch von Finnen abstammen. Alle diese Völker sind meh- rentheils von weisser Farbe, und nach un- sern Begriffen von Schönheit die best gebil- desten Menschen. 2. Die übrigen Asiaten, jenseits des Obi, Ganges ꝛc. Sie sind meist gelbbraun, dünnbehaart, haben platte Gesichter und kleine Angen. 3. Die übrigen Afrikaner: von schwarzer Farbe, mit wollichten Haar, stumpfen Na- sen und aufgeworfenen Lippen. 4. Die übrigen Amerikaner: von kupfer- rother Farbe.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. Bd. 1. Göttingen, 1779, S. 63. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1779/85>, abgerufen am 14.12.2018.