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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782.

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andern wichtigen Entdeckungen, auch die phy-
sische Unmöglichkeit ergiebt, daß dergleichen so-
genannte Menschenänliche Geschöpfe je einer
menschlichen Rede, oder eines natürlichen auf-
rechten Ganges etc. fähig seyn könnten.

3. Longimana der Gibbon oder Golok. (Lin-
ne's homo lar.) S. brachiis longissimis, talos
attingentibus
.

Ein artiges, kirres, aber schwächliches Thier,
was sich in Malacka, Coromandel, und auf den
Molucken findet, und dem sein ziemlich men-
schenänliches Gesicht und die ungeheuer langen
Arme ein sonderbares Ansehn geben. Es ist
von schwärzlicher Farbe, wird gegen vier Fus
hoch, und braucht, wenns auch auf allen vie-
ren läuft, sich doch nur wenig mit dem Kör-
per vorwärts zu beugen.

4. Sylvanus. der gemeine Türkische Affe. S.
brachiis corpore brevioribus, natibus cal-
vis, capite subrotundo
. *

Der dauerhafteste Affe, der auch in Europa
leicht Junge heckt, hat etwa die Grösse vom
Fuchs, ist leicht zu zähmen, sehr gelehrig und
possirlich, hat ein starkes Gedächtnis, und kennt
seine alten Wohlthäter nach mehrern Jahren wie-
der. Lebt Schaarenweise in Aethiopien, Ostin-
dien etc.

b) geschwänzte.

5. Cynomolgus. der Macacco. S. cauda lon-
ga, arcuata, labio leporino
. *

Findet sich häufig in Afrika, besonders auf Gui-
nea. Ein ausnehmend lebhaftes Thier dessen Ge-

andern wichtigen Entdeckungen, auch die phy-
sische Unmöglichkeit ergiebt, daß dergleichen so-
genannte Menschenänliche Geschöpfe je einer
menschlichen Rede, oder eines natürlichen auf-
rechten Ganges ꝛc. fähig seyn könnten.

3. Longimana der Gibbon oder Golok. (Lin-
ne's homo lar.) S. brachiis longissimis, talos
attingentibus
.

Ein artiges, kirres, aber schwächliches Thier,
was sich in Malacka, Coromandel, und auf den
Molucken findet, und dem sein ziemlich men-
schenänliches Gesicht und die ungeheuer langen
Arme ein sonderbares Ansehn geben. Es ist
von schwärzlicher Farbe, wird gegen vier Fus
hoch, und braucht, wenns auch auf allen vie-
ren läuft, sich doch nur wenig mit dem Kör-
per vorwärts zu beugen.

4. Sylvanus. der gemeine Türkische Affe. S.
brachiis corpore brevioribus, natibus cal-
vis, capite subrotundo
. *

Der dauerhafteste Affe, der auch in Europa
leicht Junge heckt, hat etwa die Grösse vom
Fuchs, ist leicht zu zähmen, sehr gelehrig und
possirlich, hat ein starkes Gedächtnis, und kennt
seine alten Wohlthäter nach mehrern Jahren wie-
der. Lebt Schaarenweise in Aethiopien, Ostin-
dien ꝛc.

b) geschwänzte.

5. Cynomolgus. der Macacco. S. cauda lon-
ga, arcuata, labio leporino
. *

Findet sich häufig in Afrika, besonders auf Gui-
nea. Ein ausnehmend lebhaftes Thier dessen Ge-

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[65/0077] andern wichtigen Entdeckungen, auch die phy- sische Unmöglichkeit ergiebt, daß dergleichen so- genannte Menschenänliche Geschöpfe je einer menschlichen Rede, oder eines natürlichen auf- rechten Ganges ꝛc. fähig seyn könnten. 3. Longimana der Gibbon oder Golok. (Lin- ne's homo lar.) S. brachiis longissimis, talos attingentibus. Ein artiges, kirres, aber schwächliches Thier, was sich in Malacka, Coromandel, und auf den Molucken findet, und dem sein ziemlich men- schenänliches Gesicht und die ungeheuer langen Arme ein sonderbares Ansehn geben. Es ist von schwärzlicher Farbe, wird gegen vier Fus hoch, und braucht, wenns auch auf allen vie- ren läuft, sich doch nur wenig mit dem Kör- per vorwärts zu beugen. 4. Sylvanus. der gemeine Türkische Affe. S. brachiis corpore brevioribus, natibus cal- vis, capite subrotundo. * Der dauerhafteste Affe, der auch in Europa leicht Junge heckt, hat etwa die Grösse vom Fuchs, ist leicht zu zähmen, sehr gelehrig und possirlich, hat ein starkes Gedächtnis, und kennt seine alten Wohlthäter nach mehrern Jahren wie- der. Lebt Schaarenweise in Aethiopien, Ostin- dien ꝛc. b) geschwänzte. 5. Cynomolgus. der Macacco. S. cauda lon- ga, arcuata, labio leporino. * Findet sich häufig in Afrika, besonders auf Gui- nea. Ein ausnehmend lebhaftes Thier dessen Ge-

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782, S. 65. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1782/77>, abgerufen am 23.07.2019.