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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782.

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§. 146.

Ein äusserst merkwürdiges Phänomen, was
fast blos dieser Thierclasse eigen, wenigstens in
den andern (§. 105. 124.), bey weitem nicht
so auffallend wird, ist ihre Metamorphose.
Die wenigsten Insecten behalten nemlich die
gleiche Gestalt, in der sie zuerst ans Licht ge-
kommen sind, ihr ganzes übriges leben hin-
durch, sondern sie verwandeln sich gröstentheils
zu wiederholten malen in bestimmten Epochen
ihres Lebens, und erscheinen während dieser
Auftritte oft in ganz verschiednen Gestalten,
wobey zugleich ihr ganzer innrer Körperbau auf
eine Weise umgeschaffen wird*), die sich
schwehrlich anders als mit den Gesetzten des
Bildungstriebes (§. 11. u. f.), am wenigsten
aber mit den vermeinten präexistirenden Kei-
men (§. 10.) zusammen reimen läßt.

§. 147.

In der Gestalt, wie diese Insecten die
sich einer Metamorphose unterziehen, zuerst aus
dem Ey kriechen, heissen sie Larven. Meist
kommen sie äusserst klein ans Licht, so daß z. B.
eine erwachsene Weidenraupe 27,000 mal
schwerer wiegt als da sie eben aus dem Ey ge-
krochen war. Theils haben diese Larven Füsse,
wie die Raupen und Engerlinge: theils aber

*) lyonet l. c. pag. 585. u. f.
§. 146.

Ein äusserst merkwürdiges Phänomen, was
fast blos dieser Thierclasse eigen, wenigstens in
den andern (§. 105. 124.), bey weitem nicht
so auffallend wird, ist ihre Metamorphose.
Die wenigsten Insecten behalten nemlich die
gleiche Gestalt, in der sie zuerst ans Licht ge-
kommen sind, ihr ganzes übriges leben hin-
durch, sondern sie verwandeln sich gröstentheils
zu wiederholten malen in bestimmten Epochen
ihres Lebens, und erscheinen während dieser
Auftritte oft in ganz verschiednen Gestalten,
wobey zugleich ihr ganzer innrer Körperbau auf
eine Weise umgeschaffen wird*), die sich
schwehrlich anders als mit den Gesetzten des
Bildungstriebes (§. 11. u. f.), am wenigsten
aber mit den vermeinten präexistirenden Kei-
men (§. 10.) zusammen reimen läßt.

§. 147.

In der Gestalt, wie diese Insecten die
sich einer Metamorphose unterziehen, zuerst aus
dem Ey kriechen, heissen sie Larven. Meist
kommen sie äusserst klein ans Licht, so daß z. B.
eine erwachsene Weidenraupe 27,000 mal
schwerer wiegt als da sie eben aus dem Ey ge-
krochen war. Theils haben diese Larven Füsse,
wie die Raupen und Engerlinge: theils aber

*) lyonet l. c. pag. 585. u. f.
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[314/0326] §. 146. Ein äusserst merkwürdiges Phänomen, was fast blos dieser Thierclasse eigen, wenigstens in den andern (§. 105. 124.), bey weitem nicht so auffallend wird, ist ihre Metamorphose. Die wenigsten Insecten behalten nemlich die gleiche Gestalt, in der sie zuerst ans Licht ge- kommen sind, ihr ganzes übriges leben hin- durch, sondern sie verwandeln sich gröstentheils zu wiederholten malen in bestimmten Epochen ihres Lebens, und erscheinen während dieser Auftritte oft in ganz verschiednen Gestalten, wobey zugleich ihr ganzer innrer Körperbau auf eine Weise umgeschaffen wird *), die sich schwehrlich anders als mit den Gesetzten des Bildungstriebes (§. 11. u. f.), am wenigsten aber mit den vermeinten präexistirenden Kei- men (§. 10.) zusammen reimen läßt. §. 147. In der Gestalt, wie diese Insecten die sich einer Metamorphose unterziehen, zuerst aus dem Ey kriechen, heissen sie Larven. Meist kommen sie äusserst klein ans Licht, so daß z. B. eine erwachsene Weidenraupe 27,000 mal schwerer wiegt als da sie eben aus dem Ey ge- krochen war. Theils haben diese Larven Füsse, wie die Raupen und Engerlinge: theils aber *) lyonet l. c. pag. 585. u. f.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782, S. 314. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1782/326>, abgerufen am 21.07.2019.