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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788.

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Wallfahrten, weit übers Meer und über einen
beträchtlichen Theil der Erdkugel weg, anstellen,
und den Winter bis zur Rückkehr im folgenden
Frühjahr in wärmern Zonen zubringen.

§. 65.

Auch das Nutritionsgeschäfte der Vögel
hat viel eignes. Ueberhaupt haben sie keine
Zähne, sondern müssen ihre Speise entweder mit
dem Schnabel zerbeissen, oder ganz schlucken.
Bey denjenigen saamenfressenden Vögeln die ihre
Körner ganz, unzerbissen, einschlucken, gelan-
gen diese nicht sogleich in den Magen, sondern
werden vorher im Kropfe oder Vor-Magen (in-
gluuies s. prolobus
) d. h. in einem besondern
drüsenreichen Behälter eingeweicht, und von da
nur allmählig an den Magen überlassen: der bey
diesen Thieren äußerst muskulös, und so stark ist
daß er sogar nach Reaumurs u. a. merkwürdi-
gen Versuchen verschluckte Haselnüsse und Oli-
venkerne zu zerdrücken und Münzen so glatt wie
Papier abzuscheuren vermag. Sehr viele Vö-
gel verschlucken aber auch überdem noch kleine
Kieselsteinchen, die ebenfalls die Zermalmung
und nachherige Verdauung der Speisen beför-
dern. Verschiedne fleischfressende Vögel, wie
die Eulen, Eisvögel etc. können die Knochen,
Haare und Gräten der kleinen Thiere, die sie ver-
zehrt haben, nicht verdauen, sondern brechen sie,
in eine runde Kugel geballt, nach der Mahlzeit
wieder von sich.

Wallfahrten, weit übers Meer und über einen
beträchtlichen Theil der Erdkugel weg, anstellen,
und den Winter bis zur Rückkehr im folgenden
Frühjahr in wärmern Zonen zubringen.

§. 65.

Auch das Nutritionsgeschäfte der Vögel
hat viel eignes. Ueberhaupt haben sie keine
Zähne, sondern müssen ihre Speise entweder mit
dem Schnabel zerbeissen, oder ganz schlucken.
Bey denjenigen saamenfressenden Vögeln die ihre
Körner ganz, unzerbissen, einschlucken, gelan-
gen diese nicht sogleich in den Magen, sondern
werden vorher im Kropfe oder Vor-Magen (in-
gluuies s. prolobus
) d. h. in einem besondern
drüsenreichen Behälter eingeweicht, und von da
nur allmählig an den Magen überlassen: der bey
diesen Thieren äußerst muskulös, und so stark ist
daß er sogar nach Reaumurs u. a. merkwürdi-
gen Versuchen verschluckte Haselnüsse und Oli-
venkerne zu zerdrücken und Münzen so glatt wie
Papier abzuscheuren vermag. Sehr viele Vö-
gel verschlucken aber auch überdem noch kleine
Kieselsteinchen, die ebenfalls die Zermalmung
und nachherige Verdauung der Speisen beför-
dern. Verschiedne fleischfressende Vögel, wie
die Eulen, Eisvögel ꝛc. können die Knochen,
Haare und Gräten der kleinen Thiere, die sie ver-
zehrt haben, nicht verdauen, sondern brechen sie,
in eine runde Kugel geballt, nach der Mahlzeit
wieder von sich.

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[154/0174] Wallfahrten, weit übers Meer und über einen beträchtlichen Theil der Erdkugel weg, anstellen, und den Winter bis zur Rückkehr im folgenden Frühjahr in wärmern Zonen zubringen. §. 65. Auch das Nutritionsgeschäfte der Vögel hat viel eignes. Ueberhaupt haben sie keine Zähne, sondern müssen ihre Speise entweder mit dem Schnabel zerbeissen, oder ganz schlucken. Bey denjenigen saamenfressenden Vögeln die ihre Körner ganz, unzerbissen, einschlucken, gelan- gen diese nicht sogleich in den Magen, sondern werden vorher im Kropfe oder Vor-Magen (in- gluuies s. prolobus) d. h. in einem besondern drüsenreichen Behälter eingeweicht, und von da nur allmählig an den Magen überlassen: der bey diesen Thieren äußerst muskulös, und so stark ist daß er sogar nach Reaumurs u. a. merkwürdi- gen Versuchen verschluckte Haselnüsse und Oli- venkerne zu zerdrücken und Münzen so glatt wie Papier abzuscheuren vermag. Sehr viele Vö- gel verschlucken aber auch überdem noch kleine Kieselsteinchen, die ebenfalls die Zermalmung und nachherige Verdauung der Speisen beför- dern. Verschiedne fleischfressende Vögel, wie die Eulen, Eisvögel ꝛc. können die Knochen, Haare und Gräten der kleinen Thiere, die sie ver- zehrt haben, nicht verdauen, sondern brechen sie, in eine runde Kugel geballt, nach der Mahlzeit wieder von sich.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788, S. 154. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/174>, abgerufen am 26.04.2019.