Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782.

Bild:
<< vorherige Seite

zeigt sich dann der erste Anfang des künftigen
Herzens, das sogenannte punctum saliens. Am
fünften Tage kommen die Lungen zum Bor-
schein, und schon zu Ende des gleichen Tages ha-
ben wir auch das ganze kleine gallertige Geschöpf
sich bewegen gesehen. Am vierzehnten Tage
brechen die Federn aus, und zu Anfang des
fünfzehnten schnappt das Hünchen schon nach
Luft, und ist am neunzehnten Tage im Stande
einen Laut von sich zu geben.

§. 85.

Jede Gattung Vögel hat ihre bestimmte
Brützeit von verschiedener Länge, die aber nach
Verschiedenheit des Clima und der wärmern oder
kältern Witterung verzögert oder beschleunigt
wird. Beym Huhn ist das Küchelgen gewön-
lich zu Ende des ein und zwanzigsten Tages
zum auskriechen reif; es durchbricht die
Schaale am stumpfen Ende des Eyes, und
verläst nun seine Hülse, in welcher es die drey
Wochen über vom Dotter, und theils auch vom
Eyweis ernärt worden.

§. 86.

Die jungen Vögel werden einige Zeit von
der Mutter, und bey denen, die in Monoga-
mie leben, auch vom Vater, mit vieler Zärt-
lichkeit gefüttert, und zumal bey den Sangvö-

zeigt sich dann der erste Anfang des künftigen
Herzens, das sogenannte punctum saliens. Am
fünften Tage kommen die Lungen zum Bor-
schein, und schon zu Ende des gleichen Tages ha-
ben wir auch das ganze kleine gallertige Geschöpf
sich bewegen gesehen. Am vierzehnten Tage
brechen die Federn aus, und zu Anfang des
fünfzehnten schnappt das Hünchen schon nach
Luft, und ist am neunzehnten Tage im Stande
einen Laut von sich zu geben.

§. 85.

Jede Gattung Vögel hat ihre bestimmte
Brützeit von verschiedener Länge, die aber nach
Verschiedenheit des Clima und der wärmern oder
kältern Witterung verzögert oder beschleunigt
wird. Beym Huhn ist das Küchelgen gewön-
lich zu Ende des ein und zwanzigsten Tages
zum auskriechen reif; es durchbricht die
Schaale am stumpfen Ende des Eyes, und
verläst nun seine Hülse, in welcher es die drey
Wochen über vom Dotter, und theils auch vom
Eyweis ernärt worden.

§. 86.

Die jungen Vögel werden einige Zeit von
der Mutter, und bey denen, die in Monoga-
mie leben, auch vom Vater, mit vieler Zärt-
lichkeit gefüttert, und zumal bey den Sangvö-

<TEI xml:lang="de-DE">
  <text xml:id="blume_hbnatur_000023">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0182" xml:id="pb170_0001" n="170"/>
zeigt sich dann der erste Anfang des künftigen<lb/>
Herzens, das sogenannte <hi rendition="#aq">punctum saliens</hi>. Am<lb/>
fünften Tage kommen die Lungen zum Bor-<lb/>
schein, und schon zu Ende des gleichen Tages ha-<lb/>
ben wir auch das ganze kleine gallertige Geschöpf<lb/>
sich bewegen gesehen. Am vierzehnten Tage<lb/>
brechen die Federn aus, und zu Anfang des<lb/>
fünfzehnten schnappt das Hünchen schon nach<lb/>
Luft, und ist am neunzehnten Tage im Stande<lb/>
einen Laut von sich zu geben.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head rendition="#c">§. 85.</head><lb/>
          <p>Jede Gattung Vögel hat ihre bestimmte<lb/>
Brützeit von verschiedener Länge, die aber nach<lb/>
Verschiedenheit des Clima und der wärmern oder<lb/>
kältern Witterung verzögert oder beschleunigt<lb/>
wird. Beym Huhn ist das Küchelgen gewön-<lb/>
lich zu Ende des ein und zwanzigsten Tages<lb/>
zum auskriechen reif; es durchbricht die<lb/>
Schaale am stumpfen Ende des Eyes, und<lb/>
verläst nun seine Hülse, in welcher es die drey<lb/>
Wochen über vom Dotter, und theils auch vom<lb/>
Eyweis ernärt worden.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head rendition="#c">§. 86.</head><lb/>
          <p>Die jungen Vögel werden einige Zeit von<lb/>
der Mutter, und bey denen, die in Monoga-<lb/>
mie leben, auch vom Vater, mit vieler Zärt-<lb/>
lichkeit gefüttert, und zumal bey den Sangvö-<lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[170/0182] zeigt sich dann der erste Anfang des künftigen Herzens, das sogenannte punctum saliens. Am fünften Tage kommen die Lungen zum Bor- schein, und schon zu Ende des gleichen Tages ha- ben wir auch das ganze kleine gallertige Geschöpf sich bewegen gesehen. Am vierzehnten Tage brechen die Federn aus, und zu Anfang des fünfzehnten schnappt das Hünchen schon nach Luft, und ist am neunzehnten Tage im Stande einen Laut von sich zu geben. §. 85. Jede Gattung Vögel hat ihre bestimmte Brützeit von verschiedener Länge, die aber nach Verschiedenheit des Clima und der wärmern oder kältern Witterung verzögert oder beschleunigt wird. Beym Huhn ist das Küchelgen gewön- lich zu Ende des ein und zwanzigsten Tages zum auskriechen reif; es durchbricht die Schaale am stumpfen Ende des Eyes, und verläst nun seine Hülse, in welcher es die drey Wochen über vom Dotter, und theils auch vom Eyweis ernärt worden. §. 86. Die jungen Vögel werden einige Zeit von der Mutter, und bey denen, die in Monoga- mie leben, auch vom Vater, mit vieler Zärt- lichkeit gefüttert, und zumal bey den Sangvö-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1782
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1782/182
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782, S. 170. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1782/182>, abgerufen am 22.07.2019.